Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 12. Juni gleich mehrere Warnungen vor mutmaßlich betrügerischen Finanz- und Kryptoplattformen veröffentlicht. In allen Fällen besteht nach Angaben der Aufsichtsbehörde der Verdacht, dass die Betreiber ohne die erforderlichen Genehmigungen Finanz-, Wertpapier- oder Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten. Besonders brisant: Mehrfach wurde dabei die Identität tatsächlich existierender Unternehmen missbraucht.
Warnung vor 3kinvestment.company
Besonders deutlich fällt die Warnung der BaFin vor der Website 3kinvestment.company aus. Nach Erkenntnissen der Behörde bieten die unbekannten Betreiber dort möglicherweise unerlaubt Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen an.
Die BaFin weist ausdrücklich darauf hin, dass entgegen der Darstellung auf der Website keinerlei Verbindung zur tatsächlich existierenden 3K Investment Office GmbH mit Sitz in München besteht. Das Unternehmen sei Opfer eines Identitätsmissbrauchs geworden und stehe mit den angebotenen Dienstleistungen in keinem Zusammenhang.
Trading-212-Name für mutmaßliche Betrugsangebote genutzt
Ebenfalls vor den Websites 212platform-germany.com und 212trading.live warnt die Finanzaufsicht.
Hier sollen die Betreiber den Eindruck erwecken, ihre Angebote stünden in Verbindung mit der regulierten Trading 212 EU GmbH. Tatsächlich besteht nach Angaben der BaFin weder eine Verbindung zur Trading 212 EU GmbH noch zu anderen Unternehmen der Trading-212-Gruppe.
Die Behörde vermutet, dass über die Plattformen unerlaubt Wertpapierdienstleistungen angeboten werden.
Festgeldangebote über gefälschte E-Mail-Adresse
Nicht nur Webseiten stehen im Fokus der Aufsicht. Die BaFin warnt außerdem vor Festgeldangeboten, die über die E-Mail-Adresse info@vwd-solutions.com verbreitet werden.
Die Angebote stammen nach Angaben der Behörde nicht von der tatsächlich existierenden vwd TransactionSolutions AG. Auch hier gehen die Ermittler von einem Identitätsmissbrauch aus.
Anleger sollen mit vermeintlich attraktiven Festgeldkonditionen zur Geldanlage bewegt werden. Nach Einschätzung der BaFin werden die dafür erforderlichen Bankgeschäfte jedoch ohne die notwendige Erlaubnis betrieben.
Kryptoplattform Plan B Krypto Assets im Visier
Eine weitere Warnung betrifft die Website planb-krypto.com, die unter der Bezeichnung „Plan B Krypto Assets“ auftritt.
Nach Erkenntnissen der BaFin werden Verbraucher dort dazu aufgefordert, in Kryptowährungen und andere Finanzinstrumente zu investieren. Auch in diesem Fall soll die Identität eines real existierenden Unternehmens genutzt werden.
Die Behörde betont, dass keinerlei Zusammenhang zur Plan B Krypto Assets GmbH & Co. KG besteht. Die tatsächliche Gesellschaft sei nicht Betreiberin der Website.
Identitätsmissbrauch nimmt zu
Die aktuellen Warnungen zeigen ein Muster, das Aufsichtsbehörden seit Jahren beobachten: Betrüger nutzen zunehmend die Namen, Adressen und Unternehmensdaten seriöser Firmen, um bei Anlegern Vertrauen zu schaffen.
Für Verbraucher wird es dadurch immer schwieriger, auf den ersten Blick zwischen regulierten Anbietern und betrügerischen Nachahmern zu unterscheiden. Professionell gestaltete Webseiten, gefälschte Unternehmensangaben und scheinbar authentische Kontaktdaten sollen den Eindruck erwecken, es handele sich um seriöse Finanzdienstleister.
BaFin rät zu besonderer Vorsicht
Die Finanzaufsicht weist erneut darauf hin, dass Unternehmen, die in Deutschland Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen, Wertpapiergeschäfte oder Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten, grundsätzlich eine Erlaubnis der BaFin benötigen.
Anleger sollten daher vor jeder Investition prüfen, ob ein Anbieter tatsächlich über eine entsprechende Zulassung verfügt. Dies kann über die Unternehmensdatenbank der BaFin erfolgen.
Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern warnt die Behörde eindringlich vor Finanzbetrug im Internet. Besonders bei außergewöhnlich hohen Renditeversprechen, Zeitdruck bei Anlageentscheidungen oder unbekannten Kryptoplattformen sei äußerste Vorsicht geboten.
Die aktuellen Warnungen verdeutlichen einmal mehr, dass Identitätsmissbrauch im Finanzsektor zunehmend zu einer bevorzugten Methode von Anlagebetrügern geworden ist.
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