Da steht sie also wieder, die berühmte „Brandmauer“. Stabil, unerschütterlich, moralisch betoniert – zumindest solange abgestimmt wird, wie es vorher fein säuberlich durchgerechnet wurde. Doch dann kam der Mittwochabend im Sächsischen Landtag. Und plötzlich genügte ein kleiner Antrag zu Schlachtgebühren, um das politische Hochsicherheitssystem zum Einsturz zu bringen wie ein Gartenzaun im Herbststurm.
Ausgerechnet die Grünen, die sonst bei jedem dritten Satz „Brandmauer“ sagen wie andere Menschen „Guten Tag“, bekamen ihren Antrag mit Stimmen der AfD durchgebracht. Ja, genau jener AfD, mit der angeblich niemals, unter keinen Umständen und schon gar nicht versehentlich gemeinsame Mehrheiten entstehen dürfen.
Und was passierte danach? Panik. Bestürzung. Schnappatmung. Fast wirkte es, als hätten die Grünen versehentlich den Wolf zum veganen Parteitag eingeladen.
Besonders bemerkenswert: Niemand wollte es gewesen sein. Die Grünen waren „bestürzt“, die CDU verschwand hektisch in Erklärungsnot, das BSW entdeckte plötzlich die parlamentarische Sachpolitik und die AfD grinste wie ein Schüler, der gerade den Feueralarm ausgelöst hat.
Die eigentliche Frage lautet aber:
Herr Kretschmer, wie glaubwürdig ist diese Brandmauer eigentlich noch?
Denn wenn ein einziger Abstimmungsabend reicht, um das ganze moralische Kartenhaus ins Wanken zu bringen, dann war die Mauer offenbar weniger Berliner Beton und mehr Trockenbau aus dem Baumarkt.
Seit Monaten erklärt die CDU den Bürgern, es gebe keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD. Gleichzeitig reicht inzwischen schon eine halbleere Sitzreihe im Landtag und ein Antrag über Schlachthofgebühren – und plötzlich entstehen genau jene Mehrheiten, die offiziell unmöglich sein sollen.
Das Absurde daran:
Nicht einmal die AfD musste irgendetwas tun. Sie musste nur zustimmen. Der Rest erledigte sich von selbst.
Und während die Grünen jetzt ankündigen, künftig noch besser auf Anwesenheitslisten und Abstimmungsarithmetik achten zu wollen, fragt sich der Bürger längst, ob Politik in Sachsen eigentlich noch aus Überzeugungen besteht oder nur noch aus hektischer Schadensbegrenzung.
Die AfD feiert bereits das Ende der Brandmauer. Das BSW spricht von „Sachpolitik“. Und die CDU? Die schaut betreten zu Boden und hofft vermutlich, dass bis morgen niemand mehr darüber redet.
Nur dumm, dass solche Bilder hängen bleiben:
Die Grünen bekommen ihren Antrag mit AfD-Stimmen durch – und Ministerpräsident Kretschmer darf der Öffentlichkeit jetzt erklären, warum die Brandmauer plötzlich ein Scheunentor mit Drehtür geworden ist.
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