Start Verbraucherschutzinformationen Anlegerschutz Bilanz überschuldet: Vierte Salomon & Partner Maritime Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

Bilanz überschuldet: Vierte Salomon & Partner Maritime Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

0

Ein Blick in die aktuell hinterlegte Bilanz im Unternehmensregister besagt genau das.

Vierte Salomon & Partner Maritime Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

(Amtsgericht Hamburg, HRA 98674)

Bilanz zum 31. Dezember 2020

AKTIVA

Vorjahr
EUR EUR
A. Anlagevermögen
Finanzanlagen
Beteiligungen 276.489,55 443.726,46
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 15.806,58 12.897,50
2. Sonstige Vermögensgegenstände 0,00 79.722,70
II. Guthaben bei Kreditinstituten 35.219,58 28.187,80
51.026,16 120.808,00
C. Rechnungsabgrenzungsposten 466,08 466,08
D. Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Fehlbetrag der Kommanditisten 75.403,39 0,00
403.385,18 565.000,54

PASSIVA

Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
Kapitalanteile
I. Kapitalanteile der Komplementärin 0,00 0,00
II. Kapitalanteile der Kommanditisten 0,00 338.325,59
0,00 338.325,59
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 329.905,00 166.231,15
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 70.449,32 56.620,33
2. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3.030,86 3.030,86
3. Sonstige Verbindlichkeiten 0,00 792,61
73.480,18 60.443,80
403.385,18 565.000,54

Anhang für 2020

Anwendung der Rechnungslegungsvorschriften

Der vorliegende Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine Personengesellschaft, auf die nach den Kriterien des § 267 HGB i.V.m. § 264a HGB die Rechnungslegungsgrundsätze für kleine Gesellschaften anzuwenden sind. Mit Ablauf des 31. Dezember 2020 wurde die Liquidation der Gesellschaft zum 1. Januar 2021 (Liquidationspunkt) beschlossen. Der Liquidationszeitpunkt wurde auf den 1. Januar 2021 festgelegt. Zum Aufstellungszeitpunkt befindet sich die Gesellschaft in Liquidation.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss wurde unter der Abkehr der Prämissen der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Diese Abkehr ist ein begründeter Ausnahmefall i. S. v. § 252 Abs. 2 HGB, der eine Abweichung von den Grundsätzen der Ansatz- und Bewertungsstetigkeit nach § 246 Abs. 3 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB rechtfertigt.

Die Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgte abweichend zum Vorjahr unter Veräußerungsgesichtspunkten, da die Liquidation der Gesellschaft im Vordergrund steht. Es werden ausschließlich Vermögensgegenstände aktiviert, die zum Zeitpunkt der Beendigung des Geschäftsbetriebs verwertbar sind.

Rechnungsabgrenzungsposten werden abweichend zum Vorjahr nur noch aktiviert, sofern der Vertrag trotz beabsichtigter Einstellung des Geschäftsbetriebs erfüllt wird.

Die Verbindlichkeiten und (Steuer-) Rückstellungen werden unverändert mit Ihrem Erfüllungsbetrag bzw. in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages i.S.d. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB bilanziert. Abweichend zum Vorjahr werden alle Verpflichtungen aufgenommen, die der zu erwartenden Einstellung der Unternehmenstätigkeit zwangsläufig und unvermeidbar folgen.

Die Corona Pandemie hat zu erheblichen Einschränkungen des globalen öffentlichen Lebens ab März 2020 geführt. Für die Gesellschaft sind daraus keine grundsätzlichen Auswirkungen zu erkennen, die zu einer abweichenden Einschätzung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des vergangenen Geschäftsjahres führen. Ungeachtet dessen beeinflusst die Corona Pandemie jedoch die Lage der Gesellschaft. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine langfristigen Fundamentaldaten vor, die eine Aussage darüber ermöglichen, ob die Corona Krise zu einer langfristigen und nachhaltigen Rezession führen könnte. Im Gegensatz zu Ein-Schiffsgesellschaften besteht grundsätzlich für die Gesellschaft durch das diversifizierte Beteiligungsportfolio ein geringeres Gesamtrisiko. Wir gehen davon aus, dass bis zu einem gewissen Maß durch das langfristige Potential des Portfolios die Risiken aus Corona bedingten Aufliegezeiten und Chartererlösausfällen abgedeckt werden können.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Die im Geschäftsjahr erhaltenen Liquiditätsentnahmen wurden entsprechend der Stellungnahme des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer zur Bilanzierung von Anteilen an Personenhandelsgesellschaften (IDW RS HFA 18) von den Anschaffungskosten ergebnisneutral abgesetzt. Soweit die Kapitalrückzahlungen den Beteiligungsbuchwert übersteigen, werden die übersteigenden Beträge als Verbindlichkeiten erfasst. Im Geschäftsjahr wurden Umklassifizierungen von in Vorjahren erhaltenen Liquiditätsentnahmen in Gewinnausschüttungen vorgenommen, bei denen die Voraussetzungen gemäß IDW RS HFA 18 erfüllt sind. Dies führt zu Anpassungen der in Vorjahren von den Anschaffungskosten abgesetzten Liquiditätsentnahmen sowie zu Erträgen aus Beteiligungen.

Im Zusammenhang mit den Regelungen des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) werden seit dem 21.07.2013 keine Investitionen mehr getätigt. Die Zugänge zu den Finanzanlagen beinhalten Beteiligungen an Sanierungskapital sowie zurückgeforderte Auszahlungen von Zielfonds.

Aufgrund stichtagsbezogen ermittelter Wertminderungen wurden Abschreibungen auf die Beteiligungsbuchwerte in Höhe von TEUR 30 (Vj. TEUR 23) auf die niedrigeren beizulegenden Werte und Zuschreibungen in Höhe von TEUR 27 (Vj. TEUR 12) auf im Vorjahr niedrigere beizulegende Werte vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Kapitalanteile der Kommanditisten

Die Kapitalanteile der Kommanditisten setzen sich wie nachfolgend dargestellt zusammen:

31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
1. Kommanditeinlagen
Stand 01.01.2020 18.865.000,00 18.891.000,00
Herabsetzung – ordentliche Kündigungen -40.000,00 -26.000,00
Stand 31.12.2020 18.825.000,00 18.865.000,00
2. Kapitalrücklage
Stand 01.01.2020 943.250,00 944.550,00
Herabsetzung – ordentliche Kündigungen -2.000,00 -1.300,00
Stand 31.12.2020 941.250,00 943.250,00
19.766.250,00 19.808.250,00
3. Entnahmen
Auszahlungen an Gesellschafter
Stand 01.01. 7.948.287,66 7.959.244,19
Laufendes Jahr 0,00 0,00
Anpassung infolge Kapitalherabsetzung -16.856,21 -10.956,53
Stand 31.12. 7.931.431,45 7.948.287,66
Kapitalertragsteuer /​ Solidaritätszuschlag
Stand 01.01. 36.745,28 36.795,93
Laufendes Jahr 0,00 0,00
Anpassung infolge Kapitalherabsetzung -49,93 -50,65
Stand 31.12. 36.695,35 36.745,28
7.968.126,80 7.985.032,94
4. Verlustvortrag
Stand 01.01. 11.484.891,47 11.357.070,31
Jahresfehlbetrag 412.986,87 143.452,08
Anpassung infolge Kapitalherabsetzung -24.351,75 -15.630,92
Stand 31.12. 11.873.526,59 11.484.891,47
-75.403,39 338.325,59
Nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Fehlbetrag der Kommanditisten 75.403,39 0,00
0,00 338.325,59

Die Kapitalrücklage wurde vollständig mit den Ergebnissen der Vorjahre verrechnet.

Durch ordentliche Kündigungen erfolgten bis zum Bilanzstichtag Kapitalherabsetzungen in Höhe von insgesamt EUR 221.000,00.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft

Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag handelsbilanziell überschuldet.. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft geht die Geschäftsführung davon aus, dass auf Grundlage der mittelfristigen Planungsrechnung sowohl in den Jahren 2021 und 2022 wie auch mittelfristig alle Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden können. Mit Gesellschafterbeschluss vom 4. Januar 2021 wurde die Liquidation der Gesellschaft zum 1. Januar 2021 beschlossen Mit selbigem Beschluss wurden die Regelungen des Gesellschaftsvertrags zur Höhe der laufenden Treuhand- und Portfolioverwaltung gestrichen. Die Treuhänderin erhält mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 eine fixe Vergütung in Höhe von EUR 52.500,00 zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer und die Portfolioverwalterin mit Wirkung ab dem 1. Januar 2021 eine fixe Vergütung in Höhe von EUR 17.500,00 zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.

Sonstige Angaben

Hafteinlagen

Die im Handelsregister in Höhe von TEUR 1.896 eingetragene Hafteinlage war ursprünglich in voller Höhe erbracht. Durch die getätigten Entnahmen lebt die Haftung in Höhe von TEUR 426,3 wieder auf.

Persönlich haftende Gesellschafterin

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Verwaltungsgesellschaft Maritim Invest mbH, Hamburg. Diese ist in der Abteilung B des Handelsregisters beim Amtsgericht Hamburg unter HRB Nr. 94792 eingetragen. Das gezeichnete Kapital der Komplementärin beträgt EUR 50.000,00. Sie leistet keine Einlage und ist am Vermögen der Gesellschaft nicht beteiligt.

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung obliegt der Verwaltungsgesellschaft Maritim Invest mbH, Hamburg.

Die Komplementärin ist gemäß Gesellschaftsvertrag von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Geschäftsführung:

Günter Franke, Hamburg

Geschäftsführer

Mit Gesellschafterbeschluss vom 4. Januar 2021 wurde die Komplementärin im Rahmen der Liquidation als Liquidatorin bestimmt.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigt keine eigenen Mitarbeiter.

Beirat

Die Gesellschaft hat einen Beirat, der aus drei natürlichen Personen besteht. Zwei Mitglieder des Beirates werden von der Gesellschafterversammlung gewählt. Das dritte Mitglied wird von der persönlich haftenden Gesellschafterin entsandt.

Der Beirat besteht aus folgenden Personen:

Hans-Jürgen Wömpener, Bielefeld, Wirtschaftsjurist (Vorsitzender)

Hans-Jürgen Müller, Vermögensberater (bis zum 31. Dezember 2020)

Mit Gesellschafterbeschluss vom 4. Januar 2021 wurde der Beirat auf eine natürliche Person reduziert. Herr Hans-Jürgen Wömpener wird bis zum Abschluss der Liquidation als Beiratsmitglied gewählt.

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 412.986,87 wird mit den Kapitalkonten verrechnet.

 

Hamburg, den 18. Oktober 2021

Günter Franke als der Geschäftsführer der

Verwaltungsgesellschaft Maritim Invest mbH

diese wiederum als Liquidatorin für die

Vierte Salomon & Partner Maritime Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here