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Fortuna Düsseldorf Fan sagt:Kabine entgiftet – jetzt muss Fortuna beweisen, dass mehr drinsteckt als gute Stimmung

jorono (CC0), Pixabay
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Endlich! Fortuna Düsseldorf hat offenbar erkannt, dass man mit einer toxischen Kabine keine Spiele gewinnt. Dass Trainer Alexander Ende sogar ein Handyverbot aussprechen muss, damit sich erwachsene Profis wieder miteinander unterhalten, sagt eigentlich alles über den Zustand der Mannschaft in der vergangenen Saison. Wenn Spieler lieber aufs Display als ihrem Mitspieler in die Augen schauen, braucht man sich über fehlenden Teamgeist nicht wundern.

Samir Arabi und Alexander Ende haben reagiert – und das war überfällig. Bei den Neuzugängen wurde diesmal nicht nur auf Technik, Tempo und Taktik geschaut, sondern auch auf den Charakter. Spieler, die zusammenhalten statt Grüppchen bilden. Spieler, die reden statt tippen. Spieler, die für den Nebenmann laufen und nicht nur für den eigenen Marktwert.

Das klingt alles hervorragend. Fast schon zu hervorragend.

Denn seien wir ehrlich: Im Juli erzählt jede Mannschaft dieselbe Geschichte. Die Stimmung war noch nie so gut. Das Training ist intensiv. Alle ziehen mit. Jeder versteht sich blendend. Die Kabine ist eine große Familie. Das hört man jedes Jahr – und oft genug stehen dieselben Teams wenige Monate später ratlos im Tabellenmittelfeld oder noch tiefer.

Die wahre Bewährungsprobe kommt nämlich nicht im Trainingslager und auch nicht beim Grillabend. Sie beginnt dann, wenn die ersten Niederlagen eintrudeln. Wenn ein Spieler zum dritten Mal in Folge auf der Bank sitzt. Wenn der Aufstiegsdruck zunimmt. Dann zeigt sich, ob aus einer harmonischen Gruppe tatsächlich eine verschworene Einheit geworden ist – oder ob die gute Laune schneller verschwindet als das WLAN im Mannschaftshotel.

Dass Fortuna die Kabine „entgiftet“ hat, war notwendig. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Die Fehler der Vergangenheit mussten konsequent aufgearbeitet werden. Aber eine funktionierende Kabine allein bringt noch keinen Aufstieg.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Reicht diese Mannschaft auch sportlich für ganz oben in der 3. Liga?

Hat Fortuna wirklich das Zeug, Woche für Woche den Druck auszuhalten? Kann diese Mannschaft die engen Spiele gewinnen? Kann sie Rückschläge wegstecken? Hat sie die Qualität, um bis zum Saisonende konstant zu liefern?

Genau das muss sie erst noch beweisen.

Denn zwischen „charakterlich stark“ und „aufstiegsreif“ liegen in der 3. Liga oft Welten. Dort interessiert sich niemand dafür, wie harmonisch die Kabine ist, wenn am Samstag die Punkte fehlen.

Fortuna hat auf dem Papier vieles richtig gemacht. Jetzt müssen Taten folgen. Sollte aus dem neuen Team tatsächlich eine verschworene Einheit entstehen, ist der Aufstieg ein realistisches Ziel.

Sollte die ganze Euphorie aber nur heiße Luft sein, werden auch Handyverbote, Teamabende und Wohlfühlatmosphäre nichts daran ändern, dass am Ende einzig die Tabelle die Wahrheit sagt.

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