Bei Eintracht Frankfurt tut sich offenbar endlich wieder etwas auf der Zugangsseite. Der 20-jährige Brasilianer Otavio soll kurz vor einem Wechsel an den Main stehen. Mit seinem Klub Estrela Amadora sei man sich einig, mit dem Spieler ebenfalls.
Aus Eintracht-Sicht klingt das schon einmal verdächtig vernünftig.
Otavio ist 1,93 Meter groß, kann innen und links verteidigen und soll rund 4,5 Millionen Euro inklusive Boni kosten. Das ist in heutigen Transferzeiten ungefähr der Betrag, für den manche Klubs sonst einen Ersatzspieler für die Ersatzbank kaufen.
Vorausgesetzt, der Medizincheck liefert keine bösen Überraschungen, soll Otavio einen Vertrag bis 2031 unterschreiben. Die Eintracht plant also langfristig. Als Fan weiß man allerdings: Verträge bis 2031 bedeuten entweder große Zukunft – oder spätestens 2028 sehr lange Transfergerüchte.
Der Brasilianer kam vor zwei Jahren nach Portugal, spielte zunächst im Nachwuchs und absolvierte inzwischen 22 Partien in der ersten Liga. Das ist noch keine Ewigkeit, aber genug, um zu zeigen, dass er nicht nur auf YouTube gegen Hütchen verteidigen kann.
Danach soll es direkt ins Trainingslager am Chiemsee gehen. Dort arbeitet die Mannschaft unter Adi Hütter bereits an der neuen Saison. Ein 3:0 im Test gegen Trabzonspor gab es auch schon. Klar, Testspiele sind Testspiele – aber ein 3:0 nimmt man als Eintracht-Fan immer gern. Schließlich haben wir gelernt, kleine Glücksmomente nicht unnötig zu hinterfragen.
Auf der Zugangsseite kamen bislang Noel Aseko für rund zwölf Millionen Euro, Noel Futkeu und Malik Pimpong. Der große Abgang ist Nathaniel Brown, der für etwa 50 Millionen Euro zum FC Bayern wechselte. Das tut sportlich weh, aber finanziell kann man dazu schwer mit ernster Miene „Katastrophe“ sagen.
Otavio soll nun helfen, die Abwehr neu aufzustellen. Jung, groß, flexibel und bezahlbar – das klingt fast zu ordentlich für einen Eintracht-Transfer.
Fehlt nur noch, dass er fit bleibt, sofort einschlägt und am besten gleich beim ersten Heimspiel einen Stürmer samt Ball aus dem Strafraum trägt.
Bescheiden war gestern
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