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Fed wächst die Sorge vor Folgen des Iran-Kriegs für die Inflation

rosanna17 (CC0), Pixabay
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Mit der Dauer des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran wächst innerhalb der US-Notenbank offenbar die Nervosität über die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Mehrere führende Vertreter der Federal Reserve warnen inzwischen offen davor, dass der Krieg die Inflation in den USA erneut anheizen und sogar weitere Zinserhöhungen notwendig machen könnte.

Noch Mitte März hatte Fed-Chef Jerome Powell die Auswirkungen des Konflikts heruntergespielt. Preissteigerungen dürften sich vermutlich auf den Energiesektor beschränken und nur vorübergehend sein, erklärte er damals. Die Hoffnung auf zumindest eine Zinssenkung im laufenden Jahr blieb bestehen.

Inzwischen hat sich die Lage jedoch deutlich verändert. Der Krieg dauert mittlerweile bereits zehn Wochen an, Lieferketten geraten erneut unter Druck und die Sorgen vor dauerhaft steigenden Preisen nehmen zu.

Bei der jüngsten Zinssitzung Ende April zeigten sich die Spannungen innerhalb der US-Notenbank ungewöhnlich offen. Gleich drei regionale Fed-Präsidenten widersprachen der offiziellen Linie der Notenbank. Beth Hammack aus Cleveland, Lorie Logan aus Dallas und Neel Kashkari aus Minneapolis kritisierten, die Fed unterschätze zunehmend das Risiko weiterer Inflationsschübe und spreche zu einseitig über mögliche Zinssenkungen.

Nach Einschätzung von Beobachtern dürfte die Skepsis innerhalb des geldpolitischen Ausschusses deutlich größer sein als bislang öffentlich sichtbar. „Die Opposition gegen weitere Lockerungen geht vermutlich weit über diese drei Stimmen hinaus“, sagte der Ökonom Derek Tang von Monetary Policy Analytics.

Besonders problematisch sind aus Sicht der Währungshüter inzwischen die zunehmenden Belastungen der globalen Lieferketten. Nicht nur Ölpreise steigen infolge des Konflikts. Auch wichtige Rohstoffe wie Dünger, Helium und Aluminium verteuern sich spürbar. Unternehmen versuchen laut aktuellen Umfragen bereits, ihre Lieferketten umzubauen, Lagerbestände auszubauen und alternative Zulieferer zu finden.

Der Druck zeigt sich auch in wichtigen Frühindikatoren. Der Global Supply Chain Pressure Index der New Yorker Fed sprang im April auf den höchsten Stand seit 2022. New-York-Fed-Präsident John Williams sprach von Störungen, die Erinnerungen an die Lieferengpässe nach der Corona-Pandemie weckten.

Gleichzeitig rückt die Sorge vor dauerhaft steigenden Inflationserwartungen in den Mittelpunkt. Für die Notenbank gilt dies als besonders sensibles Warnsignal. Wenn Verbraucher und Unternehmen dauerhaft mit höheren Preisen rechnen, könnten sich Preissteigerungen selbst verstärken.

Noch betonen mehrere Fed-Vertreter, die langfristigen Inflationserwartungen seien bislang stabil geblieben. Allerdings erreichte ein wichtiger marktbasierter Indikator am Dienstag den höchsten Stand seit drei Jahren.

Fed-Vizechef Philip Jefferson hatte bereits kurz nach Beginn des Iran-Kriegs gewarnt, je länger die Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel bleibe, desto größer werde das Risiko, dass sich die höheren Preise dauerhaft in den Erwartungen der Menschen festsetzen. Genau dieses Szenario bereitet der US-Notenbank inzwischen zunehmend Sorgen.

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