Zank über Drogentests in französischen Ministerien
Frankreich verschärft den Kampf gegen Drogen – und hat dabei offenbar eine revolutionäre Idee: Man könnte ja mal bei den eigenen Leuten anfangen.
Premierminister Sébastien Lecornu ordnete überraschend unangekündigte und verpflichtende Drogentests für Regierungsmitarbeiter, hohe Beamte und sicherheitsüberprüftes Personal an. Die Botschaft: Wer anderen ständig mit Kontrolle droht, sollte vielleicht selbst nicht gerade mit glasigen Augen im Ministerbüro sitzen.
Per Speicheltest soll nun geprüft werden, wer in den Ministerien nur übermüdet wirkt – und wer möglicherweise noch etwas kreativer nachhilft. Bei positiven Ergebnissen sollen sogar disziplinarische Konsequenzen geprüft werden. Ein gewagter Schritt, denn wenn die Aktion zu erfolgreich wird, könnte sich der Fachkräftemangel in Paris plötzlich ganz neue Dimensionen erschließen.
Die Regierung begründet die Maßnahme mit ihrer Vorbildfunktion. Schließlich könne der Staat nicht glaubwürdig gegen Drogenhandel vorgehen, wenn er selbst nicht bereit sei, die eigenen Reihen zu kontrollieren. Ein nachvollziehbarer Gedanke – auch wenn manche Ministerialabteilungen jetzt vermutlich nervöser auf den Posteingang schauen als auf die nächste Haushaltsdebatte.
Bereits vor einigen Wochen fand im Regierungssitz Hôtel de Matignon eine überraschende Testaktion statt. Das Ergebnis sorgte für kollektives Aufatmen: Der Premierminister und sein engstes Team waren sauber. Frankreich darf also beruhigt sein – zumindest die Leute, die die Drogentests anordnen, waren beim Anordnen derselben nüchtern.
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