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Insolvenz bei 1860 München KGaA: Ist das wirklich das Ende der Ära Ismaik – oder beginnt der juristische Showdown erst jetzt?

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Mit der Insolvenz der Profifußball-Gesellschaft des TSV 1860 München scheint für viele Anhänger der Löwen ein lang ersehntes Kapitel beendet zu sein. Nach 15 Jahren Zusammenarbeit hat der Verein den Kooperationsvertrag mit dem Investor Hasan Ismaik gekündigt. Auslöser war nach Darstellung des Vereins, dass zugesagte Finanzmittel zur Sicherung der Drittliga-Lizenz nicht mehr bereitgestellt wurden. Die Folge: Der Absturz in die Regionalliga und schließlich die Insolvenz der KGaA.

Viele Fans feiern die Trennung vom Investor bereits als Befreiungsschlag. Doch wer glaubt, dass damit alle Probleme gelöst sind, dürfte die wirtschaftliche und juristische Dimension des Falls unterschätzen.

Fast 90 Millionen Euro stehen auf dem Spiel

Über die Jahre soll Hasan Ismaik rund 90 Millionen Euro in den TSV 1860 München investiert beziehungsweise als Darlehen oder Finanzierungsleistungen zur Verfügung gestellt haben. Ein erheblicher Teil dieser Mittel dürfte mit der Insolvenz wirtschaftlich verloren sein.

Die entscheidende Frage lautet daher: Wird ein Investor, der über Jahre einen zweistelligen Millionenbetrag in einen Traditionsverein investiert hat, diese Summe einfach abschreiben?

Vieles spricht dagegen.

Bereits unmittelbar nach der Kündigung des Kooperationsvertrages kündigte Ismaik an, die Vorgänge umfassend juristisch prüfen zu lassen. In verschiedenen Berichten ist zudem die Rede davon, dass einstweilige Verfügungen oder Schadenersatzforderungen nicht ausgeschlossen werden. Auch Experten halten langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen den Beteiligten für wahrscheinlich.

Der Insolvenzverwalter wird eigene Interessen verfolgen

Mit der Insolvenzeröffnung verschieben sich allerdings auch die Prioritäten.

Ab diesem Zeitpunkt geht es nicht mehr in erster Linie um den Machtkampf zwischen Verein und Investor. Der Insolvenzverwalter ist verpflichtet, die Insolvenzmasse zu sichern und die Interessen sämtlicher Gläubiger zu wahren.

Dazu gehört zwangsläufig auch die Frage, welche Vermögenswerte der KGaA noch zustehen und welche Rechte möglicherweise weiterhin bestehen. Es wäre daher kaum überraschend, wenn der Insolvenzverwalter sämtliche wirtschaftlich verwertbaren Ansprüche konsequent prüfen würde.

Ebenso dürfte die Frage des Spielbetriebs eine zentrale Rolle spielen. Zwar wurde das Regionalliga-Spielrecht nach der Kündigung des Kooperationsvertrages auf den eingetragenen Verein übertragen, dennoch wird der Insolvenzverwalter genau prüfen, welche Rechte und wirtschaftlichen Positionen der Insolvenzmasse noch zustehen.

Vier Millionen Euro aus Dauerkarten?

Im Umfeld des Vereins wird darüber hinaus berichtet, dass sich aus dem Verkauf der Dauerkarten bereits rund vier Millionen Euro auf Konten befinden sollen.

Sollte sich diese Summe bestätigen, wäre dies für den Neustart von erheblicher Bedeutung. Ein solcher Liquiditätsbestand könnte helfen, den Spielbetrieb in der Regionalliga wirtschaftlich deutlich stabiler zu gestalten als zunächst angenommen.

Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl liegt bislang allerdings nicht vor.

Regionalliga muss kein wirtschaftlicher Absturz sein

Sportlich ist der Gang in die Regionalliga zweifellos ein schwerer Rückschlag.

Wirtschaftlich könnte die Situation jedoch differenzierter ausfallen. Der TSV 1860 München verfügt trotz des Abstiegs über eine außergewöhnlich große und treue Anhängerschaft. Hohe Zuschauerzahlen, ein funktionierendes Merchandising und starke Einnahmen aus Dauerkarten könnten dafür sorgen, dass der Verein auch in der vierten Liga solide wirtschaftet.

Gerade deshalb dürfte der Insolvenzverwalter großes Interesse daran haben, den Spielbetrieb geordnet fortzuführen und vorhandene Erlösquellen zu sichern.

Der eigentliche Konflikt beginnt jetzt

Die öffentliche Diskussion konzentriert sich derzeit vor allem auf den sportlichen Neuanfang.

Dabei könnte die eigentliche Auseinandersetzung erst beginnen.

Sollte Hasan Ismaik tatsächlich Investitionen in einer Größenordnung von rund 90 Millionen Euro verlieren, dürfte er sämtliche rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um seine Interessen zu wahren. Gleichzeitig wird der Insolvenzverwalter verpflichtet sein, alle denkbaren Ansprüche zugunsten der Gläubiger zu prüfen.

Damit könnte aus dem jahrelangen Machtkampf zwischen Verein und Investor ein komplexes Insolvenzverfahren mit zahlreichen gesellschaftsrechtlichen und wirtschaftlichen Streitfragen werden.

Die Regionalliga dürfte deshalb nur auf dem Rasen über Auf- und Abstiege entscheiden. Abseits des Spielfeldes wird sich vermutlich vor Gerichten klären, wer am Ende die finanziellen Folgen eines der größten Fußball-Insolvenzfälle der vergangenen Jahre zu tragen hat.

2 Kommentare

  • Der Investor ist bestimmt nicht alleine schuldig. Es sind falsche und unfähige Köpfe an vorderer Front. Was mich wundert man hat nie frühere und erfahrene Spieler mit einbezogen. Andere machen es uns vor. Trotzdem bleibe ich weiterhin Löwen Fan , das ich schon seit 1963 bin. Also weiterhin Kopf hoch und alles Gute.

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