Startseite Allgemeines Chaos vor ICE-Gefängnis in New Jersey: US-Senator berichtet von Pfefferspray-Einsatz
Allgemeines

Chaos vor ICE-Gefängnis in New Jersey: US-Senator berichtet von Pfefferspray-Einsatz

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
Teilen

Die Lage rund um das umstrittene Abschiebegefängnis Delaney Hall im US-Bundesstaat New Jersey eskaliert weiter. Der demokratische US-Senator Andy Kim erklärte, er sei bei Protesten vor der Einrichtung von Sicherheitskräften mit Pfefferspray getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich während wachsender Proteste gegen die Zustände im Internierungslager der US-Einwanderungsbehörde ICE.

Kim hatte die Einrichtung besucht, um inhaftierte Migranten zu unterstützen, die sich seit mehreren Tagen mit einem Hungerstreik gegen ihre Behandlung wehren. Die Gefangenen beklagen laut Berichten unter anderem:

  • mangelnde medizinische Versorgung,
  • verdorbene Lebensmittel,
  • fehlende Klimaanlagen
    und allgemein unmenschliche Bedingungen.

Nach Angaben des Senators eskalierte die Situation vor dem Gebäude, als bewaffnete Bundesbeamte mit gepanzerten Fahrzeugen Barrikaden errichteten und versuchten, Demonstranten zurückzudrängen. Kim sagte, er habe versucht, zwischen Demonstranten und ICE-Beamten zu vermitteln, um eine Eskalation zu verhindern. Stattdessen seien Menschen zu Boden gebracht worden, während Sicherheitskräfte Pfefferspray und sogenannte „Pepper Balls“ eingesetzt hätten.

„Ich habe versucht, alles zu tun, um Menschen zu schützen“, erklärte Kim später. Noch Stunden nach dem Vorfall hätten seine Augen und sein Hals gebrannt.

Der Senator machte die Politik der Trump-Regierung direkt für die Situation verantwortlich. Er sprach von „Chaos“ und „Gesetzlosigkeit“, die durch die aktuelle Migrationspolitik gefördert würden. Besonders kritisierte Kim die massive Ausweitung der Abschiebehaft in den USA.

Auch die demokratische Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill, hatte zuvor erklärt, ihr sei der Zugang zur Einrichtung verweigert worden. Das werfe „ernste Fragen darüber auf, was dort vor der Öffentlichkeit verborgen werden soll“. Das Heimatschutzministerium wies die Kritik zurück und bezeichnete den Besuch als politischen PR-Auftritt.

Das Abschiebezentrum Delaney Hall wurde erst im Mai 2025 eröffnet und bietet Platz für rund 1.000 Menschen. Es gilt als Teil der deutlich verschärften Abschiebe- und Internierungspolitik der Trump-Regierung.

Besonders brisant:
Laut Andy Kim befinden sich unter den Inhaftierten auch junge Menschen, Kranke und schwangere Frauen. Der Senator schilderte unter anderem den Fall eines 18-jährigen Mädchens, das lediglich zu seiner Familie zurückkehren und die Schule abschließen wolle.

Die Proteste gegen Delaney Hall zeigen erneut, wie stark die amerikanische Gesellschaft beim Thema Migration inzwischen gespalten ist. Während die Regierung auf Härte und Abschreckung setzt, werfen Kritiker den Behörden unmenschliche Zustände und übermäßige Gewalt vor.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Ferrari baut jetzt Elektroautos – oder wie man aus einem Raubtier ein Ladekabel macht

Also ganz ehrlich: Wenn ich elektrisch Ferrari fahren will, dann hole ich...

Allgemeines

BaFin warnt vor gray-summit-group(.)com – Verdacht auf unerlaubte Finanzgeschäfte

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt aktuell vor Angeboten auf der Website...

Allgemeines

Der „WM-Guru“ glaubt an Oranje: Warum die Niederlande Weltmeister werden sollen

Die Niederlande haben noch nie eine Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen – obwohl viele Experten...

Allgemeines

VfB Stuttgart verpflichtet Bilal El Khannouss fest von Leicester City

Der VfB Stuttgart hat den marokkanischen Nationalspieler Bilal El Khannouss dauerhaft verpflichtet....