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Familienstreit im Weißen Haus: Trump brüllt, Hegseth salutiert – und Polen schaut irritiert zu

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Washington erlebt derzeit wieder einmal die beliebte Reality-Show „America First – aber wer entscheidet eigentlich?“. Hauptdarsteller diesmal: Donald Trump und sein Kriegsminister Pete Hegseth. Der eine stoppt 4000 Soldaten auf dem Weg nach Polen, der andere schickt kurz darauf einfach 5000 neue hinterher. Militärstrategie nach dem Motto: Vorwärts, rückwärts, seitwärts – Hauptsache Bewegung.

Besonders peinlich: Offenbar wusste Trump zunächst gar nichts vom Truppenstopp. Laut „Wall Street Journal“ soll der Präsident Hegseth telefonisch zur Rede gestellt haben. Übersetzt aus dem Trump-Kosmos bedeutet das vermutlich: sehr viele Großbuchstaben und wenig Atempausen.

Trump habe wissen wollen, warum Polen plötzlich behandelt werde wie ein ungeladener Hochzeitsgast. Schließlich versteht er sich prächtig mit Polens Präsident Karol Nawrocki – und persönliche Freundschaften sind in der Außenpolitik dieser Regierung ungefähr so wichtig wie Geheimdienste oder Kartenmaterial.

In Warschau reagierte man entsprechend begeistert auf das Chaos. Von „chaotischer Kommunikation“ und „Missverständnissen im Pentagon“ war die Rede. Ehemalige Generäle fragten sich öffentlich, ob im Weißen Haus völlige Inkompetenz herrsche oder schlicht niemand miteinander spreche. Manche vermuten inzwischen: beides.

Hegseth steht damit einmal mehr unter Druck. Der frühere TV-Moderator und Nationalgardist war schon zuvor durch markige Kulturkampf-Sprüche aufgefallen. Seine Kommentare über Frauen im Kampfeinsatz hatten ihm den Ruf eingebracht, ungefähr so modern zu sein wie ein Faxgerät im Schützengraben.

Nun gerät auch seine Autorität im Pentagon ins Wanken. Republikaner beschweren sich über diplomatische Blamagen, Demokraten fordern ohnehin seinen Rücktritt, und Trump demonstriert öffentlich, wer in der Familie wirklich das Sagen hat.

Das Weiße Haus versucht zwar tapfer, Einigkeit zu simulieren. Trump und Hegseth seien „im Gleichschritt“, heißt es offiziell. Beobachter fragen allerdings, ob damit militärischer Gleichschritt gemeint ist – oder eher zwei Männer, die gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen laufen.

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