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Cyberkriminelle drohen immer häufiger mit echter Gewalt

WaveGenerics (CC0), Pixabay
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Cyberangriffe beschränken sich längst nicht mehr nur auf gestohlene Daten und verschlüsselte Computer. Sicherheitsbehörden und IT-Experten warnen inzwischen vor einer neuen Eskalationsstufe: Hacker greifen zunehmend zu realen Einschüchterungen und Gewaltandrohungen gegen ihre Opfer.

Dabei geht es nicht mehr nur um digitale Erpressung – sondern um Angst im echten Leben.

Drohbrief vor der Haustür

Der US-Sicherheitsexperte Tim Beasley erinnert sich noch genau an den Moment, als plötzlich ein kleines Paket vor seiner Haustür lag.

Darin befand sich eine eindeutige Drohbotschaft. Hintergrund war seine Arbeit als Verhandler in einem Ransomware-Fall für eine US-Behörde.

Die Nachricht sollte klar machen:
Wer sich den Forderungen der Hacker widersetzt, könnte persönliche Konsequenzen erleben.

„Man schaut plötzlich ständig über die Schulter“, sagt Beasley heute.

Hacker kennen Wohnadressen und Familien

Besonders alarmierend:
Cyberkriminelle greifen inzwischen gezielt auf persönliche Daten von Mitarbeitern zu – darunter:

  • Wohnadressen,
  • Telefonnummern,
  • Sozialversicherungsnummern,
  • Familieninformationen.

Laut Sicherheitsfirmen erhalten Angestellte immer häufiger direkte Anrufe oder Nachrichten mit konkreten Bedrohungen.

In einem Fall berichtete Sicherheitsexperte Zac Warren von Klinikmitarbeitern, die während eines Hackerangriffs persönlich angerufen wurden.

Die Täter nannten dabei ihre Wohnanschriften und machten deutlich, dass sie wussten, wo die Betroffenen lebten.

„Das erzeugt ein enormes Maß an Einschüchterung“, sagt Warren.

Gewalt als Dienstleistung

Besonders beunruhigend:
Viele Hacker führen solche Drohungen offenbar nicht selbst aus. Stattdessen engagieren sie andere Kriminelle über soziale Netzwerke oder Onlineforen.

Experten sprechen inzwischen von „Violence-as-a-Service“ – Gewalt auf Bestellung.

Dabei reichen die Aktionen von:

  • eingeschlagenen Fenstern,
  • Brandanschlägen,
  • Stalking,
  • bis hin zu Entführungen.

Vor allem jüngere Tätergruppen zwischen 17 und 25 Jahren sollen zunehmend auf solche Methoden setzen.

Kryptowelt besonders betroffen

Eine besonders gefährliche Entwicklung zeigt sich im Umfeld von Kryptowährungen.

Immer häufiger werden wohlhabende Kryptoinvestoren Opfer realer Gewaltverbrechen. In Frankreich musste die Polizei zuletzt den Vater eines Krypto-Millionärs aus den Händen von Entführern befreien.

Berichten zufolge wurde dem Opfer dabei sogar ein Finger abgeschnitten.

Allein in Europa wurden im vergangenen Jahr mehr als 18 Fälle dokumentiert, bei denen Cyberkriminalität mit körperlicher Gewalt verbunden war.

Auch kritische Infrastruktur gefährdet

Die Gefahr geht inzwischen über persönliche Drohungen hinaus.

Manche Hackergruppen übernehmen Kontrolle über Industrieanlagen oder Produktionsmaschinen und demonstrieren ihre Macht, indem sie Roboter oder Förderanlagen gezielt ein- und ausschalten.

Sicherheitsexperten warnen:
Solche Angriffe könnten künftig reale Verletzte oder sogar Todesfälle verursachen.

Behörden schlagen Alarm

Das FBI und Europol beobachten die Entwicklung mit großer Sorge.

Die Zahl physischer Bedrohungen im Zusammenhang mit Cyberangriffen hat sich laut FBI in den USA innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Besonders perfide:
Viele Opfer zahlen inzwischen nicht mehr nur wegen ihrer Daten – sondern aus Angst um ihre Familien.

„Die Leute wollen nicht riskieren, dass ihre Kinder entführt werden“, sagt Sicherheitsexperte Beasley.

Damit verändert sich auch das Wesen der Cyberkriminalität:
Aus anonymen Angriffen aus dem Internet werden zunehmend reale Bedrohungen mit echter Gewalt.

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