Während in Europa noch darüber diskutiert wird, ob der Cappuccino inzwischen Luxusgut oder Altersvorsorge ist, haben die USA längst reagiert: mit einer neuen Drive-thru-Kaffeekette namens „7 Brew“.
Das Konzept ist genial einfach. Warum gemütlich im Café sitzen, wenn man seinen Zucker-Koffein-Milchshake auch direkt durchs Autofenster bekommen kann? Genau darauf setzt 7 Brew – und die Amerikaner lieben es offenbar. Über 700 Filialen gibt es schon, weitere 340 sollen bald folgen. Starbucks dürfte langsam nervös Richtung Parkplatz schielen.
Besonders beeindruckend: Die Kette bietet inzwischen über 20.000 Getränkekombinationen an. Früher bestellte man einfach „einen Kaffee“. Heute braucht man vermutlich einen Bachelorabschluss, um einen „Iced Blondie mit Caramel-Funnel-Cake-Kokosnuss-Vanille-Extra-Drizzle“ korrekt auszusprechen.
Das Beste daran: Die Kunden sind begeistert, weil die Getränke „nur“ fünf Dollar kosten. In Amerika gilt das mittlerweile offenbar als Sonderangebot. Manche Gäste waren laut Bericht regelrecht schockiert, dass sie für zwei Getränke nicht gleich einen Kleinkredit aufnehmen mussten.
Auch die Geschwindigkeit ist ein Verkaufsargument. Während man bei Starbucks gefühlt genug Zeit hat, ein Studium abzuschließen, schafft 7 Brew seine Kunden durchschnittlich in 8,7 Minuten wieder raus aus der Schlange. Effizienz ist eben alles. Kaffee trinken soll schließlich nicht unnötig den Alltag entschleunigen.
Herrlich ist auch die Erkenntnis eines Experten, dass Menschen in schwierigen Zeiten kleine „Serotonin-Hits“ brauchen. Früher ging man dafür spazieren oder sprach mit Freunden. Heute fährt man mit dem SUV durch einen Drive-thru und bestellt eine flüssige Geburtstagstorte mit Koffein.
Besonders amerikanisch wird es bei den Extras: Gratis-T-Shirts, Sonderaktionen und Rabatt für Ersthelfer. Vermutlich dauert es nicht mehr lange, bis man beim Kauf eines Milchkaffees noch einen Monstertruck-Aufkleber und patriotische Countrymusik gratis dazubekommt.
Und während Starbucks versucht, wieder gemütliche Café-Atmosphäre zu schaffen, setzt 7 Brew voll auf das Motto: „Warum sitzen, wenn man auch im Berufsverkehr hektisch Zucker konsumieren kann?“ Das funktioniert offenbar hervorragend.
Am Ende zeigt die Geschichte eigentlich nur eines: Die Menschheit wollte nie wirklich besseren Kaffee. Sie wollte einfach nur schneller, süßer und billiger an Koffein kommen – am besten ohne aussteigen zu müssen.
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