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Goldrausch 2.0: Wenn Firmen existieren… oder auch nicht

ArtTower (CC0), Pixabay
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Die Aulicio Mining Inc. irgendwo im tiefen Dschungel von Guyana schürft angeblich fleißig Gold. Das Problem: Während das Gold vielleicht irgendwo im Boden liegt, scheint das Unternehmen selbst eher ein Meister im Versteckspiel zu sein. Auffindbar? Eher so mittel.

Ganz anders die gute alte GGMTrading GmbH aus Österreich – die gibt’s zumindest wirklich. Laut Firmenbuch macht sie alles, was man sich vorstellen kann: Handel mit allem, Verwaltung von Rechten (inklusive Schürfrechten), Beteiligungen halten… quasi das Schweizer Taschenmesser unter den Geschäftsmodellen.

Geführt wird das Ganze von Frau Katarina Kollarova, die vorher im Gesundheitswesen unterwegs war. Vom Patienten zum Goldbarren – Karriere kann manchmal wirklich überraschende Wege gehen.

Der Visionär hinter dem Ganzen

Als „Founder“ taucht ein gewisser Helmut Kaltenegger auf. Ein Mann mit Erfahrung – nicht unbedingt im Gold, aber dafür in spannenden Geschäftsmodellen.

Stationen seines Schaffens:

  • „Kräutersaft gegen Herzinfarkt“ (man weiß ja nie)
  • Wellness-Lifestyle-Konzepte
  • Firmen, die schneller umbenannt oder gelöscht wurden als man „Goldrabatt“ sagen kann

Die WLM GmbH wurde irgendwann zur Protecforall GmbH – und kurz darauf vom Amtsgericht elegant entsorgt. Vermögenslosigkeit. Passiert.

Auch die AH Futura war ein echtes Highlight: Kaffeemaschinen für knapp 4.000 Euro – finanziert über Kredite, von denen manche Kunden angeblich gar nicht wussten, dass sie sie abgeschlossen haben. Überraschung! Auch diese Firma wurde irgendwann gelöscht. Ebenfalls vermögenslos. Ein wiederkehrendes Motiv.

Zurück zur geheimnisvollen Goldmine

Die Aulicio Mining Inc. soll also der große Goldlieferant sein. Offiziell gibt es sogar ein „Certificate of Incorporation“. Klingt beeindruckend.

Nur:
Internationale Register? Fehlanzeige.
Behörden in Guyana? Können nichts bestätigen.
Antworten auf Anfragen? Funkstille.

Aber hey – vielleicht ist das einfach die neue Art von Transparenz: Man sieht nichts, aber fühlt sich irgendwie informiert.


Der ELDO-Coin: Die Kryptowährung, die es nie gab

Ein weiteres Highlight: der legendäre ELDO-Coin.
Sollte groß rauskommen. Wurde verkauft. War im Gespräch.

Kleiner Haken:
Er wurde nie programmiert.

Man könnte sagen: Die erste Kryptowährung, die komplett ohne Technik auskommt. Revolutionär!

Außenministerium? Auch dabei! (Oder doch nicht?)

Besonders kreativ wird es bei den angeblichen Verbindungen zum österreichischen Außenministerium.

Ein gewisser Herr Scheller wird ins Spiel gebracht – klingt wichtig, ist aber laut offizieller Aussage einfach Beamter in einer Bibliothek. Sein Bezug zu Goldminen? Eher Hobby als Beruf.

Das Außenministerium selbst sagt dazu sinngemäß:
„Nein. Einfach nein.“

Fazit: Viel Glanz, wenig Substanz

Was bleibt, ist ein faszinierendes Gesamtbild:

  • Firmen, die auftauchen und verschwinden
  • Goldminen, die schwer auffindbar sind
  • Coins, die nie existiert haben
  • Partnerschaften, die offiziell niemand kennt

Kurz gesagt:
Ein Geschäftsmodell, das vor allem eines zuverlässig liefert – gute Geschichten.

Und vielleicht ist das ja der wahre Schatz.

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