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Friedensdeal oder Hormus-Abo? Iran räumt den Jackpot ab

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Die gute Nachricht zuerst: Der Krieg im Nahen Osten scheint vorerst beendet zu sein. Die schlechte Nachricht für Washington: Wenn man sich die ersten Reaktionen anschaut, wirkt das neue Abkommen zwischen den USA und dem Iran ungefähr so, als hätte jemand ein Haus verkauft und sich anschließend darüber gefreut, wenigstens den Briefkasten behalten zu dürfen.

Praktisch alle Experten sind sich erstaunlich einig: Der große Gewinner des Deals sitzt in Teheran.

Während US-Präsident Donald Trump die Vereinbarung als historischen Erfolg feiert, reiben sich iranische Politiker vermutlich verwundert die Augen und fragen sich, ob sie das Kleingedruckte vielleicht übersehen haben. Denn nach allem, was bisher bekannt wurde, bekommt der Iran Milliarden, Sanktionserleichterungen, Zugang zu eingefrorenen Vermögen und möglicherweise einen Wiederaufbaufonds in dreistelliger Milliardenhöhe.

Im Gegenzug verpflichtet sich Teheran im Wesentlichen dazu, keine Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen.

Man könnte es auch so formulieren: Der Iran bekommt einen Geldregen dafür, dass er etwas nicht tut.

Strategisch erinnert das ein wenig an einen Nachbarn, der ankündigt, Ihr Auto nicht anzuzünden – sofern Sie ihm vorher einen großzügigen finanziellen Beitrag überweisen.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der Krieg ursprünglich mit deutlich größeren Zielen begonnen hatte. Da war von Regimewechsel die Rede, von maximalem Druck und von einer historischen Neuordnung der Region. Herausgekommen ist nun offenbar eine Vereinbarung, bei der das iranische Regime stabiler dasteht als vor Kriegsbeginn.

Auch die Hisbollah taucht im Abkommen praktisch nicht auf. Das Raketenprogramm des Iran ebenfalls kaum. Die entscheidende Atomfrage wurde in eine weitere Verhandlungsrunde verschoben.

Mit anderen Worten: Die größten Streitpunkte wurden zunächst einmal vertagt.

Dafür hat der Iran eine andere Erkenntnis gewonnen. Wer die Straße von Hormus kontrolliert, besitzt offenbar ein politisches Druckmittel von Weltklasse. Die Führung in Teheran hat erfolgreich demonstriert, dass sie die Weltwirtschaft innerhalb kürzester Zeit nervös machen kann.

Und weil Erfolg bekanntlich Lust auf mehr macht, wird bereits darüber diskutiert, künftig Gebühren für die Durchfahrt durch die Meerenge zu verlangen.

Aus der Straße von Hormus könnte also bald eine Art Mautstation für die globale Energieversorgung werden.

Trump wiederum reagiert auf die Kritik wie gewohnt. Gegner des Deals seien neidisch, unehrlich oder dumm. Außerdem seien die Börsen gestiegen und die Ölpreise gefallen.

Was er dabei nicht erwähnt: Die Börsen und die Ölpreise waren zuvor vor allem wegen des Krieges nervös geworden.

Am Ende bleibt deshalb ein etwas kurioser Eindruck zurück. Der Krieg wurde begonnen, um den Iran zu schwächen. Nun endet er mit Milliardenhilfen, Sanktionslockerungen und einer gestärkten Verhandlungsposition für Teheran.

Oder anders gesagt: Wenn das ein Sieg für Washington sein soll, möchte man lieber nicht sehen, wie eine Niederlage aussieht.

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