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Fall Etan Patz: Neuauflage des Prozesses gegen Pedro Hernandez angekündigt

2541163 (CC0), Pixabay
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Die Staatsanwaltschaft in Manhattan hat am 25. November 2025 angekündigt, Pedro Hernandez erneut wegen der Entführung und Ermordung des sechsjährigen Etan Patz anzuklagen. Zuvor war Hernandez‘ Verurteilung im Sommer aufgehoben worden.

Etan verschwand am 25. Mai 1979 auf dem Weg zur Schule im New Yorker Stadtteil SoHo – es war das erste Mal, dass er alleine unterwegs war. Der Fall erschütterte ganz Amerika und löste eine landesweite Bewegung zum Schutz vermisster Kinder aus. Etan war einer der ersten vermissten Kinder, dessen Foto auf Milchkartons abgedruckt wurde.

Prozess wird neu aufgerollt

Pedro Hernandez, heute 64, wurde 2017 zu mindestens 25 Jahren Haft verurteilt. Doch ein Berufungsgericht hob das Urteil im Juli auf, weil ein verfahrensfehlerhaft behandelter Jury-Hinweis den Prozess beeinflusst habe.

Die Staatsanwaltschaft kündigte nun in einem Schreiben an das Gericht an, dass sie genügend belastbares Beweismaterial habe, um Hernandez erneut anzuklagen. Ein neuer Prozess muss spätestens am 1. Juni 2026 beginnen – andernfalls wäre Hernandez freizulassen. Er befindet sich derzeit weiterhin in Gewahrsam.

Verteidigung betont Unschuld

Hernandez’ Anwälte, Harvey Fishbein und Alice Fontier, betonten, sie seien weiterhin überzeugt, dass ihr Mandant unschuldig sei. Sie kündigten an, beim neuen Verfahren eine noch stärkere Verteidigung präsentieren zu wollen.

Ein Fall, der Amerika veränderte

Etans Verschwinden war jahrzehntelang ungelöst. Erst 2012 wurde Hernandez – ein damaliger Ladenangestellter in der Nähe des Schulwegs – als Verdächtiger identifiziert. Ein Verwandter hatte berichtet, Hernandez habe in einer Gebetsgruppe gestanden, ein Kind getötet zu haben.

In seiner späteren Aussage gestand Hernandez, den Jungen in seinen Keller gelockt, gewürgt und in einem Karton entsorgt zu haben. Die Verteidigung erklärte das Geständnis jedoch als Folge psychischer Erkrankung und damit als nicht glaubwürdig.

Der erste Prozess endete 2015 in einem fehlgeschlagenen Jury-Urteil. Im zweiten Verfahren 2017 wurde Hernandez verurteilt. Dennoch bleiben Zweifel bestehen, zumal Etans Leiche nie gefunden wurde.

Ein Kinderschicksal mit Folgen

Der Fall Etan Patz prägte das gesellschaftliche Bewusstsein für vermisste Kinder nachhaltig. Er führte zur Einrichtung des Nationalen Tages der vermissten Kinder (25. Mai) und zur Gründung einer bundesweiten Hotline für Kindersuchmeldungen. Auch das FBI zählt den Fall zu den wichtigsten in der Geschichte des Kinderschutzes.

 

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