Italien steht vor einem historischen Moment in der Formel 1. Der erst 20 Jahre alte Kimi Antonelli kann am Sonntag beim Großen Preis von Mexiko Weltmeister werden. Es wäre der erste Titel eines italienischen Fahrers seit 1953. Besonders bitter für Ferrari: Das junge Ausnahmetalent wurde einst in Maranello getestet, aber nicht verpflichtet. Jetzt könnte Antonelli ausgerechnet im Mercedes Rennsportgeschichte schreiben.
Neun Siege hat Antonelli in dieser Saison bereits gefeiert. Mit 365 Punkten führt er die Weltmeisterschaft souverän an. Sein Mercedes-Teamkollege George Russell liegt 123 Punkte zurück. Lewis Hamilton im Ferrari hat sogar 124 Punkte Rückstand.
Antonelli muss in Mexiko lediglich Neunter werden, um sich den Titel unabhängig von den Ergebnissen seiner Verfolger zu sichern.
Damit könnte er auch einen Rekord aufstellen: Noch nie wurde ein Fahrer so jung Formel-1-Weltmeister.
Warum Italien so lange warten musste
Der letzte italienische Weltmeister war Alberto Ascari. Er gewann 1952 und 1953 mit Ferrari die Weltmeisterschaft.
Damals gehörte Italien zu den führenden Nationen im Motorsport. Doch in den folgenden Jahrzehnten übernahmen vor allem britische Rennställe die Spitzenpositionen.
Hinzu kam eine Entscheidung von Ferrari-Gründer Enzo Ferrari.
Nach mehreren tödlichen Unfällen italienischer Rennfahrer soll er beschlossen haben, keine Italiener mehr für sein Team zu verpflichten. Besonders der Tod von Lorenzo Bandini im Jahr 1967 hatte ihn schwer getroffen.
Dadurch wurden die Chancen italienischer Nachwuchsfahrer bei Ferrari über Jahrzehnte eingeschränkt.
Eine der wenigen Ausnahmen war Michele Alboreto, der 1985 Vizeweltmeister wurde.
Ferrari hatte Antonelli bereits im eigenen Haus
Besonders ärgerlich für Ferrari ist die Geschichte von Kimi Antonelli.
Als Kind durfte er im Ferrari-Hauptquartier einen Rennsimulator testen. Dabei zeigte er großes Talent.
Trotzdem erhielt er keinen Platz im Nachwuchsprogramm.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff erkannte dagegen das Potenzial des jungen Italieners und nahm ihn bereits 2018 unter Vertrag.
Mercedes förderte Antonelli gezielt und bereitete ihn auf die Formel 1 vor. Heute steht er unmittelbar vor seinem ersten WM-Titel.
Ausgerechnet jetzt gibt es gesundheitliche Probleme
Kurz vor dem möglicherweise entscheidenden Rennen musste Antonelli wegen einer Virusinfektion seine Medientermine am Donnerstag absagen.
Mercedes erklärte, dass der Fahrer sich vorsorglich ausruhen solle. Seine Rückkehr wurde für Freitag erwartet.
Ob die Erkrankung seine Leistung am Wochenende beeinflusst, bleibt abzuwarten.
Ganz Italien wartet auf Sonntag
Am 1. November um 21 Uhr deutscher Zeit startet der Große Preis von Mexiko.
Sollte Antonelli den Titel gewinnen, würde eine 73 Jahre lange Wartezeit enden. Gleichzeitig würde er Sebastian Vettel als jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte ablösen.
Fazit: Italien könnte am Sonntag endlich wieder einen Formel-1-Weltmeister feiern. Doch die größte Ironie dieser Erfolgsgeschichte liegt darin, dass der neue italienische Hoffnungsträger nicht für Ferrari fährt, sondern für Mercedes. In Maranello dürfte man sich noch lange fragen, warum man dieses außergewöhnliche Talent damals ziehen ließ.
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