Freistaat Hamburg ein Bananenfreistaat oder alles Banane im Freistaat Hamburg?

Bisher habe ich die Hamburger Justiz, vor allem das Landgericht Hamburg, immer geschätzt für seine gute und ausgewogene Gerichtsbarkeit. Mit dieser hatte ich in den letzten Jahren so manches prozessuale Thema auszufechten. Was übrig blieb, war immer ein faires und ausgewogenes Urteil. Nun besteht die Hamburger Justiz ja nicht nur aus dem Landgericht Hamburg, sondern auch aus der Hamburger Staatsanwaltschaft, und man möge mir das verzeihen, aber diese Behörde innerhalb der Justiz macht nicht den Eindruck, als wenn ihr an der Aufklärung einer der größten Kapitalanlagebetrugsgeschichten überhaupt gelegen sei. Wir reden hier über einen Betrugsfall von fast 80 Millionen Euro, und so richtig bekommt keiner bei der Staatsanwaltschaft in Hamburg in dieser Sache wohl seinen Arsch hoch.

Was dort passiert, ist ein Trauerspiel und sehr demotivierend für uns, so ein Sachbearbeiter des LKA Hamburg in einem vertraulichen Gespräch mit uns vor einigen Monaten. Heute, diese Information hat man uns in den letzten Tagen zugespielt, soll es nur noch einen Sachbearbeiter beim LKA Hamburg geben, der sich um die Ermittlungen in dem Vorgang Lombardium kümmert. Unglaublich, denn die vermeintlichen Verantwortlichen für den Skandal sind ja nun einmal bekannt. Es wäre für die Staatsanwaltschaft ein Einfaches, die verantwortlichen Personen in Haft zu nehmen, damit man diesen die Möglichkeit nimmt, Spuren ihrer Tat zu verwischen.

Nun hat auch noch der verantwortliche Staatsanwalt für diese Ermittlungen seinen Hut genommen, aber wohl verbunden mit einer beruflichen Beförderung. Wie man so einen Staatsanwalt dann noch befördern kann, das wird wohl auf immer das Geheimnis der beteiligten Personen und Behörden bleiben. Bis zum heutigen Tage steht nicht einmal ein/e Nachfolger/in für den ehemaligen ermittelnden Staatsanwalt fest. Für alles was die Hamburger Staatsanwaltschaft in diesem Vorgang anbetrifft, könnte man einen „Wackeldackel“ vor die Amtszimmer der Staatsanwaltschaft in Hamburg stellen. Von Außen hat man mittlerweile wirklich den Eindruck, sehr geehrte Damen und Herren der Staatsanwaltschaft Hamburg, dass hier bewusst schlampig gearbeitet wird, denn anders ist der Vorgang Lombardium nicht mehr erklärbar.

Man fragt sich natürlich auch, warum dem so ist. Hat die Hamburger Politik und Justiz hier etwas zu verbergen? Hat die Hamburger Politik und Justiz am Ende auch von den Anlegergeldern ihren Nutzen gehabt? Fast ist man geneigt, das zu vermuten, denn in den letzten Jahren gab es ja jährlich den Lombardium Cup und auf diesem Tennisturnier in Hamburg hat sich dann wohl auch alles, was Rang und Namen hatte in der Politik und Justiz ein Stelldichein gegeben. Hat man Angst, dass das herauskommt? Würden sich diese Vermutungen bestätigen, dann hätten genau die Personen der Hamburger Justiz und Politik, die als Gäste teilgenommen haben an dieser Veranstaltung, einen persönlichen Vorteil gehabt, bezahlt von Anlegergeldern.

Meine Damen und Herren von der Justiz und der Hamburger Politik, hier wurden 80 Millionen Euro geklaut von einer kriminellen Bande, und Sie reagieren nicht mit Inhaftierungen?

Wenn in einem Hamburger Discounter eine Verkäuferin einen Kassenbon unterschlagen hätte, dann hätten Sie bestimmt bereits einen Haftbefehl ausgestellt, oder?

So kann und darf es in diesem Verfahren nicht weitergehen. Möglicherweise sollte man das Verfahren von Hamburg wegnehmen, um überhaupt eine Chance einer ehrlichen Aufarbeitung des Vorganges zu gewährleisten. In Hamburg ist das jedenfalls nach Ansicht der betroffenen Anleger wohl nicht möglich.

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