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Carneys Eishockey-Ellbogen – jetzt eher ein höfliches Händeschütteln?

blazejosh (CC0), Pixabay
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Was hat mehr Wendungen als eine kanadische Eishockey-Saison? Richtig: Mark Carneys Umgang mit Donald Trump. Der frischgewählte kanadische Premierminister hatte noch im Wahlkampf mit schneidiger Rhetorik und „Ellbogen raus“-Mentalität gepunktet – ein Eishockey-Metapher-Klassiker. Doch nun fragen sich viele Kanadier: Hat der Mann seine Ellbogen versehentlich beim diplomatischen Tanz eingezogen?

Denn während Trump wieder einmal Zölle wie Bonbons verteilt – diesmal droht er mit 35 % Strafzöllen auf kanadische Produkte ab August – bleibt von Carneys Kampfgeist nicht viel übrig, außer höflich klingenden Pressemitteilungen. Vielleicht liegt es daran, dass „Einschüchterung durch Zollkeule“ neuerdings zur US-Diplomatie gehört – oder Carney sein Spiel versehentlich mit Curling verwechselt hat.

Digitale Steuern? Ach, lieber nicht…

Schon im Juni beugte sich Kanada artig: Die geplante Digitalsteuer auf US-Techgiganten – flutsch, wieder weg, nachdem Trump mit Abbruch der Verhandlungen drohte. Das Weiße Haus jubelte, Kanada sei „eingeknickt“. Kommentator*innen in Ottawa nennen es inzwischen das „Chicken Dance“-Modell der Verhandlung: ein Schritt vor, zwei zurück, viel Armgewedel.

„Vielleicht waren Carneys Ellbogen einfach müde“, ätzte Kolumnistin Robyn Urback. Und Politikwissenschaftler Blayne Haggart urteilte trocken: Carneys groß angekündigte US-Strategie „ergibt nicht mal ansatzweise Sinn“. Autsch.

Trump sagt hü, Kanada sagt – nichts

Auch auf Trumps neueste Zoll-Drohung reagierte Carney mit der diplomatischen Variante eines Seufzers: „Wir verteidigen unsere Arbeiter und Unternehmen.“ Nur – wie genau, das blieb unklar. Keine Gegenzölle, kein „Auge um Auge“, kein Eishockeyschläger auf den Tisch. Stattdessen: weitere Verhandlungen. Neuer Deadline-Termin: 1. August. Vielleicht klappt’s dann ja mit der Souveränität?

Fentanyl, Zölle und eine Portion Sicherheitsgeld

Zur Erinnerung: Um Trump freundlich zu stimmen, hat Kanada Anfang des Jahres 1,3 Milliarden kanadische Dollar zur Grenzsicherung zugesagt – und einen „Fentanyl-Zaren“ ernannt. Dennoch ließ sich Trump nicht lange bitten, den Zolldruck wieder zu erhöhen. Auch Aluminium und Stahl zahlen bereits einen satten Aufschlag von 50 % – das nennt man dann wohl „freundschaftlicher Handel unter Nachbarn“.

Aber Moment: Es ist noch nicht alles verloren (sagt man)

Einige Experten rufen zur Geduld auf: Erst das Endergebnis zählt, nicht der aktuelle Tanzschritt. Roland Paris, Ex-Berater der Regierung, meint: „Wenn am Ende ein mieser Deal rauskommt, wird Carney den Preis zu Hause zahlen.“ Noch aber steht der Premierminister in Umfragen relativ stabil. Vielleicht, weil viele Kanadier wissen: Mit Trump zu verhandeln ist wie Eishockey gegen ein Nashorn – Regeln gibt’s, aber nur für eine Seite.

Die Regierung betont unterdessen, man verhandle nicht in der Öffentlichkeit. Industrie-Ministerin Mélanie Joly sagte diplomatisch: „Wir haben es mit einer unberechenbaren US-Regierung zu tun.“ Immerhin das bleibt konstant.

Und während Trump brav ähnliche Drohbriefe an über 20 weitere Länder verschickt, bleibt Kanada Teil seines Lieblingshobbys: Handelskrieg mit Ahornsirup-Flair.

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