Nach stundenlangen Verhandlungen in Pakistan haben die USA und der Iran keine Einigung erzielt. US-Vizepräsident JD Vance erklärte nach dem diplomatischen Marathon, Teheran habe die amerikanischen Bedingungen für ein Abkommen nicht akzeptiert. Vor allem beim iranischen Atomprogramm sei man nicht zusammengekommen.
Vance sagte, die US-Seite habe ihr „letztes und bestes Angebot“ vorgelegt und sich in den Gesprächen flexibel gezeigt. Entscheidend sei für Washington die klare Zusage gewesen, dass Iran keine Atomwaffe anstrebe und sich auch nicht die Mittel dafür sichern wolle. Genau diese Verpflichtung habe es aus Teheran aber nicht gegeben.
Aus iranischer Sicht lag das Scheitern an den Forderungen der USA. Die staatlich unterstützte Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, amerikanische Maximalforderungen hätten einen gemeinsamen Rahmen und damit auch eine Einigung verhindert. Auch aus Teheran hieß es, der Erfolg der Gespräche hänge davon ab, dass die Gegenseite auf überzogene und rechtswidrige Forderungen verzichte.
Mit dem ergebnislosen Ende der Gespräche gerät auch die fragile Waffenruhe ins Wanken. Offen bleibt vor allem, ob und wann die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet wird. Solange es hier keine verbindliche Zusage aus dem Iran gibt, bleiben die weltweiten Energieversorgung und der Öltransport unter Druck.
Die Gespräche hatten sich über insgesamt 21 Stunden gezogen. Vance sprach von inhaltlich ernsthaften Beratungen, räumte aber ein, dass kein Durchbruch gelungen sei. Zugleich deutete er an, dass Teheran theoretisch weiterhin auf das amerikanische Angebot eingehen könne. Wie es nun diplomatisch weitergeht, ließ er offen.
Zusätzliche Unsicherheit kommt aus Washington selbst. Präsident Donald Trump hatte vor Inkrafttreten der Waffenruhe dem Iran noch mit drastischen Konsequenzen gedroht und erklärt, dessen „gesamte Zivilisation“ werde sterben, falls es zu keiner Einigung komme. Später erklärte er dann, es mache für ihn keinen Unterschied, ob überhaupt ein Deal zustande komme oder nicht.
Beobachter sehen nach dem gescheiterten Treffen nun deutlich mehr Spielraum auf iranischer Seite. Der frühere Nahost-Unterhändler Aaron David Miller sagte CNN, Teheran halte derzeit die stärkeren Karten in der Hand. Der Iran verfüge weiterhin über hoch angereichertes Uran, habe die strategische Bedeutung der Straße von Hormus als Druckmittel eingesetzt und gezeigt, dass das Regime trotz Krieg und Sanktionen handlungsfähig geblieben sei.
Während in Islamabad bis tief in die Nacht verhandelt wurde, sorgten Bilder aus den USA zusätzlich für Irritationen: Trump und Außenminister Marco Rubio verfolgten in Florida einen UFC-Kampf, kurz nachdem Vance das Scheitern der Gespräche bekanntgegeben hatte. Rubio war auf Großbildschirmen zu sehen, beide wirkten gut gelaunt.
Damit bleibt nach dem Verhandlungsmarathon vor allem eines: neue Unsicherheit. Ohne Einigung ist unklar, wie stabil die Waffenruhe tatsächlich ist, ob weitere Gespräche zustande kommen und ob eine neue militärische Eskalation noch verhindert werden kann.
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