Das war noch einmal ein turbulenter Schlussspurt. Kurz vor dem Ende der Sommer-Transferperiode haben zahlreiche Bundesligisten ihre Kader umgebaut. Besonders Schalke 04, Borussia Dortmund, RB Leipzig, Bayer Leverkusen und der Hamburger SV sorgten in den letzten Stunden für bemerkenswerte Transfers.
Seit Dienstagabend ist das Fenster geschlossen. Damit steht fest: Aus einigen der heißesten Gerüchte des Tages sind tatsächlich Transfers geworden.
Schalke überrascht mit Hee-chan Hwang
Für Schalke 04 kam einer der spektakulärsten Deals buchstäblich auf den letzten Drücker.
Der Bundesliga-Aufsteiger leiht den südkoreanischen Nationalspieler Hee-chan Hwang bis zum Saisonende von den Wolverhampton Wanderers aus.
Für den 30 Jahre alten Angreifer ist Deutschland kein Neuland. Hwang spielte bereits für den Hamburger SV und RB Leipzig und bringt außerdem reichlich Erfahrung aus der Premier League mit.
In 131 Premier-League-Spielen für Wolverhampton kam er auf 24 Tore und sieben Vorlagen. Für Südkorea absolvierte Hwang bislang 82 Länderspiele und erzielte dabei 17 Treffer.
Gerade nach dem ernüchternden 0:3 zum Bundesliga-Auftakt beim FC Augsburg ist dieser Transfer für Schalke ein wichtiges Signal.
Hwang kann mehrere offensive Positionen übernehmen und bringt genau das mit, was einem Aufsteiger helfen kann: internationale Erfahrung, Tempo und die Fähigkeit, Spiele auf höchstem Niveau zu bestreiten.
Neben Edin Džeko verfügt Schalke damit über einen weiteren enorm erfahrenen Angreifer.
Borussia Dortmund holt Arsenal-Juwel Nwaneri
Auch Borussia Dortmund musste kurzfristig handeln.
Der Kreuzbandriss von Giannis Konstantelias hat beim BVB unmittelbar nach Saisonbeginn eine große Lücke hinterlassen. Die Dortmunder reagierten nun mit einem der interessantesten Talente des englischen Fußballs.
Ethan Nwaneri kommt für die Saison auf Leihbasis vom FC Arsenal.
Eine Kaufoption gibt es nach bisherigen Angaben nicht.
Der 19-Jährige schrieb bereits als Jugendlicher Premier-League-Geschichte. Im September 2022 debütierte er im Alter von gerade einmal 15 Jahren und 181 Tagen für Arsenal und wurde damit zum jüngsten Spieler, der jemals in der Premier League eingesetzt wurde.
Inzwischen stehen bereits mehr als 50 Profispiele für Arsenal in seiner Bilanz.
Für Dortmund ist die Verpflichtung typisch: jung, technisch außergewöhnlich stark und mit enormem Entwicklungspotenzial.
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken bezeichnete Nwaneri als die sportlich bestmögliche kurzfristige Lösung nach dem Ausfall von Konstantelias.
RB Leipzig holt WM-Teilnehmer aus Rom
Auch RB Leipzig wurde in den letzten Minuten des Transferfensters noch einmal aktiv.
Neil El Aynaoui wechselt auf Leihbasis von der AS Rom nach Sachsen. Leipzig besitzt anschließend eine Kaufoption.
Der 25 Jahre alte marokkanische Nationalspieler soll das zentrale Mittelfeld verstärken.
El Aynaoui bringt Laufstärke, Aggressivität und Dynamik mit und passt damit auf dem Papier ziemlich genau in das Leipziger Anforderungsprofil.
Besonders interessant: Der Mittelfeldspieler gehörte bei der Weltmeisterschaft zum marokkanischen Team und bringt somit zusätzliche internationale Erfahrung mit.
Leipzig hatte zuvor bereits im Angriff gehandelt und Marc Guiu vom FC Chelsea verpflichtet.
Leverkusen investiert mehr als 30 Millionen Euro in Doué
Einen der teuersten Deals des Deadline Days machte Bayer Leverkusen perfekt.
Guéla Doué kommt von Racing Straßburg zur Werkself. Für den ivorischen Nationalspieler soll Leverkusen mehr als 30 Millionen Euro bezahlen.
Der 23 Jahre alte Rechtsverteidiger unterschreibt einen Vertrag bis 2031.
Doué stand bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft in allen vier Partien der Elfenbeinküste auf dem Platz und verfügt trotz seines jungen Alters bereits über umfangreiche internationale Erfahrung.
Der Name dürfte vielen Fußballfans ohnehin bekannt vorkommen: Guéla ist der ältere Bruder des französischen Nationalspielers und PSG-Stars Désiré Doué.
Leverkusen bekommt mit ihm einen schnellen, technisch starken und zweikampfstarken Außenverteidiger.
Gladbach leiht Nicolas Kühn aus
Borussia Mönchengladbach hat auf den enttäuschenden Saisonstart reagiert.
Nach dem 0:3 bei RB Leipzig verstärken die Fohlen ihre Offensive mit Nicolas Kühn.
Der deutsche Offensivspieler wird von Como 1907 ausgeliehen.
Kühn machte sich insbesondere bei Celtic Glasgow einen Namen und bringt internationale Erfahrung mit. Gladbachs Verantwortliche schätzen vor allem seine Schnelligkeit, seine Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins und seine Flexibilität in der Offensive.
Für Kühn selbst erfüllt sich mit dem Wechsel ein persönliches Ziel: Er wollte nach eigener Aussage unbedingt in der Bundesliga spielen.
Ibrahimović verlässt Bayern Richtung Augsburg
Der FC Augsburg hat nach seinem überzeugenden 3:0 gegen Schalke ebenfalls nachgelegt.
Arijon Ibrahimović wird vom FC Bayern ausgeliehen. Besonders interessant ist dabei, dass Augsburg sich eine Kaufoption gesichert hat. Diese soll Medienberichten zufolge bei rund acht Millionen Euro liegen.
Ibrahimović verbrachte die vergangene Saison bereits auf Leihbasis beim 1. FC Heidenheim.
Für Bayern ergibt der Wechsel Sinn, weil der 20-Jährige regelmäßige Spielpraxis benötigt. Augsburg wiederum erhält einen technisch starken und flexibel einsetzbaren Offensivspieler mit Entwicklungspotenzial.
Bayern macht bei Neuzugängen Schluss
Beim FC Bayern selbst blieb der große Deadline-Day-Einkauf dagegen aus.
Sportdirektor Christoph Freund hatte bereits vor Transferschluss klargestellt, dass der deutsche Meister keine weiteren Spieler verpflichten werde.
Damit beendet Bayern seine Einkaufsaktivitäten mit drei neuen Spielern. Besonders teuer waren Ismael Saibari von PSV Eindhoven und Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt, die jeweils rund 50 Millionen Euro gekostet haben sollen.
Bei den Abgängen gab es dagegen bis zuletzt Bewegung.
Eintracht Frankfurt verliert Hugo Larsson
Einen prominenten Abgang muss Eintracht Frankfurt verkraften.
Hugo Larsson wechselt zunächst auf Leihbasis zum FC Fulham in die Premier League.
Interessant ist die Vertragskonstruktion: Unter bestimmten Voraussetzungen greift anschließend eine Kaufverpflichtung.
Der schwedische Nationalspieler gehörte in den vergangenen Jahren zu den Stammspielern der Eintracht. Seit seinem Wechsel von Malmö FF im Jahr 2023 absolvierte Larsson 119 Pflichtspiele für Frankfurt, erzielte zehn Tore und bereitete sieben weitere vor.
Damit verliert die Eintracht einen ihrer interessantesten jungen Mittelfeldspieler.
Der HSV schlägt gleich dreimal zu
Zu den aktivsten Vereinen des Deadline Days gehörte der Hamburger SV.
Die größte Nachricht: Fábio Vieira ist zurück.
Der Portugiese spielte bereits in der vergangenen Saison auf Leihbasis beim HSV und entwickelte sich mit sieben Toren und fünf Vorlagen zum Topscorer der Hamburger.
Nun gelang dem HSV die dauerhafte Verpflichtung des 26-Jährigen vom FC Arsenal.
Für einen Klub, der erst in seine zweite Bundesliga-Saison nach dem Wiederaufstieg geht, ist das ein bemerkenswerter Transfer.
Doch Hamburg beließ es nicht dabei.
Mit Zakaria El Ouahdi vom KRC Genk verpflichtete der HSV einen marokkanischen Nationalspieler für die rechte Außenbahn. Der 24-Jährige bringt enorme Offensivqualitäten mit: Für Genk kam er in 116 Pflichtspielen auf 20 Tore und 13 Vorlagen.
Außerdem liehen die Hamburger David Möller Wolfe für eine Saison von den Wolverhampton Wanderers aus.
Drei Transfers an einem Tag – Hamburg hat seinen Kader damit unmittelbar vor Toresschluss noch einmal erheblich verändert.
Köln bringt Borna Sosa zurück in die Bundesliga
Auch beim 1. FC Köln wurde es spät.
Borna Sosa kehrt nach drei Jahren in die Bundesliga zurück. Der ehemalige Stuttgarter wird von Crystal Palace ausgeliehen.
Eine Kaufoption soll es nicht geben.
Der kroatische Nationalspieler ist vor allem für seinen starken linken Fuß und seine gefährlichen Flanken bekannt. Während seiner Zeit beim VfB Stuttgart absolvierte er 93 Bundesligaspiele und bereitete 24 Tore vor.
Für Köln ist das ein Transfer mit vergleichsweise geringem Risiko und reichlich Bundesliga-Erfahrung.
Werder verstärkt beide Außenverteidigerpositionen
Werder Bremen gehörte ebenfalls zu den besonders aktiven Klubs.
Nachdem bereits Youri Regeer von Ajax Amsterdam ausgeliehen worden war, legten die Bremer am Deadline Day defensiv nach.
Moussa Ndiaye kommt vom RSC Anderlecht für die linke Seite.
Zusätzlich leiht Werder den Brasilianer Arthur von Bayer Leverkusen aus. Eine Kaufoption gibt es bei Arthur nicht.
Trainer Daniel Thioune erhält damit zusätzliche Möglichkeiten für beide Außenverteidigerpositionen.
Gleichzeitig wurde der Kader verkleinert. Unter anderem verlässt Samuel Mbangula Bremen vorübergehend Richtung Bologna.
Deadline Day verändert das Gesicht der Bundesliga
Damit endet ein außergewöhnlich bewegter letzter Transfertag.
Besonders interessant erscheint die Strategie der Vereine: Statt ausschließlich hohe Ablösesummen zu bezahlen, setzten zahlreiche Bundesligisten auf Leihgeschäfte.
Schalke holt Hwang. Dortmund leiht Nwaneri. Gladbach setzt auf Kühn. Augsburg gibt Ibrahimović eine neue Chance. Köln bringt Sosa zurück und Bremen verstärkt sich mit Arthur.
Leverkusen ging dagegen einen anderen Weg und investierte noch einmal mehr als 30 Millionen Euro in Guéla Doué.
Der Hamburger SV setzte mit gleich drei Verpflichtungen eines der deutlichsten Ausrufezeichen.
Und auch Eintracht Frankfurt sorgte mit dem Abgang von Hugo Larsson nach Fulham für eine der überraschenderen Meldungen des Abends.
Jetzt sind die Manager erst einmal fertig.
Ab dem kommenden Bundesliga-Wochenende müssen die Trainer zeigen, ob aus den hektischen Deals der letzten Stunden tatsächlich Verstärkungen geworden sind.
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