Neue Satellitenbilder und Videoanalysen zeigen offenbar deutlich größere Schäden an US-Militärstützpunkten im Nahen Osten als bislang öffentlich bekannt war. Nach Recherchen von BBC Verify wurden seit Beginn des Krieges mindestens 20 US-Militäreinrichtungen in acht Ländern durch iranische Angriffe beschädigt.
Betroffen sind demnach Einrichtungen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Irak, Jordanien, Bahrain und Oman. Experten gehen sogar davon aus, dass die tatsächliche Zahl noch höher liegen könnte.
Iran reagierte mit den Angriffen auf die US-israelischen Militärschläge gegen Ziele im Iran und im Libanon. Während das Pentagon angibt, seit Beginn der „Operation Epic Fury“ mehr als 13.000 Ziele im Iran attackiert zu haben, zeigen die neuen Aufnahmen offenbar auch empfindliche Verluste auf amerikanischer Seite.
Besonders schwer getroffen wurden laut Analyse moderne Luftabwehrsysteme vom Typ THAAD in den Emiraten und Jordanien. Diese Systeme gelten als zentrale Bestandteile der amerikanischen Raketenabwehr und kosten pro Batterie rund eine Milliarde Dollar.
Auch Tank- und Überwachungsflugzeuge auf dem Prince Sultan Airbase in Saudi-Arabien sollen beschädigt worden sein. Auf Satellitenbildern seien zerstörte Hangars und Einschlagskrater sichtbar. Unter den beschädigten Maschinen befindet sich laut Experten möglicherweise sogar ein E-3-Sentry-Aufklärungsflugzeug, dessen Ersatz mehrere hundert Millionen Dollar kosten könnte.
Weitere Schäden wurden auf Militärbasen in Kuwait festgestellt. Dort sollen unter anderem Treibstofflager, Unterkünfte und Kommunikationssysteme zerstört worden sein.
Laut Pentagon belaufen sich die bisherigen Kosten des Konflikts bereits auf rund 29 Milliarden Dollar. Neben beschädigten Anlagen sollen seit Februar mindestens 42 Flugzeuge und Drohnen zerstört oder beschädigt worden sein, darunter F-15- und F-35-Kampfjets sowie MQ-9-Reaper-Drohnen.
Militärexperten sehen darin einen Strategiewechsel des Iran. Während zu Beginn vor allem massive Raketenwellen eingesetzt wurden, konzentriere sich Teheran inzwischen zunehmend auf gezielte Präzisionsangriffe gegen besonders wertvolle militärische Infrastruktur.
Gleichzeitig versuchten die USA offenbar, die öffentliche Analyse der Schäden einzuschränken. Der Satellitenanbieter Planet setzte auf Wunsch Washingtons neue Aufnahmen aus Teilen des Nahen Ostens vorübergehend aus. Begründet wurde dies mit Sicherheitsinteressen von NATO-Partnern und verbündeten Staaten.
Trotz der aktuellen Waffenruhe warnen Experten vor einer erneuten Eskalation. Sollten die Kämpfe wieder aufflammen, könnten weitere US-Stützpunkte im Golfraum verwundbar bleiben – insbesondere, weil große Teile der amerikanischen Luftabwehrbestände bereits stark beansprucht seien.
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