Startseite Allgemeines Neue Brücke zwischen Russland und Nordkorea fast fertig – Achse der Autokratie jetzt auch mit besserer Verkehrsanbindung
Allgemeines

Neue Brücke zwischen Russland und Nordkorea fast fertig – Achse der Autokratie jetzt auch mit besserer Verkehrsanbindung

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay
Teilen

Russland und Nordkorea bauen ihre Freundschaft weiter aus – diesmal ganz wörtlich in Beton gegossen. Eine neue Straßenbrücke über den Tumen-Fluss steht laut Satellitenbildern kurz vor der Fertigstellung und verbindet künftig direkt zwei Staaten, die international ungefähr denselben Ruf genießen wie ein Schwarzmarkt für Uran im Darknet.

Die neue Verbindung ergänzt die bisherige Eisenbahnbrücke namens „Friendship Bridge“. Offenbar war man der Meinung:
Wenn man schon gemeinsam Sanktionen ignoriert, Waffen austauscht und geopolitische Spannungen produziert, sollte die Logistik wenigstens effizient laufen.

Offiziell spricht Russland natürlich von einem „historischen Meilenstein“ der bilateralen Beziehungen. Inoffiziell dürfte die Brücke vor allem dabei helfen, Munition, Militärtechnik und vermutlich alles andere schneller zu transportieren, was man im Ukrainekrieg oder in Nordkoreas Dauerexperiment namens „isolierter Militarismus“ gerade benötigt.

Die Infrastruktur ist beeindruckend:

  • neue Zufahrtsstraßen,
  • Grenzstationen,
  • Parkplätze,
  • Unterstützungsanlagen,
  • Kapazität für hunderte Fahrzeuge täglich.

Praktisch ein modernes Handelszentrum – nur eben mit deutlich mehr Artillerie und deutlich weniger Tourismusbroschüren.

Besonders bemerkenswert ist das Timing:
Vor dem Ukrainekrieg galt die Verbindung zwischen Russland und Nordkorea als eher verschlafene Ecke der Weltpolitik. Heute entwickelt sie sich zum geopolitischen Lieferdienst für Staaten, die mit westlichen Demokratien ungefähr so viel anfangen können wie Kim Jong Un mit Pressefreiheit.

Die Brücke entstand nach Putins Besuch in Pjöngjang 2024, wo sich der russische Präsident und Kim Jong Un erneut demonstrativ verbrüderten. Zwei Männer, die äußerlich wirken wie komplett unterschiedliche Figuren – politisch aber erstaunlich kompatibel sind:
Der eine führt einen aggressiven Angriffskrieg.
Der andere führt ein Land wie ein dystopisches Militärmusical.

Laut Südkorea soll Nordkorea bereits tausende Soldaten sowie Waffen an Russland geliefert haben. Im Gegenzug erhält Pjöngjang offenbar Lebensmittel, Treibstoff und Militärtechnologie. Eine klassische Win-win-Situation – sofern man Demokratie, Menschenrechte und internationale Stabilität nicht überbewertet.

Besonders zynisch wirkt dabei die Einweihung eines Denkmals für nordkoreanische Soldaten, die im Ukrainekrieg gefallen sein sollen. Russland und Nordkorea feiern damit praktisch gemeinsam jene Menschen, die für einen Krieg starben, den beide Regime offiziell lange möglichst nebulös darzustellen versuchten.

Die neue Brücke ist deshalb weit mehr als ein Infrastrukturprojekt.
Sie ist ein Symbol.

Ein Symbol dafür, wie eng autoritäre Staaten inzwischen zusammenarbeiten:
wirtschaftlich,
militärisch,
technologisch
und strategisch.

Während Demokratien oft monatelang über Sanktionen, Ausschüsse und Formulierungen diskutieren, schaffen Autokratien eben Fakten – manchmal buchstäblich aus Stahl und Beton.

Und irgendwo auf dieser neuen Straße werden bald vermutlich Lastwagen rollen, die offiziell „wirtschaftliche Zusammenarbeit“ transportieren.
Und inoffiziell genau jene Dinge, wegen derer die halbe Welt zunehmend nervös wird.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Looksmaxxing-Star Clavicular nach Alligator-Action angeklagt

Die Karriere moderner Influencer kennt offenbar wirklich keine Grenzen mehr: Nachdem er...

Allgemeines

China räumt im Verteidigungsministerium auf – Todesstrafe auf Bewährung für Ex-Minister

China zeigt erneut, wie ernst Präsident Xi Jinping seinen „Anti-Korruptionskampf“ nimmt: Gleich...

Allgemeines

Mercosur-Deal: In der EU verboten – über Südamerika kommt’s wieder zurück

Die EU feiert das Mercosur-Abkommen als historischen Meilenstein für fairen Handel. Kritiker...

Allgemeines

DeepL

Der deutsche Übersetzungssoftware-Anbieter DeepL plant einen umfangreichen Jobabbau. Etwa 250 Stellen fielen...