Hochzeiten sind für Gäste längst nicht nur emotional, sondern oft auch kostspielig. Anreise, Unterkunft, festliche Kleidung und schließlich das Geschenk summieren sich schnell zu einem beträchtlichen Betrag. Immer häufiger verzichten Brautpaare deshalb auf klassische Geschenkelisten und bitten stattdessen um einen Beitrag für die Flitterwochen oder ein gemeinsames Projekt.
Prominentes Beispiel ist derzeit das Gerücht um eine mögliche Hochzeitsfeier von Popstar Taylor Swift und NFL-Spieler Travis Kelce. Medienberichten zufolge soll dort ausdrücklich auf Geschenke verzichtet werden. Stattdessen gilt das Motto: Die Anwesenheit der Gäste ist das eigentliche Geschenk.
Im Alltag entscheiden sich jedoch viele Paare für einen Mittelweg. Auf den Einladungen finden sich häufig Hinweise auf sogenannte Honeymoon-Fonds oder Kontoverbindungen, über die Gäste Geld für die Hochzeitsreise oder gemeinsame Anschaffungen überweisen können.
Nach Angaben des britischen Hochzeitsdienstleisters Prezola spendet ein Gast im Durchschnitt rund 116 Pfund. Wie hoch der tatsächliche Betrag ausfällt, hängt jedoch stark von der persönlichen Beziehung zum Brautpaar, den eigenen finanziellen Möglichkeiten und den bereits entstandenen Reisekosten ab.
Während einige Gäste zwischen 250 und 400 Pfund schenken, halten andere 50 Pfund für einen angemessenen Betrag. Besonders bei Hochzeiten im Ausland verzichten manche sogar vollständig auf ein zusätzliches Geldgeschenk, da Anreise und Unterkunft bereits erhebliche Kosten verursachen.
Viele Brautpaare berichten, dass Geldgeschenke heute deutlich praktischer seien als klassische Haushaltsgegenstände. Statt mehrfach Geschirr, Gläser oder Küchengeräte zu erhalten, fließt das Geld häufig direkt in die Finanzierung der Flitterwochen oder größerer gemeinsamer Projekte wie Renovierungen oder Wohnungseinrichtungen.
Dennoch verschwinden traditionelle Geschenke nicht vollständig. Manche Gäste möchten dem Brautpaar lieber etwas Persönliches überreichen und entscheiden sich bewusst gegen eine Geldüberweisung. So landen trotz entsprechender Wünsche weiterhin Champagner, Gutscheine oder dekorative Haushaltsartikel auf dem Geschenketisch.
Auch über die passende Höhe eines Geldgeschenks gehen die Meinungen auseinander. Einige betrachten höhere Beträge als Zeichen besonderer Wertschätzung, während andere betonen, dass die finanzielle Belastung einer Hochzeit für Gäste ohnehin bereits erheblich sei.
Fest steht: Die klassische Geschenkeliste verliert zunehmend an Bedeutung. Geldgeschenke gelten heute in vielen Ländern als selbstverständlich und ermöglichen es Brautpaaren, ihre individuellen Wünsche zu verwirklichen. Wie viel letztlich gegeben wird, bleibt jedoch eine sehr persönliche Entscheidung – und richtet sich weniger nach festen Regeln als nach den eigenen Möglichkeiten und der Beziehung zum Brautpaar.
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