Die Mittelschicht rebelliert

Der Protest der Amerikaner für Frieden und gegen ihre Banken hält nun schon seit Wochen an. Und wächst unaufhörlich.

Derweil rätselt das restliche Amerika, was von den Protesten zu halten ist. Knicken sie ein, wenn die kalten Monate beginnen oder haben sie genug Potential auf die gesamte USA überzugreifen? Am Wochenende haben rund 100 bis 200 Demonstranten versucht, mit Protestbannern in das National Air and Space Museum einzudringen, um gegen eine Drohnen-Ausstellung zu protestieren. Die Demonstranten sind nur durch einen einzigen gemeinsamen Nenner verbunden. Einen vagen Slogan: „Occupy Wall Street“. Sie setzen sich aus Menschen mit vielfältigen Zielen und Interessen zusammen. Vom Studenten an der Elite-Uni zum Langzeitarbeitslosen, Umweltschützer, Frauenrechtler, Kapitalismuskritiker. Alle eint ein diffuses Unbehagen, eine allgemeine Unzufriedenheit mit der momentanen Lage. Doch der Übeltäter ist ausgemacht: Die Banken. So lassen sie ihre Wut an der Finanzbranche aus. „Banks got bailed out, we got sold out“, rufen die Demonstranten. Während die Finanzhäuser mit Steuergeldern gerettet wurden, fühlen sie sich vom Staat im Stich gelassen. Präsident Obama versucht die Demonstranten mit Worten des Verständnisses zu beruhigen und für sich einzunehmen. Noch vor ein, zwei Jahren hätte er die Protestbewegung mit einer guten Rede einfangen können. Doch dass ihm dieser Zauber erneut gelingt, ist unwahrscheinlich.

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