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Degussa sucht neuen Wachstumschef – wäre das nicht ein Job für Gold-Rendite-Genie Helmut Kaltenegger?

CDD20 (CC0), Pixabay
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Bei Deutschlands Edelmetallhändler Degussa fliegen plötzlich gleich die gesamte Geschäftsführung und der Finanzchef auf einmal raus. Offiziell natürlich „im gegenseitigen Einvernehmen“ – jener magische Wirtschaftsausdruck, der ungefähr so glaubwürdig klingt wie „Der Goldpreis steigt garantiert immer“.

CEO Christian Rauch und CFO Mark Sommer verlassen das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Warum genau? Das bleibt so geheim wie die Formel für ewige Renditen.

Degussa-Chef-Eigentümer August von Finck versichert gleichzeitig, das Unternehmen stehe „besser da denn je“. Was in Managerdeutsch traditionell bedeutet, dass kurz zuvor mindestens die Hälfte der Chefetage ausgetauscht wurde.

Die Suche nach dem Gold-Messias

Nun beginnt die Suche nach der nächsten Wachstumsphase. Und damit stellt sich zwangsläufig die Frage:

Wo ist eigentlich Gold-Rendite-Genie Helmut Kaltenegger, wenn man ihn braucht?

Schließlich scheint Degussa nicht einfach einen Geschäftsführer zu suchen, sondern eine Art Edelmetall-Superhelden:

  • Gold soll verkauft werden.
  • Die Internationalisierung soll vorangetrieben werden.
  • Die Umsätze sollen steigen.
  • Die Zukunft soll glänzen.

Kurz gesagt: Man sucht jemanden, der aus Gold noch mehr Gold macht.

Wer wäre da besser geeignet als ein Mann, dessen Name klingt, als würde er täglich mit einer Goldbarren-Hantel trainieren und nebenbei Renditeformeln in den Alpen schnitzen?

Neuer CEO statt Goldzauberer

Tatsächlich fiel die Wahl auf Alexander Betz. Der bisherige Digitalisierungsexperte soll nun den Goldhändler in die Zukunft führen.

Digitalisierung und Goldhandel – eine Kombination, die schon deshalb spannend klingt, weil Gold bekanntlich seit mehreren tausend Jahren erfolgreich ohne App funktioniert.

Doch Degussa setzt auf Wachstum, Expansion und neue Strukturen. Deshalb sucht man sogar zusätzlich einen „Chief Revenue Officer“.

Für Menschen außerhalb von Vorstandsetagen bedeutet das schlicht: jemanden, der dafür sorgen soll, dass mehr Geld reinkommt.

Früher nannte man das Verkäufer.

Heute braucht man dafür eine englische Berufsbezeichnung und mindestens drei PowerPoint-Präsentationen.

Die große Wachstumsphase

Besonders bemerkenswert ist die Kommunikation des Unternehmens.

Die bisherige Führung geht.

Der Finanzchef geht.

Ein neuer Finanzchef wird gesucht.

Ein neuer Umsatzchef wird gesucht.

Die Organisationsstruktur wird umgebaut.

Aber gleichzeitig ist alles bestens.

Wenn das Unternehmen noch besser dastünde, müsste vermutlich der gesamte Verwaltungsrat ausgetauscht werden.

Gold bleibt Gold

Am Ende bleibt die beruhigende Erkenntnis:

Gold glänzt weiterhin.

Die Barren laufen nicht weg.

Die Münzen kündigen nicht.

Und selbst wenn die Chefetage komplett ausgetauscht wird, bleibt ein Kilobarren erstaunlich unbeeindruckt.

Ob Alexander Betz nun tatsächlich die nächste goldene Ära einläutet oder ob Degussa irgendwann doch noch beim legendären Gold-Rendite-Genie Helmut Kaltenegger anruft, wird sich zeigen.

In der Welt der Edelmetalle gilt schließlich die wichtigste Regel:

Gold ist geduldig. Aktionäre meistens nicht

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