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9,5 Prozent Zinsen in zehn Monaten? Was Anleger über das Immobilienprojekt in Oldenburg wissen sollten

WOKANDAPIX (CC0), Pixabay
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Auf den ersten Blick klingt das Angebot attraktiv: Eine modernisierte Wohnimmobilie in Oldenburg, eine prognostizierte Verzinsung von 9,5 Prozent pro Jahr (für Frühzeichner sogar 10,5 Prozent) und eine vergleichsweise kurze Laufzeit von rund zehn Monaten. Doch wie bei allen Crowdinvesting-Angeboten gilt: Hohe Zinsen sind meist die Gegenleistung für hohe Risiken.

Das Projekt

Finanziert werden soll eine Wohn- und Gewerbeimmobilie in der Theodor-Francksen-Straße 81–85 in Oldenburg. Das Objekt umfasst:

  • 18 Wohnungen
  • 1 Gewerbeeinheit
  • 11 Stellplätze
  • 7 Garagen

Die Immobilie wurde bereits modernisiert und ist laut Anbieter zu rund 92 Prozent vermietet. Die jährlichen Nettokaltmieteinnahmen werden mit etwa 89.300 Euro angegeben.

Die Besonderheit: Die einzelnen Einheiten sollen nach und nach verkauft werden. Die Rückzahlung der Anlegergelder soll aus diesen Verkaufserlösen erfolgen. Nach Angaben des Emittenten liegt die aktuelle Verkaufs- und Reservierungsquote bereits bei 67 Prozent.

Woher kommen die hohen Zinsen?

Die Anleger investieren nicht direkt in die Immobilie, sondern gewähren dem Projektträger ein Nachrangdarlehen.

Genau dieser Punkt ist entscheidend.

Ein Nachrangdarlehen bedeutet, dass Anleger im Falle wirtschaftlicher Probleme oder einer Insolvenz erst nach anderen Gläubigern bedient werden. Banken, Finanzämter, Sozialversicherungsträger oder andere vorrangige Gläubiger stehen in der Regel vor den Crowdinvestoren.

Das Totalverlustrisiko

Der Anbieter weist ausdrücklich auf das hin, was viele Anleger bei zweistelligen Renditeversprechen gerne übersehen:

Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Das ist kein bloßer Pflichtsatz im Kleingedruckten.

Kommt es zu Verzögerungen beim Verkauf der Wohnungen, sinkenden Immobilienpreisen, rechtlichen Problemen oder finanziellen Schwierigkeiten des Projektträgers, kann die Rückzahlung gefährdet sein. Da es sich um ein Nachrangdarlehen handelt, besteht im Extremfall das Risiko eines vollständigen Kapitalverlustes.

Chancen und Risiken abwägen

Positiv sind die bestehende Vermietung, die bereits erfolgten Modernisierungen sowie die offenbar fortgeschrittene Vermarktung der Einheiten. Dennoch bleibt das Investment letztlich eine Wette darauf, dass die verbleibenden Wohnungen und Gewerbeeinheiten erfolgreich verkauft werden können.

Für Anleger bedeutet das:

  • Hohe Renditechance
  • Kurze Laufzeit
  • Aber auch hohes Risiko bis hin zum Totalverlust

Wer investiert, sollte daher nur Kapital einsetzen, dessen Verlust er finanziell verkraften kann. Die angebotenen 9,5 bis 10,5 Prozent Zinsen sind keine Garantie, sondern spiegeln das erhebliche Risiko wider, das mit dieser Form der Vermögensanlage verbunden ist.

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