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Drohnenangriff auf ägyptischen LNG-Hafen: Zwei Gastanker geraten in Brand

alexman89 (CC0), Pixabay
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Ein Drohnenangriff auf den ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta hat nach Angaben der ägyptischen Regierung Brände auf zwei Schiffen ausgelöst. Betroffen waren ein schwimmendes Terminalschiff zur Aufnahme und Regasifizierung von Flüssigerdgas sowie ein LNG-Tanker.

Damietta gehört zu den wichtigen Standorten der ägyptischen Gasinfrastruktur. Der Zwischenfall erhält deshalb auch vor dem Hintergrund der militärischen Spannungen im Nahen Osten besondere Bedeutung.

Nach Angaben der ägyptischen Behörden wurden bei dem Angriff keine Menschen verletzt. Die Brände konnten gelöscht werden.

Wer hinter der Attacke steckt, ist bislang ungeklärt.

Drohne soll Energos Winter getroffen haben

Nach den vorliegenden Informationen traf die Drohne zunächst die Energos Winter.

Bei dem unter US-amerikanischer Eigentümerschaft stehenden Schiff handelt es sich um eine sogenannte Floating Storage and Regasification Unit, kurz FSRU.

Solche Spezialschiffe können Flüssigerdgas aufnehmen, speichern und wieder in gasförmigen Zustand umwandeln, damit es in das Gasnetz eingespeist werden kann. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung und LNG-Infrastruktur.

Der Treffer soll auf der Energos Winter ein Feuer ausgelöst haben.

Anschließend griff der Brand offenbar auf den in griechischem Besitz befindlichen LNG-Tanker GasLog Salem über.

Schwarzer Rauch über dem Hafen

In sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigten die Dimension des Zwischenfalls.

Über dem Hafen waren große schwarze Rauchwolken zu sehen. Schlepper versuchten, die Brände auf den Schiffen mit starken Wasserstrahlen unter Kontrolle zu bringen.

Nach Angaben der ägyptischen Behörden gelang es schließlich, beide Feuer zu löschen.

Todesopfer oder Verletzte wurden nicht gemeldet.

Die Energos Winter und die GasLog Salem verließen nach dem Zwischenfall den Hafen und bewegten sich vor die Küste. Darauf deuteten öffentlich verfügbare Schiffspositionsdaten hin.

Hafen soll weiterhin voll funktionsfähig sein

Trotz des Angriffs erklärte Ägypten, dass der Hafenbetrieb am Donnerstag mit voller Kapazität fortgesetzt werde.

Das ist wirtschaftlich von Bedeutung, denn Damietta spielt eine wichtige Rolle für Ägyptens Energieinfrastruktur und den Umschlag von Flüssigerdgas.

Ein längerer Ausfall oder erhebliche Schäden an der LNG-Infrastruktur könnten Auswirkungen auf Energieversorgung und Handel haben.

Nach den bisherigen Angaben scheint ein solches Szenario zunächst vermieden worden zu sein.

Ägyptische Regierung bestätigt Drohnenangriff

Die ägyptische Regierung bestätigte ausdrücklich, dass der Brand durch einen Drohnenangriff ausgelöst worden sei.

Gleichzeitig erklärte sie, dass sich bislang niemand zu dem Angriff bekannt habe.

Die zuständigen Stellen untersuchten den Vorfall weiter und würden Maßnahmen zum Schutz der nationalen Interessen und der Sicherheit Ägyptens ergreifen.

Eine entscheidende Frage bleibt damit bislang unbeantwortet:

Wer hat die Drohne gestartet?

Auch der Startort ist nach den bislang veröffentlichten Informationen nicht bekannt.

Trump deutet Iran oder verbündete Gruppen als mögliche Verantwortliche an

US-Präsident Donald Trump erklärte, über den Zwischenfall in Damietta informiert worden zu sein.

Seine Äußerungen wurden als Hinweis darauf verstanden, dass Washington den Iran oder mit Teheran verbündete Gruppen als mögliche Verantwortliche betrachtet.

Einen öffentlich präsentierten Beleg für eine iranische Verantwortung gab es in den vorliegenden Angaben jedoch nicht.

Deshalb gilt: Solange die Untersuchung nicht abgeschlossen ist, lässt sich der Angriff keiner bestimmten Partei belastbar zuschreiben.

Angriff fällt in eine Phase massiver regionaler Eskalation

Der Zwischenfall in Ägypten ereignet sich in einer hoch angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten.

Iranische Kräfte und mit Teheran verbündete bewaffnete Gruppen wurden in der Vergangenheit für Angriffe auf Schiffe im Golf und im Roten Meer sowie auf Energieanlagen in arabischen Staaten verantwortlich gemacht.

Solche Angriffe können weit über die unmittelbar betroffenen Länder hinaus Folgen haben. Tanker und LNG-Schiffe sind Teil globaler Lieferketten. Bereits die Gefahr weiterer Attacken kann Transportkosten, Versicherungsprämien und letztlich Energiepreise beeinflussen.

Ägypten ist mit den Vereinigten Staaten eng verbunden, war nach den vorliegenden Angaben bislang jedoch nicht direkt vom Iran angegriffen worden.

Sollte sich herausstellen, dass der Angriff von iranischen Kräften oder einer verbündeten Gruppe ausging, könnte dies daher eine neue Dimension der regionalen Auseinandersetzung darstellen.

Bislang gibt es dafür jedoch keine bestätigte Verantwortungszuweisung.

US-amerikanische und saudische Angriffe im Irak

Nur wenige Stunden vor dem Vorfall in Damietta hatten die USA und Saudi-Arabien gemeinsame Luftangriffe auf vom Iran unterstützte bewaffnete Gruppen im Irak durchgeführt.

Washington und Riad begründeten die Angriffe damit, dass saudische Ölanlagen innerhalb weniger Tage rund 30-mal mit Drohnen attackiert worden seien.

Nach Darstellung der USA und Saudi-Arabiens seien diese Angriffe auf Anweisung der iranischen Revolutionsgarden erfolgt.

Die irakischen Popular Mobilisation Forces (PMF) erklärten, bei den Luftangriffen seien mindestens 20 ihrer Mitglieder getötet worden.

Die PMF bezeichneten das Vorgehen als schwere Eskalation.

Auch das iranische Außenministerium verurteilte die Angriffe und warnte vor gefährlichen Folgen.

Weitere US-Angriffe auf den Iran

Die Lage verschärfte sich am Mittwochabend weiter.

Die Vereinigten Staaten führten nach eigenen Angaben eine umfangreiche Angriffswelle gegen Ziele im Iran durch.

Washington erklärte, damit auf einen versuchten überraschenden Raketenangriff auf amerikanische Militäreinrichtungen in Jordanien reagiert zu haben.

Der Drohnenangriff in Damietta muss damit in einem Umfeld betrachtet werden, in dem militärische Angriffe und Gegenangriffe zunehmend auch Energieanlagen und wichtige Transportwege betreffen.

LNG-Infrastruktur wird zum Sicherheitsrisiko

Besonders brisant ist der Angriff wegen der Rolle von Flüssigerdgas für die Energieversorgung.

LNG-Terminals, Tanker, Pipelines und schwimmende Regasifizierungsanlagen sind strategisch wichtige Infrastruktur.

Ein erfolgreicher Angriff kann nicht nur erhebliche Sachschäden verursachen, sondern Lieferketten unterbrechen und internationale Energiemärkte beeinflussen.

Hinzu kommt das Sicherheitsrisiko eines Feuers auf einem LNG-Schiff beziehungsweise in unmittelbarer Nähe entsprechender Anlagen.

Dass die Brände in Damietta gelöscht werden konnten und nach ägyptischen Angaben keine Menschen verletzt wurden, dürfte daher als wichtiger Erfolg der Einsatzkräfte gelten.

Wer steckt hinter dem Angriff?

Genau diese Frage dürfte nun im Zentrum der Ermittlungen stehen.

Ägyptische Behörden müssen unter anderem klären, welcher Drohnentyp eingesetzt wurde, aus welcher Richtung die Drohne kam und ob sich daraus Hinweise auf den Startort oder mögliche Verantwortliche ergeben.

Politisch dürfte Kairo gleichzeitig versuchen, eine weitere Eskalation zu verhindern.

Denn sollte sich der Angriff tatsächlich gegen die ägyptische Energieinfrastruktur gerichtet haben, wäre das mehr als ein Zwischenfall auf zwei Schiffen.

Es wäre ein Angriff auf einen strategisch wichtigen Teil der Energieversorgung eines Landes, das bislang versucht hat, nicht selbst zum direkten Schauplatz der militärischen Auseinandersetzung zu werden.

Fest steht bislang: Eine Drohne traf nach Angaben der ägyptischen Regierung den LNG-Standort Damietta. Zwei Schiffe gerieten in Brand, die Feuer wurden gelöscht und Verletzte wurden nicht gemeldet. Wer den Angriff ausgeführt hat, ist weiterhin ungeklärt.

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