Österreich kommt diese Woche vergleichsweise glimpflich davon. Während große Teile Europas bei Temperaturen jenseits der 40 Grad langsam in den Aggregatzustand „geschmolzen“ übergehen, darf man sich hierzulande mit kräftigen Gewittern beschäftigen.
Anders gesagt: Die einen werden gebraten, die anderen abgespritzt.
Spanien testet die vierte Jahreszeit „Glut“
Spanien erlebt bereits die dritte Hitzewelle des Sommers. Bis zu 44 Grad werden im Osten und Süden erwartet. Für zahlreiche Regionen gelten Warnungen wegen extremer Hitze, schwerer Gewitter oder beidem gleichzeitig.
Das Wetter bietet damit ein Komplettpaket: erst austrocknen, dann Hagel.
Durch die Kombination aus Hitze und Dürre bleibt auch die Waldbrandgefahr extrem hoch. Seit Jahresbeginn wurden bereits mehr als 80.000 Hektar Land durch Feuer zerstört. Zahlreiche Ortschaften mussten evakuiert werden.
Währenddessen dürfte irgendwo noch immer jemand erklären, solche Sommer habe es früher schließlich auch gegeben. Vermutlich zwischen zwei Eiszeiten.
Griechenland entdeckt verspätet den Hochsommer
Auch Griechenland hat inzwischen die erste Hitzewelle des Jahres erreicht. An mehreren Orten wurden mehr als 40 Grad gemessen.
Hohe Luftfeuchtigkeit, wenig Wind und schlechte Luftzirkulation sorgen dafür, dass sich die Temperaturen in Städten noch unangenehmer anfühlen. Der Fachbegriff dafür lautet vermutlich: kostenloses Dampfbad ohne Ausgang.
In Athen brach stellenweise die Stromversorgung zusammen, weil Klimaanlagen und Ventilatoren die Netze überforderten. Die Hitze sorgte also dafür, dass genau jene Geräte ausfielen, die vor der Hitze schützen sollten.
Ein durchdachtes System.
Gleichzeitig brennen Wälder und Buschland. Besonders beruhigend ist das nicht, aber immerhin sollen die Temperaturen bald wieder sinken – sofern das Wetter nicht kurzfristig seine Meinung ändert.
Italien erreicht Warnstufe Espresso
Italien erlebt ebenfalls bereits die dritte Hitzewelle dieses Sommers. In 18 Großstädten gilt die höchste Warnstufe, darunter Rom, Florenz und Neapel.
Im Süden sowie auf Sardinien und Sizilien breiten sich Waldbrände aus. Straßen mussten gesperrt werden, Gebäude und landwirtschaftliche Fahrzeuge wurden zerstört.
Der italienische Sommer bietet damit weiterhin alles, was Urlauber erwarten: Sonne, Meer und gelegentlich die Frage, ob die Autobahn noch existiert.
Zusätzlich werden schwere Gewitter angekündigt. In Italien kann man derzeit also morgens wegen Waldbrandgefahr und abends wegen Überschwemmungen gewarnt werden.
Abwechslung muss schließlich sein.
Kroatien bekommt einen Meteotsunami
An der Adriaküste und auf dem Balkan drohen unterdessen schwere Unwetter. Im kroatischen Mali Lošinj stieg nach einem Gewitter plötzlich der Meeresspiegel an und überflutete die Hafenpromenade.
Das Phänomen nennt sich Meteotsunami. Es entsteht nicht durch ein Erdbeben, sondern durch Luftdruckunterschiede und Wind.
Der Urlaubstag beginnt also mit Sonnenschirm und endet möglicherweise mit einem spontanen Meer im Hotelrestaurant.
Für Kroatien und Slowenien werden weitere Stürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde erwartet. Von Bootsausflügen wird abgeraten.
Das ist nachvollziehbar. Wer bei diesen Bedingungen segeln geht, braucht kein Urlaubsvideo, sondern einen Testamentsvollstrecker.
Auch Montenegro, Serbien, Kosovo sowie Bosnien und Herzegowina warnen vor Superzellen, Starkregen und Hagel.
Kärnten bekommt die kleinere Überraschung
Österreich bleibt von der großen Hitze vorerst verschont. In Kärnten können allerdings lokal kräftige Gewitter auftreten.
Das klingt im europäischen Vergleich fast gemütlich. Während Spanien brennt, Griechenland schwitzt und Kroatien kurzfristig sein Küstenprofil verändert, muss man in Kärnten möglicherweise die Gartenmöbel hereinholen.
Klima? Sicher nur Zufall
Einzelne Extremereignisse lassen sich nicht eindeutig auf eine bestimmte Ursache zurückführen. Der Weltklimarat weist jedoch seit Jahren darauf hin, dass Hitze, Dürre, Starkregen und Überschwemmungen durch die Klimakrise häufiger und intensiver werden.
Europa antwortet darauf bislang mit einer bewährten Strategie: Warn-App installieren, Klimaanlage einschalten und hoffen, dass der Strom hält.
Der Sommer 2026 zeigt jedenfalls, wie vielseitig modernes Urlaubswetter sein kann: 44 Grad, Waldbrand, Stromausfall, Superzelle und Meteotsunami – alles buchbar, teilweise sogar am selben Tag.
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