Ein großflächiger Stromausfall hat in San Francisco kurz vor Weihnachten nicht nur Haushalte, sondern auch die Zukunft der Mobilität ausgebremst. Mitten im Verkehr: Dutzende fahrerlose Taxis von Waymo, die plötzlich stehen blieben – teils genau dort, wo man sie am wenigsten brauchen kann: auf Kreuzungen.
Auslöser des Blackouts war ein Brand in einem Umspannwerk, der laut Energieversorger PG&E „erhebliche Schäden“ verursachte. Mehr als 100.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Ampeln fielen aus, der öffentliche Nahverkehr war teilweise unterbrochen – und die autonomen Fahrzeuge reagierten, indem sie auf Nummer sicher gingen: stehen bleiben.
Videos in sozialen Netzwerken zeigen die Szene: Robotaxis mit Warnblinkern, festgefahren im Stadtverkehr, während sich Autos mühsam um sie herum schlängeln. Das Ergebnis: zusätzliche Staus in einer ohnehin angespannten Verkehrslage.
Waymo setzte seinen Betrieb zunächst komplett aus. Inzwischen fahren die Fahrzeuge wieder, doch der Vorfall wirft Fragen auf.
Das Unternehmen erklärte, die Fahrzeuge seien so programmiert, dass sie ausgefallene Ampeln wie Vier-Wege-Stoppkreuzungen behandeln. In der Praxis habe die außergewöhnliche Größe des Stromausfalls jedoch dazu geführt, dass die Systeme besonders vorsichtig agierten – und dadurch länger als üblich stehen blieben.
Übersetzt: Die Autos wollten alles richtig machen – und machten dadurch vieles komplizierter.
Die Stadt reagierte klassisch: mit Menschen. Polizei und Feuerwehr wurden eingesetzt, um den Verkehr manuell zu regeln. Ein bemerkenswerter Kontrast zu einer Stadt, die sich gern als Vorreiter autonomer Mobilität präsentiert.
Waymo betonte, dass ein Großteil der Fahrten vor dem Stillstand regulär beendet werden konnte. Viele Fahrzeuge wurden anschließend sicher abgestellt oder zurück in Depots gebracht.
Der Vorfall zeigt jedoch ein zentrales Problem autonomer Systeme: Sie sind nur so gut wie ihre Umgebung. Fällt die Infrastruktur aus, geraten auch hochentwickelte Algorithmen an ihre Grenzen.
Während der Strom für die meisten Haushalte innerhalb eines Tages wiederhergestellt wurde, bleibt eine andere Frage offen: Wie zuverlässig sind fahrerlose Autos in echten Krisensituationen?
Waymo betreibt seine Robotaxi-Dienste nicht nur in San Francisco, sondern auch in Städten wie Los Angeles, Phoenix oder Miami. Für 2026 sind weitere Expansionen geplant – unter anderem nach London und Washington.
Der Anspruch ist klar: Mobilität ohne Fahrer.
Die Realität an diesem Wochenende: Stillstand mit Warnblinker.
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