Deutsche-Bank-Prozess

Seit April treffen sich fast jeden Dienstag alte Bekannte vor Gericht. Die Ex-Deutsche Bank-Chefs Josef Ackermann und Rolf-Ernst Breuer sowie die ehemaligen Vorstände Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck sollen im jahrelangen Streit mit dem Medienunternehmer Leo Kirch vor Gericht gelogen haben, um Schadensersatzforderungen abzuwehren. Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht München wurde 2014 mit einem Vergleich beendet. Jetzt sitzen die vier Ex-Deutschbanker auf der Anklagebank und verteidigen sich gegen den Vorwurf des Prozessbetrugs. Mit dabei ist auch Co-Chef Jürgen Fitschen: Er soll gegen die Falschaussagen der Kollegen als Bankchef zumindest nichts unternommen haben.

Mit einem 90-seitigen Beweisantrag wollte die Staatsanwaltschaft nun noch einmal in die Vollen gehen: Mehr als 20 Zeugen, darunter auch der Medienmogul Rupert Murdoch, sollten gehört werden. Verlegerin Friede Springer und Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner waren auf Antrag der Staatsanwälte schon da. Mit einem umfangreichen Beweisprogramm und einer wahren Materialschlacht an Dokumenten wollen die Ankläger den Verdacht erhärten, dass die Manager im Kirch-Prozess die Unwahrheit gesagt haben.

Doch heute schob Richter Peter Noll den neuerlichen Beweisanträgen einen Riegel vor. Zur “Erforschung der Wahrheit” sei eine Aussage Murdochs nicht erforderlich, so Noll. Auch andere Zeugen, unter anderem mehrere Polizeibeamte und Banker, sollen nicht mehr gehört werden.

Das ist eine Ohrfeige für die Staatsanwaltschaft, die sich aber keineswegs abschrecken ließ: In einem neuen langen Antrag brachte sie heute weitere Dokumente in den Prozess ein.

Ursprünglich waren bis Anfang August 13 Verhandlungstage geplant. Oberstaatsanwältin Christiane Serini hatte in dem Verfahren aber immer neue Beweisanträge gestellt, um ihren Verdacht zu untermauern. Gelungen ist ihr das bislang nicht. Zuletzt stellte Richter Noll ein Ende des Prozesses Mitte Februar in Aussicht. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei… Vielleicht bewahrheitet sich ja der alte Song“, sagte er in der Verhandlung Anfang Dezember.

Quelle: Juve

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