Die Musikwelt nimmt Abschied von Dolly Parton. Die Country-Ikone ist nach Angaben ihrer Familie im Alter von 80 Jahren gestorben und am Freitag im engsten Familienkreis in Nashville beigesetzt worden.
Ihre letzte Ruhestätte fand Parton auf dem Woodlawn Memorial Park and Mausoleum in Nashville – an der Seite ihres verstorbenen Ehemanns Carl Dean.
Für Familie, Freunde und Fans ist der Verlust kaum zu begreifen. Besonders bewegend äußerte sich Partons Großnichte Lainey Parton. Einen Tag nach der Beisetzung schrieb sie, es fühle sich noch immer unwirklich an, dass Dolly nicht mehr da sei. Sie werde ihre Stimme, ihr Lachen und ihre Umarmungen vermissen.
„Sie hat immer an mich geglaubt“
Lainey erinnerte sich daran, wie sehr Dolly Parton ihre Familie geprägt habe.
Da die Sängerin selbst keine Kinder hatte, habe sie ihren Nichten, Neffen und weiteren Familienmitgliedern stets das Gefühl vermittelt, als wären sie ihre eigenen Kinder.
Schon als Kind habe Dolly ihr das Gefühl gegeben, dass ihre Träume nicht zu groß seien. Sie habe an sie geglaubt, noch bevor sie selbst dazu in der Lage gewesen sei.
Parton unterstützte ihre Großnichte später sogar während ihrer Ausbildung an einer Kosmetikschule. Sie habe ihr nicht nur gesagt, sie solle ihre Träume verfolgen – sie habe ihr konkret dabei geholfen, diese zu verwirklichen.
Familie bittet um Spenden statt Blumen
Auch der Woodlawn Memorial Park würdigte Dolly Parton in einem Nachruf.
Erinnert werde nicht nur an ihre zeitlose Musik und ihr außergewöhnliches Talent als Songwriterin, sondern auch an ihren Humor, ihre Herzlichkeit und ihre Freundlichkeit.
Dolly Partons Vermächtnis bestehe aus Liebe, Menschlichkeit und Widerstandskraft. Während ihrer sieben Jahrzehnte dauernden Karriere habe sie Generationen von Künstlern und Fans inspiriert.
Anstelle von Blumen bittet die Familie um Spenden für Dolly Partons Imagination Library. Mit diesem Projekt hatte Parton über Jahre hinweg Millionen Kindern kostenlos Bücher zur Verfügung gestellt und sich besonders für frühkindliche Bildung eingesetzt.
Große Gedenkfeier im Grand Ole Opry
Während die Beisetzung selbst im privaten Kreis stattfand, gedachten zahlreiche Musiker und Fans der Country-Legende öffentlich.
Am Samstag fand im berühmten Grand Ole Opry House in Nashville ein großes Tribute-Konzert statt.
Dolly Partons Nichte Jada Star gehörte zu den Künstlerinnen auf der Bühne. Sie sang unter anderem „The Orchard“, einen Titel, den sie 2024 gemeinsam mit ihrer Tante aufgenommen hatte.
Vor ihrem Auftritt beschrieb Star ihre Gefühle als eine Art Nebel aus Trauer. Die Möglichkeit, ihrer Tante auf dieser Bühne die letzte Ehre zu erweisen, sei für sie etwas ganz Besonderes.
Auch zahlreiche bekannte Country-Musiker beteiligten sich an der Veranstaltung.
Beim großen Finale wurde Partons Welthit „9 to 5“ gemeinsam gesungen. Country-Star Jelly Roll überraschte das Publikum mit einem Auftritt, zudem gehörte Carly Pearce zu den Mitwirkenden.
Für Pearce hatte der Abend eine besondere Bedeutung: Einst trat sie selbst in Dolly Partons Freizeitpark Dollywood auf, später entwickelte sie sich zu einer Grammy-prämierten Sängerin.
Flughafen von Nashville soll Dolly Partons Namen tragen
Auch politisch soll Dolly Parton dauerhaft gewürdigt werden.
Der Gouverneur von Tennessee kündigte Pläne an, den Nashville International Airport nach Dolly Parton zu benennen.
Damit könnte ihr Name künftig nicht nur untrennbar mit der Country-Musik und Nashville verbunden bleiben, sondern auch einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte ihrer Heimatregion tragen.
Fans bringen „9 to 5“ zurück in die Charts
Wie groß Dolly Partons Einfluss auch international war, zeigt sich derzeit erneut in den Musikcharts.
In Großbritannien wurde ihr Klassiker „9 to 5“ nach ihrem Tod millionenfach gestreamt und war zeitweise auf Kurs in Richtung Platz eins der britischen Singlecharts.
Viele Fans greifen nach ihrem Tod noch einmal zu den Liedern, mit denen Parton über Jahrzehnte Musikgeschichte geschrieben hat.
Dolly Parton hinterlässt weit mehr als unzählige Hits.
Sie war Sängerin, Songwriterin, Schauspielerin, Unternehmerin und Philanthropin – vor allem aber für Millionen Menschen eine Persönlichkeit, die für Wärme, Humor und Menschlichkeit stand.
Nun wurde sie dort beigesetzt, wo ein großer Teil ihres Lebens und ihrer Karriere verwurzelt war:
in Nashville, an der Seite ihres Mannes Carl Dean.
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