Man muss schon zweimal hinschauen, um es zu glauben: Da steht Audi-Chef Gernot Döllner auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Georgia und verkündet stolz den Bau eines neuen amerikanischen Automobilwerks. Vier Milliarden Dollar Investitionen, 4.500 Arbeitsplätze und 200.000 Fahrzeuge jährlich. Und das alles wenige Tage vor den amerikanischen Kongresswahlen. Ein Schelm, wer dabei an politische Gefälligkeiten denkt!
Natürlich darf Audi in Amerika investieren. Natürlich ist der US-Markt wirtschaftlich wichtig. Und selbstverständlich muss ein internationaler Automobilkonzern seine Produktionsstandorte strategisch planen.
Aber muss man sich dafür ausgerechnet auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump präsentieren?
Vier Ringe, aber offenbar kein Gespür für politische Distanz!
Audi steht für deutsche Ingenieurskunst, hochwertige Fahrzeuge und technische Innovationen. Nun liefert das Unternehmen einem amerikanischen Präsidenten eine perfekte Wahlkampfbotschaft.
Trump kann verkünden, seine Wirtschaftspolitik bringe Milliardeninvestitionen und Tausende Arbeitsplätze nach Amerika.
Audi liefert dazu die passenden Zahlen und den Vorstandsvorsitzenden gleich mit.
Eine bemerkenswerte Inszenierung!
Und was ist eigentlich mit Deutschland?
Während die deutsche Automobilindustrie unter hohen Energiekosten, internationalem Wettbewerbsdruck und dem technologischen Wandel leidet, kündigt Audi eine Milliardeninvestition in den Vereinigten Staaten an.
Da darf man durchaus fragen: Welche Perspektiven bietet der Konzern gleichzeitig seinen deutschen Standorten und Beschäftigten?
Natürlich entstehen amerikanische Arbeitsplätze nicht automatisch auf Kosten deutscher Arbeitnehmer. Aber Transparenz über die langfristige Standortstrategie wäre angebracht.
Wirtschaftliche Vernunft oder politischer Opportunismus?
Besonders pikant: Trump hat internationale Automobilhersteller mit seiner Zollpolitik erheblich unter Druck gesetzt.
Nun kann er ausgerechnet die Investitionsentscheidung eines deutschen Herstellers als Erfolg dieser Politik präsentieren.
Ob die Zölle tatsächlich ausschlaggebend waren, ist damit keineswegs bewiesen.
Für Audi mag der Auftritt kurzfristig geschäftspolitisch vorteilhaft erscheinen. Das Unternehmen muss sich aber die Frage gefallen lassen, ob eine solche Nähe zu einer parteipolitischen Wahlkampfveranstaltung seiner Glaubwürdigkeit dient.
Unser Kommentar:
Audi darf überall auf der Welt Autos bauen. Aber wirtschaftliche Entscheidungen sollten nicht zum Beifall spendenden Bestandteil einer Wahlkampfinszenierung werden.
Ein deutscher Weltkonzern sollte selbstbewusst auftreten können, ohne sich politisch vereinnahmen zu lassen.
Vorsprung durch Technik? Sehr gerne!
Vorsprung durch politische Anbiederung? Darauf können wir verzichten.
Und deshalb bleibt nach diesem Auftritt ein ziemlich unangenehmer Eindruck.
Arschkriecher AUDI – Pfui!
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