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Ehefrau eines in China inhaftierten US-Forschers bittet Trump um Hilfe

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Die Ehefrau eines in China inhaftierten amerikanischen Wissenschaftlers hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, sich persönlich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen. Trump soll den Fall bei seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping in der kommenden Woche im Weißen Haus ansprechen.

U Min Zin, Leiter eines auf Myanmar spezialisierten Forschungsinstituts, wurde am 3. Juni festgenommen. Er war für eine wissenschaftliche Konferenz in die südchinesische Stadt Kunming gereist. Die chinesischen Behörden werfen ihm Spionage und eine Gefährdung der nationalen Sicherheit vor.

Seine Frau Sylvia Zin erklärte bei einer Anhörung im US-Kongress, sie hoffe sehr, dass Trump den Fall ihres Mannes beim bevorstehenden Gipfeltreffen zur Sprache bringen werde.

Xi Jinping wird am Mittwoch zu einem Staatsbesuch in Washington erwartet. Bereits im Mai hatte der chinesische Präsident Trump in Peking empfangen.

Angehörige inhaftierter Amerikaner erhöhen den Druck

Vor dem Treffen der beiden Staatschefs sind mehrere Familien von in China inhaftierten US-Bürgern nach Washington gereist. Sie wollen erreichen, dass deren Schicksal Teil der politischen Gespräche wird.

Sylvia Zin sagte vor einem Unterausschuss des Auswärtigen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses aus. Die Anhörung stand unter dem Titel „Menschenleben statt Druckmittel: Der lange Arm der Unterdrückung durch China und Nordkorea“.

Nach Ansicht Zins könnte Trump nicht nur die Freilassung ihres Mannes erreichen. Sie verwies auch auf Chen Youlin, einen amerikanischen Seismologen, der sich mit der Beobachtung nordkoreanischer Atomtests beschäftigte und seit zwei Jahren in China inhaftiert ist.

Trump habe in der Vergangenheit wiederholt die Rückkehr zu Unrecht festgehaltener US-Bürger durchgesetzt, erklärte sie. Dies gebe ihr Hoffnung, dass auch Min Zin, Chen Youlin und weitere Gefangene freikommen könnten.

Warnung vor Reisen nach China

Die republikanische Kongressabgeordnete Young Kim, Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses, richtete während der Anhörung eine deutliche Warnung an amerikanische Staatsbürger. Wer nach China reise, müsse damit rechnen, von Peking als diplomatisches Druckmittel festgehalten zu werden.

Kim warf der chinesischen Führung vor, mit der Festnahme Min Zins eine Botschaft an Wissenschaftler senden zu wollen, deren Forschung den Interessen Pekings widerspreche. Zudem stellte sie einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Inhaftierung und dem geplanten Treffen zwischen Trump und Xi her.

Die chinesischen Behörden haben eine solche Darstellung bislang nicht bestätigt.

Forscher untersuchte Chinas Einfluss in Myanmar

Min Zin war während der Demokratiebewegung in Myanmar im Jahr 1988 als studentischer Aktivist tätig. Heute leitet er das Myanmar Institute for Strategic and Policy Studies, kurz ISP-Myanmar.

Das Institut beschäftigt sich unter anderem mit Chinas politischen und wirtschaftlichen Interessen in Myanmar, den Beziehungen zwischen beiden Ländern und dem wachsenden Einfluss Pekings in der Region.

Seine Forschungsarbeit könnte nach Ansicht seiner Unterstützer der Grund dafür sein, dass er ins Visier der chinesischen Behörden geriet. China wirft ihm hingegen Spionage und Verstöße gegen die nationale Sicherheit vor.

Auch Jimmy Lais Sohn bittet um Unterstützung

Neben Sylvia Zin erschien auch der Sohn des inhaftierten Hongkonger Medienunternehmers Jimmy Lai im US-Kongress. Er forderte Trump ebenfalls dazu auf, sich bei Xi für die Freilassung seines Vaters einzusetzen.

Trump hatte den Fall bereits früher gegenüber dem chinesischen Staatschef angesprochen. Nach Angaben des US-Präsidenten habe Xi ihm allerdings mitgeteilt, dass eine Freilassung Lais schwierig durchzusetzen sei.

Jimmy Lai ist Gründer der inzwischen eingestellten prodemokratischen Hongkonger Zeitung „Apple Daily“. Er zählt zu den bekanntesten Kritikern der chinesischen Führung und sitzt seit mehreren Jahren in Haft.

Weißes Haus bezeichnet Freilassungen als Priorität

Ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses erklärte anonym gegenüber der BBC, die Lösung von Fällen zu Unrecht inhaftierter US-Bürger habe für den Präsidenten stets höchste Priorität.

Das US-Außenministerium hatte Min Zin und Chen Youlin bereits im vergangenen Monat offiziell als zu Unrecht inhaftierte Amerikaner eingestuft. Durch diese Einstufung können die Fälle an das Büro des US-Sondergesandten für Geiselfragen übergeben werden. Dadurch erhalten sie größere politische Aufmerksamkeit und zusätzliche staatliche Ressourcen.

Familie wartet auf Lebenszeichen

Sylvia Zin lebt in Thailand und konnte seit der Festnahme noch nicht persönlich mit ihrem Mann sprechen. Die Familie sei deshalb auf die regelmäßigen konsularischen Besuche angewiesen. Diese gäben ihr zumindest die Gewissheit, dass er noch lebe.

Nach ihren Angaben informierten US-Vertreter sie darüber, dass Min Zin zu Beginn seiner Haft täglich bis zu sechs Stunden verhört worden sei.

Sie versuche, für die gemeinsame Tochter stark zu bleiben, erklärte Zin vor dem Ausschuss. Gleichzeitig frage sie sich ständig, ob es ihrem Mann gut gehe und wie sie ihn zurück zu seiner Familie bringen könne.

Frühere Intervention Trumps führte zu Freilassung

Bei einem früheren offiziellen Treffen mit Xi hatte Trump bereits die Freilassung eines anderen in China inhaftierten Amerikaners gefordert. Dabei ging es um Jin Mingri, einen führenden Vertreter einer nicht staatlich anerkannten christlichen Untergrundkirche.

Zwei Monate nach Trumps Intervention wurde Jin aus der Haft entlassen. Sylvia Zin hofft nun, dass der direkte politische Druck auch im Fall ihres Mannes Wirkung zeigen könnte.

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