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Geteilte Nervosität, doppelter Glamour – und ein Laser, den keiner sehen wird

yaj119110 (CC0), Pixabay
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Wien hat wieder das, was Wien am besten kann: große Gefühle, noch größere Bühnen – und Künstlerinnen und Künstler, die gleichzeitig „mega entspannt“ und „komplett nervös“ sind. In der Stadthalle traf am Samstag Vorfreude auf Lampenfieber, was im Eurovision-Kosmos ungefähr so überraschend ist wie Glitzer auf einem Bühnenkostüm.

Den Auftakt machte ein Sänger aus Moldau, der nach seiner Probe eine bahnbrechende Erkenntnis teilte: Wenn alle nervös sind, ist es irgendwie weniger schlimm. Eine philosophische Meisterleistung, die vermutlich bald in Motivationskalendern auftaucht. Immerhin: Die Probe lief gut, alle leben noch, und Backstage war man genauso angespannt wie auf der Bühne – Teamwork makes the dream work.

Aus Kroatien kam derweil die Ankündigung einer „monumentalen Performance“. Was das genau heißt? Wahrscheinlich irgendwas zwischen Windmaschine, dramatischem Blick in die Kamera und mindestens einer unerwarteten Drehung. Monumental ist beim Song Contest schließlich alles – außer die Bescheidenheit.

Schweden setzte auf die bewährte Mischung aus Euphorie und Geheimniskrämerei. Die Sängerin zeigte sich „superglücklich“, liebt einfach alles und jeden – vor allem die Bühne, die Menschen und vermutlich auch den Cateringbereich. Das große Highlight ihres Auftritts: ein Laser. Allerdings so kurz, dass man ihn verpasst, wenn man blinzelt. Ein Effekt, der irgendwo zwischen „künstlerisch wertvoll“ und „war da gerade was?“ angesiedelt ist.

Griechenland versprach ebenfalls Großes. Viele Lichter, viele Emotionen, viele Überraschungen – nur leider keine Details. Das gehört schließlich zur Dramaturgie: Erst geheimnisvoll ankündigen, dann hoffen, dass es am Ende nicht nur Nebel und zwei Pyrofontänen sind.

Die portugiesische Gruppe zeigte sich zufrieden, plant aber noch Feinschliff bei Kamera und Regie – und denkt darüber nach, in der Donau schwimmen zu gehen. Ein mutiger Schritt, der vermutlich mehr Nervenkitzel bietet als so mancher Bühnenauftritt.

Abseits der Bühne gab es das übliche Pflichtprogramm: Sicherheitsbriefing, Imagefilm über Wien und die erste Begegnung mit der sogenannten „Delegation Bubble“ – ein Ort, an dem alle freundlich sind, jeder jeden liebt und Konkurrenz nur theoretisch existiert.

Viel Zeit bleibt den Acts nicht: Zwei Proben, unzählige Interviews, Selfies, Fanmomente und zwischendurch ein schneller Blick aus dem Busfenster auf Wien – mehr Sightseeing ist im eng getakteten Glamour-Zirkus kaum drin.

Fazit des Tages: Alle sind aufgeregt, alle sind glücklich, alle haben „noch kleine Anpassungen“ – und am Ende wird trotzdem jemand gewinnen, obwohl wirklich jede Performance „monumental“ war.

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