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Gerechtigkeit nach 17 Jahren

AJEL (CC0), Pixabay
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Fast zwei Jahrzehnte lang kämpften drei Brüder um die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter. Nun hat ein Gericht auf Kreta einen Mann wegen des Mordes an der Britin Jean Hanlon schuldig gesprochen. Für ihre Söhne endet damit ein jahrelanger Kampf gegen Rückschläge, Fehleinschätzungen und geschlossene Ermittlungsakten.

Jean Hanlon verschwand im Jahr 2009 auf der griechischen Insel Kreta, wo sie sich nach ihrem Umzug ein neues Leben aufgebaut hatte. Die aus Schottland stammende Frau galt als zuverlässig und lebensfroh. Als sie nicht zu einer vereinbarten Betreuung erschien, wurde sie als vermisst gemeldet. Wenig später fanden die Behörden ihre Leiche.

Zunächst gingen die Ermittler von einem Unfalltod aus. Doch ihre Söhne Robert, David und Michael zweifelten diese Einschätzung von Anfang an an. Sichtbare Verletzungen sowie Hinweise darauf, dass ihre Mutter kurz vor ihrem Verschwinden mit einem Mann gesehen worden war, ließen sie an ein Gewaltverbrechen glauben.

Die Familie gab sich mit den ersten Untersuchungsergebnissen nicht zufrieden und drängte auf eine erneute rechtsmedizinische Begutachtung. Diese brachte schließlich weitere Verletzungen ans Licht, die nach Einschätzung von Experten auf eine körperliche Auseinandersetzung hindeuteten. Damit begann ein langwieriger Kampf um die Wiederaufnahme der Ermittlungen.

In den folgenden Jahren wurde das Verfahren mehrfach eingestellt und erneut aufgenommen. Zwischenzeitlich gerieten auch Unschuldige ins Visier der Ermittlungen. Dennoch hielten die Brüder unbeirrt an ihrem Ziel fest, den Tod ihrer Mutter vollständig aufzuklären.

Den entscheidenden Impuls brachte schließlich ein privater Ermittler, der den Fall mit einem neuen Ansatz untersuchte. Im Mittelpunkt standen unter anderem persönliche Aufzeichnungen von Jean Hanlon sowie frühere Zeugenaussagen. Daraus ergaben sich neue Hinweise auf einen ehemaligen Bekannten, der eine Trennung offenbar nicht akzeptiert hatte.

Vor Gericht schilderten Sachverständige, dass Jean Hanlon vermutlich durch einen Schlag auf den Hinterkopf schwer verletzt worden war und anschließend ins Wasser gelangte. Nach Überzeugung des Gerichts führten die vorgelegten Beweise schließlich zu einer Verurteilung des Angeklagten wegen Mordes. Aufgrund einer psychischen Erkrankung erkannte das Gericht jedoch eine verminderte Schuldfähigkeit an.

Für die Familie war das Urteil ein zutiefst emotionaler Moment. Nach 17 Jahren intensiver Bemühungen sehen die Brüder ihre Mutter endlich rehabilitiert und ihre Überzeugung bestätigt, dass ihr Tod kein tragischer Unfall, sondern ein Verbrechen war.

Ganz abgeschlossen ist der Fall allerdings noch nicht. Nach griechischem Recht bleibt der Verurteilte bis zur Entscheidung über seine Berufung auf freiem Fuß. Die Familie blickt deshalb mit gemischten Gefühlen auf das Urteil. Einerseits überwiegt die Erleichterung über die späte Gerechtigkeit, andererseits bleibt die Sorge, solange das Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen ist.

Für die drei Brüder steht jedoch bereits heute fest, dass sich ihr jahrelanger Einsatz gelohnt hat. Ihr beharrlicher Kampf hat dazu beigetragen, dass der Tod ihrer Mutter nicht ungeklärt blieb – und dass ihre Stimme nach vielen Jahren doch noch Gehör fand.

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