So beginnt ein Turnier, wenn man Weltmeister werden will.
England hat zum WM-Auftakt Kroatien mit 4:2 besiegt und dabei nicht nur drei Punkte geholt, sondern auch eine klare Botschaft an die Konkurrenz geschickt: Die Three Lions meinen es ernst.
Dabei sah es lange Zeit gar nicht nach einem souveränen Abend aus.
Kroatien zeigte, warum man diese Mannschaft niemals abschreiben darf
Wer gedacht hatte, Kroatien würde nach den großen Jahren um Luka Modrić langsam von der Weltbühne verschwinden, wurde schnell eines Besseren belehrt.
Die Kroaten spielten mutig, clever und vor allem effizient. Jeder Fehler der Engländer wurde bestraft. Zur Pause stand es 2:2 und vieles erinnerte an die kroatischen Mannschaften vergangener Turniere: technisch stark, taktisch diszipliniert und mental immer bereit, zurückzuschlagen.
Man konnte förmlich spüren, warum dieses Land mit weniger als vier Millionen Einwohnern seit Jahren zu den erfolgreichsten Fußballnationen der Welt gehört.
Dann kam Jude Bellingham
Wenn England in diesem Turnier weit kommen will, braucht es besondere Spieler für besondere Momente.
Und genau dafür hat man Jude Bellingham.
Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff traf der Mittelfeldstar zum 3:2 und veränderte damit das gesamte Spiel. Plötzlich wirkte England entschlossener, aggressiver und deutlich zielstrebiger.
Bellingham war nicht nur Torschütze. Er war der emotionale Motor dieser Mannschaft.
Nach den Diskussionen der vergangenen Monate über seine Form, seine Rolle unter Thomas Tuchel und die Konkurrenz durch Morgan Rogers lieferte er genau die Antwort, die große Spieler liefern müssen:
Auf dem Platz.
England hat aus alten Fehlern gelernt
In den vergangenen Turnieren hatte England oft das Problem, nach Führungen passiv zu werden oder in entscheidenden Phasen die Kontrolle zu verlieren.
Gegen Kroatien war davon nach dem Seitenwechsel wenig zu sehen.
Die Mannschaft blieb aktiv, suchte weiter den Weg nach vorne und ließ den Gegner nicht mehr richtig ins Spiel zurückfinden.
Das war vielleicht die wichtigste Erkenntnis des Abends.
England gewann nicht nur wegen seiner individuellen Klasse. England gewann, weil es als Mannschaft reifer wirkte.
Rashford setzt den Schlusspunkt
Als Marcus Rashford schließlich den vierten Treffer erzielte, war die Partie entschieden.
Selbst der starke kroatische Torwart Dominik Livaković, der seine Mannschaft mehrfach mit herausragenden Paraden im Spiel gehalten hatte, konnte daran nichts mehr ändern.
Das 4:2 fiel am Ende vielleicht etwas zu hoch aus, aber nicht unverdient.
Ein erster Fingerzeig an die Konkurrenz
Natürlich gewinnt niemand eine Weltmeisterschaft nach einem einzigen Gruppenspiel.
Aber England hat gezeigt, warum viele Experten die Mannschaft zum Favoritenkreis zählen.
Harry Kane führte die Offensive.
Bellingham übernahm Verantwortung.
Die Mannschaft zeigte Charakter.
Und Trainer Thomas Tuchel dürfte besonders gefallen haben, dass sein Team nach dem turbulenten ersten Durchgang die richtigen Antworten fand.
Kroatien muss sich nicht verstecken
Trotz der Niederlage darf Kroatien erhobenen Hauptes vom Platz gehen.
Die Mannschaft hat über weite Strecken auf Augenhöhe gespielt und bewiesen, dass sie auch bei dieser Weltmeisterschaft unangenehm zu bespielen sein wird.
Wer Kroatien nach diesem Auftritt abschreibt, macht denselben Fehler, den Gegner dieser Mannschaft seit Jahren machen.
Fazit
England hat einen wichtigen ersten Schritt gemacht. Nicht perfekt, nicht fehlerfrei, aber beeindruckend.
Vor allem Jude Bellingham zeigte, warum viele ihn als künftiges Gesicht des englischen Fußballs sehen.
Für Kroatien bleibt die Erkenntnis, dass diese Mannschaft weiterhin über Qualität, Erfahrung und Mentalität verfügt.
Die WM ist noch jung. Doch eines steht bereits fest:
England hat ein Ausrufezeichen gesetzt. Und Jude Bellingham hat dafür gesorgt, dass es jeder gesehen hat.
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