Ein Neubauprojekt im bayerischen Oberland, attraktive Doppelhaushälften mit Alpenpanorama und eine prognostizierte Verzinsung von 9,5 Prozent pro Jahr – für Frühzeichner sogar 10,5 Prozent. Das Crowdinvesting-Projekt „Bergblick Residenzen“ in Benediktbeuern verspricht Anlegern eine überdurchschnittliche Rendite. Doch wie immer gilt: Hohe Erträge gibt es nicht ohne hohe Risiken.
Das Projekt
Geplant ist die Errichtung von sechs Doppelhaushälften auf zwei Grundstücken in der Bonifatiusstraße 33 und 35 in Benediktbeuern.
Die wichtigsten Eckdaten:
- Grundstücksgröße: 1.544 Quadratmeter
- Sechs Doppelhaushälften
- Zwölf Pkw-Stellplätze
- Wohnflächen zwischen 190 und 237 Quadratmetern
- Geplante Fertigstellung: 2027
Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Grundstücke bereits im Eigentum des Projektträgers befinden. Für einen Teil des Projekts liegt zudem bereits eine rechtskräftige Baugenehmigung vor.
Nach Angaben des Emittenten wurde Ende 2025 bereits der erste Kaufvertrag notariell beurkundet. Außerdem läuft das Genehmigungsverfahren für weitere Bauabschnitte.
Wofür wird das Anlegergeld verwendet?
Anders als viele Anleger vermuten, fließt das Kapital nicht unmittelbar in den Bau der Häuser.
Laut Projektbeschreibung dient das Crowdinvesting vor allem:
- der Refinanzierung bereits eingebrachten Eigenkapitals,
- der Finanzierung von Marketing- und Vertriebskosten.
Die Rückzahlung der Anleger soll später aus den Verkaufserlösen der Doppelhaushälften erfolgen.
Der entscheidende Punkt: Nachrangdarlehen
Anleger erwerben keinen Immobilienanteil und werden auch nicht Miteigentümer der Häuser.
Sie vergeben ein sogenanntes qualifiziertes Nachrangdarlehen.
Das bedeutet:
Im Falle wirtschaftlicher Probleme oder einer Insolvenz werden zunächst Banken und andere vorrangige Gläubiger bedient. Erst danach kommen die Crowdinvestoren an die Reihe – sofern überhaupt noch Geld vorhanden ist.
Das Totalverlustrisiko
Der gesetzlich vorgeschriebene Hinweis des Anbieters ist eindeutig:
„Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“
Das Risiko sollte keinesfalls unterschätzt werden.
Mögliche Gefahren sind:
- Verzögerungen im Bauablauf
- steigende Baukosten
- Schwierigkeiten bei Genehmigungen
- schwächere Nachfrage am Immobilienmarkt
- Verkaufserlöse unter den Erwartungen
- Liquiditätsprobleme des Projektträgers
Gerade bei Neubauprojekten können selbst kleine Verzögerungen erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben.
Fazit
Die „Bergblick Residenzen“ verfügen über einige positive Merkmale: Grundstückseigentum, erste Verkäufe, attraktive Lage und eine grundsätzlich hohe Nachfrage nach Wohnraum im bayerischen Oberland.
Dennoch bleibt das Investment ein unternehmerisches Risiko. Die angebotenen 9,5 bis 10,5 Prozent Zinsen sind keine sichere Verzinsung, sondern die Vergütung dafür, dass Anleger ein erhebliches Ausfallrisiko übernehmen.
Wer investiert, sollte sich bewusst sein:
Die Rendite ist nur eine Prognose. Das Totalverlustrisiko ist real.
Crowdinvesting in Immobilien kann interessante Chancen bieten – sollte aber nur einen kleinen Teil eines breit gestreuten Vermögens ausmachen und niemals mit sicherem Sparen verwechselt werden.
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