Beim Filmfestival von Cannes geht es normalerweise um tiefgründige Dramen, gesellschaftliche Konflikte und drei Minuten schweigenden Blick aus dem Fenster bei Regen. Umso größer war die Überraschung, als plötzlich ein südkoreanischer Monster-Blockbuster namens „Hope“ die Leinwand sprengte. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Der Film von Regisseur Na Hong-jin gilt schon jetzt als einer der spektakulärsten Genre-Filme des Jahres. Kritiker sprechen von einem wilden Mix aus:
- „Terminator“,
- „Predator“,
- „Aliens“
- und „Avatar“.
Dazu kommen:
rasende Verfolgungsjagden,
explodierende Polizeiautos,
Monsterterror
und ein Dorf, das aussieht, als hätte dort gleichzeitig die Apokalypse und ein Westernfestival stattgefunden.
Ein Dorf namens Hope – und plötzlich die Hölle
Im Mittelpunkt steht ein abgehalfterter Polizeichef, gespielt von Hwang Jung-min. Kaum betritt er die Bühne, taucht bereits die erste verstümmelte Kuh mit riesigen Krallenspuren auf.
Was zunächst nach einem wilden Tier aussieht, entwickelt sich schnell zu einem völligen Ausnahmezustand:
Irgendetwas Riesiges zieht eine Spur der Verwüstung durch die Gegend.
Und der Film kennt danach praktisch keine Pause mehr.
„Hope“ rast über mehr als zwei Stunden mit Vollgas durch:
- Horror,
- Action,
- Science-Fiction
- und Monsterchaos.
Keine Ruhe, keine Wissenschaftler, nur Chaos
Besonders ungewöhnlich:
Der Film verzichtet lange auf die typischen Hollywood-Momente.
Keine langen Erklärungen.
Keine Wissenschaftler im Labor.
Keine Präsidentenansprache.
Stattdessen:
Schmutz,
Panik,
schreiende Motoren,
Gewehrfeuer
und Menschen, die einfach nur versuchen zu überleben.
Genau das macht den Film offenbar so intensiv.
Wenn CGI schwächelt, retten Stunts den Wahnsinn
Ganz perfekt ist „Hope“ allerdings nicht.
Die Computereffekte wirken laut Kritikern teilweise überraschend schwach. Das Monster sehe stellenweise eher wie eine Videospielfigur aus als wie eine echte Kinokreatur.
Aber:
Die spektakulären Stunts sollen das locker ausgleichen.
Vor allem die wilden Reitszenen und Verfolgungsjagden gelten als absolutes Highlight.
Michael Fassbender taucht plötzlich auf
Zusätzliche Verwirrung stiften offenbar die internationalen Gaststars:
Michael Fassbender und Alicia Vikander haben bizarre Kurzauftritte im Film.
Warum?
Das verrät der Film zunächst offenbar nicht wirklich eindeutig.
Was allerdings perfekt zur allgemeinen Atmosphäre passt:
„Hope“ scheint bewusst ein wenig durchgedreht zu sein.
Zwischen Monsterwahnsinn und Gesellschaftskritik
Trotz aller Explosionen und Monsterangriffe steckt offenbar mehr hinter dem Film.
Die Kritiken loben, dass „Hope“ neben Action und Chaos auch Themen wie:
- Angst,
- Vorurteile,
- menschliche Schwäche
- und gesellschaftliche Spannungen anspricht.
Der Film will also gleichzeitig:
Monsterkino,
Politik,
Horror
und Kultfilm sein.
Und genau diese völlige Überforderung scheint überraschend gut zu funktionieren.
Das Ende fühlt sich nicht wie ein Ende an
Ein Kritikpunkt bleibt allerdings:
Nach rund zweieinhalb Stunden endet der Film abrupt — fast so, als würde noch ein kompletter dritter Akt fehlen.
Viele rechnen deshalb bereits fest mit einer Fortsetzung.
Und ganz ehrlich:
Bei einem Film, in dem irgendwo zwischen „Predator“, Zombie-Apokalypse und Monster-Western plötzlich Michael Fassbender auftaucht, würde das vermutlich niemanden mehr überraschen.
Fazit
„Hope“ ist offenbar kein Film für Menschen, die ruhiges Arthouse-Kino suchen.
Der Film wirkt eher wie:
eine völlig außer Kontrolle geratene Mischung aus Monsterhorror, Actionchaos und Science-Fiction-Wahnsinn.
Genau deshalb dürfte er für viele zum Kultfilm des Jahres werden.
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