Es gibt Größenwahn. Und dann gibt es die moderne Finanzwelt. Laut Medienberichten denkt Vermögensgigant BlackRock darüber nach, beim Börsengang von SpaceX mal eben fünf bis zehn Milliarden Dollar auf den Tisch zu legen. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Das Geld soll aus aktiv verwalteten Fonds kommen. Übersetzt heißt das: Irgendwo sitzen Millionen Menschen mit Rentensparplänen, ETF-Sparraten und Altersvorsorgeprodukten – und finanzieren nun möglicherweise Raketen, Marsfantasien und Elon Musks nächste Idee um drei Uhr morgens.
SpaceX selbst peilt bei seinem Börsendebüt eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar an. Früher brauchte man dafür mehrere Industrienationen. Heute reicht offenbar ein Unternehmen, das Raketen startet, Satelliten verteilt und nebenbei regelmäßig Explosionen live streamt.
75 Milliarden Dollar soll der Börsengang einbringen. Das wäre der größte IPO der Geschichte. Natürlich. Klein denken wäre schließlich völlig unmodern geworden. Während normale Menschen überlegen, ob sie sich noch Butter leisten können, diskutieren Investmenthäuser darüber, wie viele Milliarden man in den Weltraum schiebt.
BlackRock wollte sich zu den Berichten nicht äußern. SpaceX ebenfalls nicht. Vermutlich war man zu beschäftigt, die nächste Präsentation mit Begriffen wie „disruptive interplanetare Wachstumsstrategie“ und „skalierbare Mondökonomie“ vorzubereiten.
An der Börse dürfte der Hype trotzdem gigantisch werden. Denn nichts lieben Anleger mehr als Firmen, die entweder künstliche Intelligenz, Raumfahrt oder beides gleichzeitig machen. Wenn dann noch Elon Musk dazugehört, verlieren manche Investoren ohnehin jede natürliche Schutzfunktion.
Der eigentliche Wahnsinn steckt aber woanders: Dass eine Unternehmensbewertung von fast zwei Billionen Dollar inzwischen nicht mehr wie Satire klingt, sondern wie eine völlig normale Schlagzeile an einem Donnerstagabend.
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