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US-Handelsminister schildert „verstörende“ Begegnungen mit Jeffrey Epstein

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Im Zuge der parlamentarischen Aufarbeitung der Kontakte des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein hat ein Untersuchungsausschuss des US-Kongresses neue Zeugenaussagen veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen diesmal Handelsminister Howard Lutnick sowie der Gateway-Mitgründer Ted Waitt.

Die veröffentlichten Transkripte geben Einblicke in persönliche Begegnungen mit Epstein und dessen langjähriger Vertrauter Ghislaine Maxwell. Beide Zeugen betonen jedoch ausdrücklich, nichts von möglichen Straftaten gewusst zu haben. Gegen Lutnick und Waitt liegen keine Vorwürfe von Epstein-Opfern vor.

Lutnick berichtet von irritierendem Besuch bei Epstein

Howard Lutnick sagte vor dem Ausschuss aus, er habe Jeffrey Epstein insgesamt dreimal getroffen. Die beiden seien Nachbarn in New York gewesen.

Besonders eindrücklich schilderte der heutige Handelsminister einen Besuch im Jahr 2005. Gemeinsam mit seiner Ehefrau sei er damals in Epsteins Anwesen eingeladen worden. Nach einem Kaffee habe Epstein eine Führung durch das Haus angeboten. Dabei seien sie in einen Raum mit Massageliege und Kerzen geführt worden.

Auf Lutnicks Frage, wie häufig Epstein Massagen erhalte, habe dieser geantwortet: „Jeden Tag – und die richtige Art von Massage.“

Diese Bemerkung habe ihn und seine Frau sofort abgestoßen. Man habe das Haus kurz darauf verlassen. Anschließend habe er entschieden, keinen weiteren Kontakt mehr zu Epstein pflegen zu wollen.

Fragen wegen Besuch auf Epsteins Insel

Brisant ist jedoch ein weiterer Punkt der Aussage: Lutnick bestätigte erneut einen Besuch auf Epsteins Privatinsel in der Karibik im Jahr 2012 – also Jahre nach dem angeblichen Kontaktabbruch.

Der Besuch war bereits Anfang des Jahres durch veröffentlichte Justizdokumente bekannt geworden und hatte parteiübergreifend Kritik ausgelöst. Mehrere Kongressmitglieder forderten daraufhin seinen Rücktritt.

Vor dem Ausschuss erklärte Lutnick nun, Epsteins Mitarbeiter hätten offenbar erfahren, dass er mit seiner Familie Urlaub auf St. Thomas mache. Man habe ihn daraufhin spontan zum Mittagessen eingeladen.

„Bis heute verstehe ich nicht, woher er wusste, wo wir waren“, sagte Lutnick. „Das ist ehrlich gesagt verstörend.“

Nach eigenen Angaben reisten Lutnick, seine Familie sowie Freunde zur Insel, blieben dort jedoch ausschließlich im Außenbereich. Man habe gemeinsam gegessen und die Insel anschließend wieder verlassen.

„Wir saßen draußen, hatten Mittagessen. Es war langweilig. Dann sind wir gegangen“, sagte der Minister.

Zudem erwähnte er ein kurzes Gespräch mit Epstein aus dem Jahr 2011 über Baugerüste, das er als „bedeutungslos und belanglos“ bezeichnete.

Gateway-Mitgründer spricht über Beziehung zu Maxwell

Auch der Tech-Milliardär Ted Waitt wurde vom Ausschuss befragt. Der Mitgründer des Computerherstellers Gateway schilderte seine frühere Beziehung zu Ghislaine Maxwell, die zwischen 2004 und 2010 bestand.

Waitt erklärte, Maxwell habe damals weiterhin für Epstein gearbeitet und dessen Immobilien sowie Personal verwaltet. Dass sie gleichzeitig noch stark unter Epsteins Einfluss gestanden habe, habe ihn irritiert.

„Es wirkte oft so, als würde sie zu ihm aufschauen“, sagte Waitt. „Damit fühlte ich mich nicht wohl.“

Während ihrer Beziehung sei Maxwell durch die Ermittlungen gegen Epstein erheblich belastet gewesen. Laut Waitt habe sie jedoch stets bestritten, selbst in mögliche Straftaten verwickelt zu sein.

Er habe keinerlei Hinweise auf Missbrauch oder illegale Aktivitäten wahrgenommen und sei erst mit ihrer Anklage im Jahr 2020 auf die Vorwürfe aufmerksam geworden.

Untersuchungsausschuss setzt Aufarbeitung fort

Der Untersuchungsausschuss im Repräsentantenhaus arbeitet derzeit die Netzwerke und Kontakte Jeffrey Epsteins weiter auf. In den vergangenen Monaten waren bereits zahlreiche Dokumente und Zeugenaussagen veröffentlicht worden.

Die neuen Transkripte zeigen erneut, wie weitreichend Epsteins gesellschaftliche Kontakte bis in höchste Wirtschafts- und Politikkreise hinein reichten – auch Jahre nach seiner ersten Verurteilung wegen Sexualstraftaten in Florida.

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