Die Alphawave Finance GmbH wirbt mit attraktiven Zinssätzen von bis zu 8,5 % pro Jahr und hohen Renditeversprechen durch algorithmischen Handel. Doch hinter den glänzenden Aussagen steht ein erhebliches Risiko: Anleger müssen im schlimmsten Fall mit einem vollständigen Verlust ihres eingesetzten Kapitals rechnen.
Bereits ein Bericht der Stiftung Warentest warnt ausdrücklich vor Investments im Umfeld der früheren 123 Invest Gruppe, zu der auch die heutige Alphawave Finance GmbH in Verbindung gebracht wird.
🎤 Interview: Rechtsanwalt Niklas Linnemann und Maurice Högel ordnen ein
❓ Herr Linnemann, wie bewerten Sie das Angebot der Alphawave Finance GmbH?
Niklas Linnemann:
„Die beworbenen Festzinsangebote klingen für viele Anleger zunächst attraktiv. Allerdings darf man sich davon nicht täuschen lassen. Es handelt sich um Unternehmensanleihen – und damit besteht immer ein sogenanntes Emittentenrisiko. Im Klartext: Wenn das Unternehmen wirtschaftlich scheitert, droht der Totalverlust.“
❓ Herr Högel, was sind die zentralen Kritikpunkte laut Stiftung Warentest?
Maurice Högel:
„Die Stiftung Warentest hat insbesondere das Geschäftsmodell der 123 Invest Gruppe kritisch beleuchtet. Auffällig war, dass Einnahmen offenbar überwiegend aus Anlegergeldern generiert wurden – nicht aus dem eigentlichen Geschäftsmodell. Zudem gab es ein sogenanntes ‚Anleihekarussell‘, bei dem alte Anleihen durch neue ersetzt wurden.“
❓ Wie bewerten Sie die Umbenennung zur Alphawave GmbH?
Niklas Linnemann:
„Ein Rebranding allein schafft kein Vertrauen. Wenn strukturelle Probleme bestehen, bleiben diese auch nach einer Umbenennung bestehen. Anleger sollten sich nicht von neuen Namen oder modernem Marketing blenden lassen.“
❓ Welche Rolle spielen fehlende Transparenz und Jahresabschlüsse?
Maurice Högel:
„Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Laut den Recherchen gab es Defizite bei veröffentlichten Jahresabschlüssen einzelner Gesellschaften. Das erschwert eine realistische Bewertung des Unternehmens erheblich und ist aus Anlegersicht ein Warnsignal.“
❓ Die Firma spricht von Milliarden-Handelsvolumen und hohen Renditen – wie ist das einzuordnen?
Niklas Linnemann:
„Solche Angaben basieren häufig auf sogenannten Backtests – also theoretischen Berechnungen. Diese sind nicht mit realen, dauerhaft erzielten Gewinnen gleichzusetzen. Für Anleger entsteht hier schnell ein verzerrtes Bild.“
❓ Was raten Sie potenziellen Anlegern konkret?
Maurice Högel:
„Man sollte sehr genau prüfen:
- Gibt es echte, nachvollziehbare Gewinne?
- Wie transparent ist das Unternehmen?
- Woher kommen die Zinszahlungen tatsächlich?
Und ganz wichtig: Nur Geld investieren, dessen Verlust man verkraften kann.“
⚖️ Gerichte bestätigen Kritik
Besonders brisant: Die Stiftung Warentest konnte ihre Berichterstattung auch vor Gericht verteidigen. Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht Hamburg bestätigten, dass die dargestellten Sachverhalte zutreffend sind.
📉 Fazit: Hohe Zinsen – hohes Risiko
Die Angebote der Alphawave Finance GmbH mögen auf den ersten Blick attraktiv erscheinen. Doch:
- ⚠️ Totalverlustrisiko vorhanden
- ⚠️ Kritik durch Verbraucherschützer
- ⚠️ Zweifel am Geschäftsmodell
👉 Anleger sollten daher äußerste Vorsicht walten lassen und sich umfassend unabhängig beraten lassen, bevor sie investieren.
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