Was für ein Schlussakkord auf dem Transfermarkt!
Als HSV-Fan hat man in den vergangenen Jahren ja gelernt, mit Erwartungen vorsichtig umzugehen. Zu oft wurde gehofft, gezittert, gerechnet und am Ende doch wieder ernüchtert auf die Tabelle geschaut. Aber dieser Deadline Day fühlt sich anders an.
Drei Transfers an einem Tag. Und nicht irgendwelche.
Vor allem eine Nachricht sorgt für richtig gute Laune: Fábio Vieira ist zurück – und diesmal bleibt er!
Ganz ehrlich: Genau solche Meldungen willst du als Fan lesen.
Vieira bleibt – und das ist ein echtes Ausrufezeichen
Sieben Tore, fünf Vorlagen, Topscorer in der vergangenen Saison – Vieira hat beim HSV bereits gezeigt, was er kann.
Er kennt den Verein. Er kennt die Mannschaft. Er kennt die Bundesliga.
Und vor allem: Er weiß, wie sich Hamburg anfühlt.
Dass der HSV den 26-Jährigen nun fest vom FC Arsenal verpflichten konnte, ist für mich deshalb viel mehr als nur ein Transfer. Es ist ein Signal.
Ein Signal dafür, dass dieser Verein nicht einfach nur irgendwie in der Bundesliga mitschwimmen will.
Der HSV will sich festbeißen.
Er will wachsen.
Und er will offensichtlich Spieler halten, die den Unterschied machen können.
Für einen Klub, der erst in seine zweite Bundesliga-Saison nach dem Wiederaufstieg geht, ist das alles andere als selbstverständlich.
Genau solche Spieler brauchen wir
Vieira hat etwas, das man nicht einfach trainieren kann: Er kann besondere Momente schaffen.
Ein Pass zwischen zwei Linien.
Ein Schuss aus der Distanz.
Ein Geistesblitz, wenn ein Spiel festgefahren ist.
Solche Spieler entscheiden enge Bundesligapartien.
Und davon wird es in dieser Saison genug geben.
Dass wir jetzt wissen, dass Vieira nicht nur für eine weitere Leihsaison da ist, sondern wirklich zum HSV gehört, macht die Sache noch schöner.
Keine ständige Frage mehr: Was passiert im Sommer?
Jetzt kann man gemeinsam etwas aufbauen.
El Ouahdi bringt richtig Tempo mit
Doch der HSV hat nicht bei Vieira aufgehört.
Mit Zakaria El Ouahdi kommt ein marokkanischer Nationalspieler vom KRC Genk, der vor allem auf der rechten Außenbahn für richtig Betrieb sorgen dürfte.
Und seine Zahlen können sich sehen lassen.
20 Tore und 13 Vorlagen in 116 Pflichtspielen – für einen Spieler auf der Außenbahn ist das schon eine ordentliche Ansage.
Tempo, Offensivdrang, Zug zum Tor: Genau solche Eigenschaften können dem HSV guttun.
Gerade in der Bundesliga brauchst du Spieler, die nach Ballgewinn sofort umschalten können.
Spieler, die Meter machen.
Spieler, bei denen der Gegner schon beim ersten Antritt merkt: Das könnte unangenehm werden.
El Ouahdi klingt genau nach so einem Typen.
Und dann kommt auch noch Möller Wolfe
Als wäre das nicht genug, leiht der HSV auch noch David Möller Wolfe für eine Saison von den Wolverhampton Wanderers aus.
Damit wird der Kader noch einmal breiter.
Und genau das ist wichtig.
Eine Bundesliga-Saison ist lang. Es gibt Verletzungen, Sperren, Formschwankungen und Phasen, in denen innerhalb weniger Tage mehrere Spiele anstehen.
Da brauchst du Alternativen.
Nicht nur elf gute Spieler.
Sondern einen Kader, bei dem der Trainer reagieren kann, ohne dass sofort die Qualität einbricht.
Und genau diesen Eindruck vermittelt dieser Deadline Day.
Der HSV scheint verstanden zu haben, worum es geht
Was mir dabei besonders gefällt: Diese Transfers wirken nicht wie hektische Panikkäufe in letzter Minute.
Zumindest auf dem Papier ergibt jeder einzelne Sinn.
Vieira bringt Kreativität und Scorerpunkte.
El Ouahdi bringt Tempo und Dynamik über rechts.
Möller Wolfe sorgt für zusätzliche Optionen und Breite.
Drei unterschiedliche Spielertypen, drei verschiedene Aufgaben – und trotzdem ergibt alles zusammen ein ziemlich stimmiges Bild.
Das wirkt geplant.
Und als HSV-Fan ist allein dieses Gefühl schon fast ungewohnt schön.
Natürlich wissen wir, wie schnell Euphorie in Hamburg kippen kann
Jetzt kommt natürlich das große Aber.
Wir HSV-Fans wissen nur zu gut, dass Namen allein keine Spiele gewinnen.
Auch gute Transfers müssen erst einmal funktionieren.
Spieler müssen sich einleben.
Automatismen müssen entstehen.
Und die Bundesliga verzeiht wenig.
Trotzdem darf man sich doch auch einfach mal freuen.
Man muss nicht jeden positiven Moment sofort mit zehn Warnhinweisen versehen.
Dieser Deadline Day macht Spaß.
Punkt.
Vielleicht wächst hier gerade wirklich etwas
Der HSV ist nach dem Wiederaufstieg nicht mehr in der Phase, in der es nur darum geht, irgendwie zurück in die Bundesliga zu kommen.
Jetzt geht es darum, dort zu bleiben.
Und danach irgendwann wieder mehr zu wollen.
Genau dafür brauchst du Transfers wie diese.
Spieler, die Qualität mitbringen.
Spieler, die Entwicklungspotenzial haben.
Und Spieler, bei denen die Fans sofort Lust bekommen, sie im Volksparkstadion zu sehen.
Vor allem die feste Verpflichtung von Vieira fühlt sich für mich wie ein kleiner Meilenstein an.
So einen Spieler nach einer starken Leihsaison wirklich halten zu können, zeigt, dass sich beim HSV etwas verändert hat.
Jetzt kann die Saison richtig losgehen
Drei Transfers am Deadline Day.
Vieira bleibt.
El Ouahdi kommt.
Möller Wolfe kommt.
Ganz ehrlich: Schlechter hätte dieser Tag wirklich laufen können.
Jetzt will ich sehen, wie Vieira wieder im Volkspark zaubert.
Ich will sehen, wie El Ouahdi über die rechte Seite marschiert.
Und ich will sehen, wie diese Mannschaft Schritt für Schritt beweist, dass der HSV nicht zurück in die Bundesliga gekommen ist, um gleich wieder zu verschwinden.
Vielleicht ist das gerade nur die typische Hamburger Euphorie.
Vielleicht reden wir uns alles ein bisschen schöner, weil wir Fans genau das manchmal brauchen.
Aber wisst ihr was?
Heute ist mir das völlig egal.
Der HSV hat geliefert. Jetzt darf man sich einfach mal freuen.
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