Als Fan des FC Barcelona muss man aktuell wirklich kurz prüfen, ob man träumt oder ob das tatsächlich die echte spanische Nationalmannschaft ist. Denn der neue WM-Kader Spaniens sieht ein bisschen so aus, als hätte jemand in Madrid versehentlich den Fernseher ausgeschaltet und vergessen, sich für die Weltmeisterschaft anzumelden.
Kein einziger Spieler von Real Madrid wurde nominiert.
Null.
Nada.
Niente.
Man könnte auch sagen:
Die „Seleccion“ reist zur WM…
und Real Madrid darf zuhause das Faxgerät bewachen.
Barcelona übernimmt jetzt offiziell Spanien
Während man in Madrid vermutlich gerade hektisch prüft, ob der Nationaltrainer noch alle Tapas auf dem Teller hat, sitzt man in Barcelona entspannt am Strand und zählt einfach die eigenen Nationalspieler durch.
Acht Barça-Profis im Kader.
Acht!
Gefühlt könnte Spanien inzwischen auch einfach im Camp Nou trainieren und direkt in Blau-Rot auflaufen.
Vor allem wenn man sich anschaut, wer den Laden mittlerweile trägt:
- Pedri,
- Gavi,
- Lamine Yamal,
- Dani Olmo,
- Ferran Torres…
Da fragt man sich als Barça-Fan natürlich schon:
Ist das noch die spanische Nationalmannschaft…
oder bereits eine Außenstelle des FC Barcelona?
In Madrid dürfte man Schnappatmung haben
Besonders herrlich ist dabei:
Ausgerechnet die Königlichen, die sich selbst jahrelang als Herz des spanischen Fußballs inszeniert haben, sitzen plötzlich komplett ohne Einladung zuhause.
Und natürlich wird man in Madrid jetzt wieder erzählen:
- „Die Spieler brauchen Pause.“
- „Man konzentriert sich auf den Verein.“
- „Die WM ist ohnehin überbewertet.“
Klar.
Und ich esse Salat wegen des Geschmacks.
Lamine Yamal macht halb Spanien sprachlos
Währenddessen marschiert ein 18-Jähriger durch Europa, als hätte er nie etwas anderes gemacht.
Lamine Yamal wirkt inzwischen so selbstverständlich im Nationalteam, dass man fast vergisst, dass der Junge offiziell noch nicht einmal alt genug ist, um in manchen Ländern problemlos ein Auto zu mieten.
Aber gut:
Wenn man Gegenspieler regelmäßig aussehen lässt wie Touristen auf Rollschuhen, darf man wohl auch mit 18 zur WM fahren.
Real ohne Spieler – historisch und irgendwie wunderschön
Natürlich muss man fair bleiben:
Historisch ist das tatsächlich eine Sensation.
Spanien ohne Real-Madrid-Spieler gab es praktisch noch nie.
Aber aus Barça-Sicht hat das Ganze schon einen gewissen Charme.
Jahrelang hieß es:
„Real Madrid stellt die Besten der Besten.“
Jetzt schaut man auf den Kader…
und findet dort:
- Arsenal,
- Manchester City,
- Chelsea,
- Barça,
- Atlético,
- Bilbao…
aber Real Madrid offenbar nur noch im Navigationssystem der Spielerbusse.
Die Wahrheit tut manchmal weh
Natürlich bedeutet das nicht, dass Real plötzlich schlecht ist.
Aber es zeigt eben:
Der Fußball verschiebt sich.
Und während Barça jahrelang belächelt wurde wegen junger Spieler und Chaos im Verein, stehen jetzt plötzlich genau diese Talente im Mittelpunkt der spanischen Nationalmannschaft.
Ironie des Fußballs:
In Madrid kauft man seit Jahren Galácticos…
und am Ende baut Barcelona trotzdem wieder die spanische Nationalelf.
WM-Ziel? Natürlich der Titel
Als Barça-Fan darf man jetzt natürlich träumen.
Wenn Spanien weit kommt, dann werden:
- Pedri die Fäden ziehen,
- Yamal zaubern,
- Gavi Gegner nerven,
- und halb Europa fragen:
„Wie viele Spieler hat Barcelona eigentlich noch?“
Und irgendwo in Madrid sitzt vermutlich jemand vor dem Fernseher und murmelt:
„Früher war auch mehr Nationalmannschaft.“
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