Der Eurovision Song Contest 2026 war nicht nur ein musikalisches Großereignis, sondern offenbar auch der Endgegner für Polizei, Cyberabwehr und Menschen mit gefälschten Backstage-Ausweisen.
Wie die Behörden nun stolz verkündeten, wurden rund 500 ernstzunehmende Cyberangriffe registriert. Europa diskutiert also weiterhin darüber, welcher Act zwölf Punkte verdient hat, während irgendwo im Hintergrund vermutlich gelangweilte Hacker versuchten, die Punktevergabe nach Moldau umzuleiten.
Insgesamt kontrollierte die Polizei rund 22.000 Personen, stellte 74 Anzeigen aus und nahm 16 Menschen fest. Die Mehrheit davon allerdings nicht wegen internationaler Spionage oder ESC-Sabotage, sondern wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot. Offenbar hielt mancher Demonstrant den ESC doch für ein besonders emotionales Fußball-Derby.
Besonders beruhigend:
Es gab keinen einzigen Waffeneinsatz der Polizei. Kein Beamter musste zur Dienstwaffe greifen. Für österreichische Verhältnisse war das fast schon verdächtig friedlich.
Damit auch wirklich niemand unbemerkt eine Glitzerbombe zünden konnte, standen rund 5.000 Polizisten im Einsatz — unterstützt von Kollegen aus Bayern sowie 500 privaten Securitykräften. Man kann also sagen: Für den ESC wurde ungefähr die Sicherheitsstufe eines kleinen NATO-Gipfels aktiviert.
Zu den spektakulärsten Zwischenfällen gehörte ein Mann, der versuchte, in die abgesperrte Stadthalle einzudringen. Noch dramatischer allerdings die Geschichte eines Influencers, der mit einem gefälschten Backstage-Ausweis in den VIP-Bereich gelangen wollte. Laut Medienberichten wollte er dort lediglich Fotos machen.
Ein Influencer mit Fake-Ausweis im VIP-Bereich — vermutlich der gefährlichste Satz für jede Sicherheitsbehörde im Jahr 2026.
ORF und Innenministerium zogen trotzdem eine positive Bilanz. Und tatsächlich: Kein Terror, keine Eskalation, kein Zusammenbruch der Veranstaltung — nur 500 Cyberangriffe, tausende Kontrollen und ein paar Leute mit sehr kreativ interpretierten Zugangsberechtigungen.
Kurz gesagt:
Der ESC bleibt eben Europas einzige Veranstaltung, bei der gleichzeitig Hacker, Schlagerfans, Demonstranten und Influencer aufeinandertreffen — und am Ende trotzdem alle „Douze Points“ rufen.
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