Anfrage an Wolfgang Dippold von Project Fonds – die schriftliche Antwort – das Gespräch mit Wolfgang Dippold

 Nachfolgende Anfrage hatten wir an das Unternehmen Project Fonds übersendet. Im Anschluss finden Sie dann die Antwort von Herrn Dippold, deren Veröffentlichung er uns freigegeben hat. Dafür herzlichen Dank.

Seinerzeit bereiten wir einen größeren Bericht zum Unternehmen Project aus Bamberg vor. Bei der Recherche im Unternehmensregister zum PROJECT REAL EQUITY Fonds 8 GmbH & Co. KG, haben wir der aktuellen Bilanz entnehmen können, das hier die  Kommanditisten insgesamt wohl einen Betrag von 40.694.240,75 Euro einbezahlt haben. Zitat aus der Bilanz: Das gezeichnete Kommanditkapital in Höhe von EUR 40.694.240,75 ist in voller Höhe eingezahlt. Zitat Ende. Schaut man sich nun die Bilanz des Fonds an, dann finden wir aber nur ein Gesamtvermögen des Fonds von rund 28 Millionen Euro. Das ist somit eine Differenz von 12 Millionen Euro. Was ist mit dem Geld passiert? Sind das Wertberichtigungen? Wenn ja, wann wurden die und weshalb vorgenommen. Für eine kurzfristige Antwort danke ich Ihnen. Meinen Presseausweis finden Sie im Impressum meiner Webseite unter www.diebewertung.de .

Antwort von Wolfgang Dippold:

Sehr geehrter Herr Bremer, 

nachdem Herr Blank diese Woche nicht im Hause ist, übersende ich Ihnen die Antwort auf Ihre Anfrage: 

PROJECT REAL EQUITY Fonds 8:

Von dem Einzahlungsbetrag der Kommanditisten sind die einmaligen Fondskosten inklusive Vertriebsprovisionen abzuziehen, zudem die bereits erfolgten gewinnunabhängigen Ausschüttungen an die Anleger und die laufenden Gebühren. Die detaillierte Auflistung, die die von Ihnen angefragte Differenz erklärt, habe ich Ihnen als Exel-Datei beigefügt. Es wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen. 

In Ihrem heutigen Artikel verweisen Sie auf Differenzen bei weiteren Fonds, welche sich analog erklären lassen. Ein Unterschied zu dem aktuell im Angebot befindlichen Fonds ist, dass die Anfangskosten beim PROJECT REALE WERTE Fonds 12 um 2 Prozent niedriger liegen. Wir bitten zu beachten, dass es sich bei unseren Fonds um reine Eigenkapitalfonds handelt, weshalb die auf das Gesamtvolumen bezogenen Kosten prozentual höher erscheinen. 

In unserer Leistungsbilanz ist der wesentliche Teil der Objektgewinne während der Fondslaufzeit nicht ersichtlich: Im Unterschied zu einem Bestandsimmobilienfonds, der durch Mieteinnahmen in der Leistungsbilanz bereits während der Laufzeit ersichtliche Gewinne darstellt, entstehen in der Immobilienentwicklung die Gewinne erst mit endgültigem Bauabschluss und Abverkauf aller Wohnungen. Davor wären diese nur darstellbar, wenn eine jährliche Bewertung der Immobilienentwicklung vorgenommen wird. Dies wird bei unseren Nachfolgefonds der Fall sein und dann auch in der Leistungsbilanz sichtbar werden, da diese jährliche Bewertung künftig durch das Kapitalanlagegesetzbuch gefordert wird. Somit kann künftig der Investor frühzeitig die positive Entwicklung leichter nachvollziehen, auch wenn dies zusätzliche jährliche Kosten bedeutet. 

Bei unseren Fonds werden über die Laufzeit die in der Leistungsbilanz ersichtlichen Fondskosten durch Gewinne aus den abgeschlossenen Objekten aufgefangen und entsprechende Renditen für die Investoren erzielt. Die hierzu nötige Objektrendite von 12% p.a. auf das investierte Kapital wurde bisher im Durchschnitt bei allen unseren abgeschlossenen Objekten erzielt. Auch die laufenden Objektentwicklungen liegen im Schnitt im Plan. Durch die hohe Investitionsstreuung und das reine Eigenkapitalprinzip laufen die Fonds stabil und erwirtschaften entsprechende Gewinne, auch wenn diese in der Leistungsbilanz, die auf die steuerlichen Zahlen aufbaut, zum größten Teil während der Fondslaufzeit nicht ersichtlich sind.

Ich hoffe, dass ich Ihre Anfrage ausreichend beantworten konnte und würde mich freuen, wenn Sie dies in Ihre heute erschienen Berichterstattung einfliessen lassen. Sollten weitere Fragen auftauchen, steht Ihnen Herr Blank ab nächster Woche gerne zur Verfügung. Sie können sich ebenso an mich wenden – ich bin allerdings diese Woche durch mehrtägige Tagungen nur eingeschränkt erreichbar. 

Antwort Ende

Daraufhin hatten wir dann Herrn Dippold eine weitere Antwort auf diese Mail geschickt. Um das in zuviel „Papier“ ausarten zu lassen, hat Wolfgang Dippold dann zum Telefon gegriffen und uns in der Redaktion angerufen. Quintessenz des Gespräches „wir haben Beide Recht“, sehen das nur anderen Betrachtungswinkeln. Nur dann kann sich aber auch eine Diskussion ergeben. Natürlich haben wir recht damit, wenn wir sagen von knapp 41 Millionen einezahltem Kapital der Kommanditisten sind nur noch knapp 27 Millionen Euro da. Bilanzen lügen nicht. Natürlich wissen wir, das in dem „fehlenden Geld“ die Vertriebskosten und Ausschüttungen enthalten sind. Ausschüttungen an die Anleger in Höhe von 5 Millionen Euro. Anmerken muss man dazu, das diese Auzsschüttungen nicht „verdientes Geld“ sind sondern, wenn Sie so wollen, zahlt sich der Kunden ein Teil seines Geldes selber zurück, schmälert dadurch ganz klar das mögliche einsetzbare Kapital durch den Investor. Eigentlich schädigt er sich auch selber, dennn mehr einsetzbares Kapital würde sicherlich auch mehr Ertrag bedeuten! Warum zahlt man Geld aus, das noch nicht verdient ist? Um diesen Punkt haben wir fast 20 Minuten diskutiert. Zwänge des Vertriebs und Wunsch der Kunden, waren die Kernargumente von Wolfgang Dippold. Mag sein, aber muss man diesen Zwängen nachgeben-provokative Frage!? Der Initiator ist doch bei diesem Model gewzungen Renditen zu erwirtschaften die nahezu an der Grenze des Machbaren liegen. Allein diese 5 Millionen an Ausschüttungen bedeuten eine Schmälerung des möglichen Kapitaleinsatzes um 12,5 % bezogen auf die Gesamtsumme des eingesammelten Kapitals. Warum macht man solche Fonds nicht Thesaurierend? Warum zahlt man Ausschüttungen nicht aus verdientem Geld? In guten Zeiten gehen solche Rechnungen durchaus auf, und da Wolfgang Dippold eine gute Wertschöpfungskette hat, möglicherweise auch in etwas weniger guten Zeiten. Nicht auf geht die Rechung in schlechten Zeiten für Immobilien. Man muss sich bei solchen Fonds wirklich Konzeptgedanken machen und mit Anleger und Vertrieb reden. Die wissen doch „das Ihr Unterhmen sauber und gut ist“. Wenn nicht Sie solche Dinge umsetzen können, wer dann? Natürlich gibt es Kunden die eine jährliche Ausschüttung wollen, dann ist das eben der falsche Fonds. Solche Kunden sollten dann in einen „Bestandsimmobilienfonds“ gehen. Da werden dann die Ausschüttungen aus echten Renditen, und nicht aus eigenem eingezahltem Geld bezahlt. Nun gut, da sind wir zwar von der Diskussion auf einen „Nenner“ gekommen, aber Wolfgang Dippold ist der Meinung das mit seinem Konzept weiterhin so umsetzen zu wollen.Es war eine angenehme Diskussion, das wollen wir auch mal anmerken. Dafür vielen Dank Herr Dippold.

4 Kommentare

  1. Erik Hösel 7. März 2014
  2. bause marcus 6. März 2014
  3. Makler 25. Februar 2014
  4. Claus Z 25. Februar 2014

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