Immobilien-Crowdinvesting boomt weiter. Plattformen wie Achstein Invest locken Anleger mit Renditen von bis zu 9,5 Prozent pro Jahr – deutlich mehr als klassische Sparprodukte oder Tagesgeldkonten bieten. Doch hinter den attraktiven Zinsversprechen steckt ein erhebliches Risiko, das viele Privatanleger unterschätzen könnten: der mögliche Totalverlust des eingesetzten Geldes.
Drei Projekte werben mit 9,5 Prozent Rendite
Aktuell werden auf Achstein Invest mehrere Immobilienprojekte angeboten:
„ZUHAUSE IN OLDENBURG“
- Standort: Oldenburg
- Rendite: 9,5 % p.a.
- Laufzeit: ca. 10 Monate
- Mindestanlage: 250 Euro
- Finanzierungsvolumen: 500.000 Euro
„BERGBLICK Residenzen“
- Standort: Benediktbeuern
- Rendite: 9,5 % p.a.
- Laufzeit: ca. 24 Monate
- Mindestanlage: 200 Euro
- Finanzierungsvolumen: 650.000 Euro
„UNIQUARTIER“
- Standort: Wuppertal-Elberfeld
- Rendite: 9,5 % p.a.
- Laufzeit: ca. 22 Monate
- Mindestanlage: 250 Euro
- Finanzierungsvolumen: 850.000 Euro
Die Angebote richten sich gezielt an Privatanleger, die bereits mit kleinen Beträgen in Immobilienprojekte investieren möchten.
Warum hohe Renditen immer auch Warnsignale sein sollten
9,5 Prozent Rendite pro Jahr wirken in Zeiten schwankender Märkte äußerst attraktiv. Doch genau solche hohen Zinsen zeigen auch:
Das Risiko ist deutlich höher als bei klassischen Geldanlagen.
Denn Projektentwickler zahlen solche Zinssätze meist nicht freiwillig aus Großzügigkeit, sondern weil Banken bestimmte Vorhaben möglicherweise nur eingeschränkt finanzieren oder zusätzliche Eigenkapitalquellen benötigt werden.
Nachrangdarlehen: Anleger stehen oft ganz hinten
Viele Crowdinvesting-Projekte basieren auf sogenannten Nachrangdarlehen oder ähnlichen Beteiligungsformen.
Das bedeutet:
Im Fall wirtschaftlicher Probleme oder einer Insolvenz werden zuerst Banken und andere vorrangige Gläubiger bedient. Für Crowd-Anleger bleibt im schlimmsten Fall nichts mehr übrig.
Genau deshalb weisen solche Plattformen regelmäßig auf das Totalverlustrisiko hin.
Immobilienmarkt bleibt angespannt
Hinzu kommt die derzeit schwierige Lage am Immobilienmarkt:
- hohe Baukosten,
- steigende Finanzierungskosten,
- unsichere Nachfrage,
- Verzögerungen bei Genehmigungen,
- wirtschaftliche Risiken.
Selbst Projekte mit guten Konzepten können dadurch unter Druck geraten.
Kleine Einstiegssummen senken nicht das Risiko
Besonders kritisch:
Die niedrigen Mindestbeteiligungen ab 200 oder 250 Euro vermitteln schnell den Eindruck eines einfachen Nebenbei-Investments.
Tatsächlich handelt es sich jedoch um spekulative Kapitalanlagen und nicht um sichere Sparprodukte.
Auch kleine Beträge können vollständig verloren gehen.
Fazit
Crowdinvesting kann interessante Chancen bieten und Immobilienprojekte finanzieren, die sonst schwer realisierbar wären. Anleger sollten sich jedoch nicht allein von hohen Renditeversprechen leiten lassen.
Gerade bei Angeboten mit fast zweistelligen Zinssätzen gilt:
Je höher die Rendite, desto höher meist auch das Risiko.
Wer investiert, sollte deshalb nur Geld einsetzen, dessen Verlust im Ernstfall finanziell verkraftbar wäre.
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