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Ice Shooting Minneapolis

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Pfeifen, dann Schüsse: Wie die tödliche ICE-Schießerei in Minneapolis eskalierte

Renee Nicole Good verbrachte ihre letzten Momente in ihrem weinroten Honda Pilot. Zwischen den Bäumen einer Wohnstraße im südlichen Minneapolis, Stofftiere ihres Sohnes im Handschuhfach, hatte sie kurz angehalten, um unmarkierten Regierungsfahrzeugen die Durchfahrt zu ermöglichen.

Pfeifensignale durchbrachen die frostige Januarluft – ein Warnsystem, das Aktivist*innen in vielen US-Städten nutzen, um vor Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE zu warnen. Mehrere Minuten lang blockierte Good teilweise die Straße, einige Fahrzeuge umfuhren sie, andere warteten ab.

Plötzlich eskalierte die Lage. Der ICE-Beamte Jonathan Ross, ein Veteran des Irakkriegs, der sechs Monate zuvor bei einer ähnlichen Aktion verletzt worden war, konfrontierte Good. Innerhalb weniger Augenblicke fielen mindestens drei Schüsse.

Good, 37 Jahre alt, Mutter von drei Kindern und amerikanische Staatsbürgerin, hatte kurz zuvor ihren sechsjährigen Sohn zur Schule gebracht. Sie wurde durch die Schüsse tödlich verletzt. Ihre Ehefrau Becca Good war Augenzeugin.

Die Videos der Tat, aufgenommen von Bodycams und Handykameras, verbreiteten sich rasant. Während Regierungsvertreter, darunter Präsident Trump und Heimatschutzministerin Kristi Noem, Good beschuldigten, ihr Auto als Waffe eingesetzt zu haben, reagierten lokale Politiker empört.

Minneapolis‘ Bürgermeister Jacob Frey nannte das Geschehen einen „völlig vermeidbaren Machtmissbrauch“. Gouverneur Tim Walz sprach von einem „traurigen, aber vorhersehbaren Ausgang“.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Straßen entfernt vom Tatort des Mordes an George Floyd – ein erneuter Tiefpunkt in einer Stadt, die immer noch mit den Nachwirkungen von Polizeigewalt ringt.

Becca Good erklärte gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dass sie und ihre Frau nur versucht hätten, ihre Nachbarn zu unterstützen. „Wir hatten Pfeifen. Sie hatten Waffen.“

Nachbarn berichten, dass Nothelfer erst 15 Minuten nach der Schießerei eintrafen. Der Zugang sei durch ICE-Fahrzeuge blockiert gewesen. Renee Good wurde schließlich ohne Trage weggebracht.

Die Ermittlungen dauern an, doch die Rufe nach Aufklärung und Konsequenzen werden lauter. Für viele steht fest: Was als stille Protestaktion begann, endete in einer Tragödie, die erneut Fragen zur Rolle von Bundesbehörden und zum Umgang mit migrantischen Communities aufwirft.

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