Die Vereinigten Staaten galten jahrzehntelang als Lieblingsreiseziel vieler Kanadier. Doch inzwischen verändert sich die Stimmung spürbar. Immer mehr Menschen aus Kanada verzichten bewusst auf Reisen in die USA – aus politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Gründen.
Besonders die politische Entwicklung unter Donald Trump sorgt bei vielen Kanadiern offenbar für Unbehagen. Aussagen über Kanada als möglichen „51. Bundesstaat“, Diskussionen über Grenzpolitik sowie Berichte über strengere Einwanderungskontrollen und Festnahmen von Reisenden haben bei vielen das Gefühl verstärkt, in den USA nicht mehr wirklich willkommen zu sein.
Der kanadische Anwalt Paul Doroshenko erklärte gegenüber USA TODAY, er habe seit Jahren bewusst auf Reisen in die Vereinigten Staaten verzichtet. Die politische Atmosphäre widerspreche inzwischen seinen persönlichen Werten. Statt Urlaub in Florida zu machen, reist seine Familie nun lieber in die Dominikanische Republik oder nach Europa.
Die Zahlen zeigen deutlich, dass diese Haltung längst kein Einzelfall mehr ist. Laut Statistics Canada sank die Zahl kanadischer Rückkehrer aus den USA im Februar 2026 deutlich im Vergleich zu den Vorjahren. Eine Studie der Universität Toronto spricht sogar von einem Rückgang der Kanada-Reisen in die USA um durchschnittlich 42 Prozent innerhalb eines Jahres.
Viele Kanadier entscheiden sich stattdessen:
- für Reisen innerhalb Kanadas,
- für Europa,
- Mexiko
oder andere internationale Reiseziele.
Dabei spielen nicht nur politische Gründe eine Rolle, sondern auch:
- ein schwächerer kanadischer Dollar,
- steigende Reisekosten
und das persönliche Sicherheitsgefühl.
Die Auswirkungen treffen inzwischen auch die amerikanische Tourismusbranche. Laut Daten der U.S. Travel Association ging der internationale Reiseverkehr in die USA 2025 insgesamt um 5,5 Prozent zurück – hauptsächlich wegen ausbleibender kanadischer Touristen.
Gerade kleinere Unternehmen, Hotels, Restaurants und Tourismusorte entlang der Grenze leiden unter dieser Entwicklung. Denn kanadische Urlauber gelten traditionell als besonders wichtige Gäste für viele Regionen der USA.
Trotzdem gibt es auch viele Kanadier, die weiterhin in die Vereinigten Staaten reisen und bewusst zwischen Politik und den Menschen vor Ort unterscheiden. Einige betonen, dass persönliche Begegnungen wichtiger seien als politische Spannungen. Andere warnen davor, dass Boykotte am Ende vor allem kleine Unternehmen treffen würden – nicht die Politik in Washington.
Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch deutlich:
Das Verhältnis zwischen Kanada und den USA hat sich emotional verändert. Während beide Länder jahrzehntelang als besonders enge Nachbarn galten, sorgen politische Spannungen und gesellschaftliche Debatten inzwischen zunehmend für Distanz – selbst beim Reisen.
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