Da sitzt man als eingefleischter Fan des 1. FC Köln im Stadion, hat Hoffnung auf einen schönen Fußballnachmittag und bekommt gegen Schalke 04 ein 0:0 serviert, das ungefähr so aufregend ist wie eine ausgefallene Rolltreppe am Kölner Hauptbahnhof. Und was passiert? Einige Fans rufen „Wagner raus!“. Entschuldigung, liebe Mitgeißböcke, aber habt ihr eigentlich das gleiche Spiel gesehen wie ich?
Natürlich war das gegen Schalke nichts. Gar nichts! Kein Tempo, kaum Ideen, vorne harmlos und zwischendurch hatte man das Gefühl, unsere Spieler warten darauf, dass der liebe Fußballgott den Ball persönlich ins Schalker Tor trägt.
Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Was kann René Wagner dafür, wenn unsere Jungs auf dem Platz auftreten, als hätten sie gerade drei Portionen Himmel un Ääd verdrückt?
Der Trainer kann die Chancen nicht selbst verwandeln!
Wagner stellt die Mannschaft auf, entwickelt einen Plan und gibt Anweisungen. Aber den entscheidenden Pass spielen, in die Zweikämpfe gehen und aufs Tor schießen müssen unsere hochbezahlten Herren schon selbst.
Mikey Moore erwischt einen gebrauchten Tag? Dann wird er ausgewechselt. Völlig nachvollziehbar! Dass anschließend ausgerechnet deshalb „Wagner raus“ gerufen wird, verstehe ich nicht.
Vielleicht sollten wir irgendwann auch mal die Spieler fragen, ob sie wissen, für welchen Verein sie eigentlich auflaufen.
Wir sind der 1. FC Köln und kein Betriebsausflug mit Fußballschuhen!
Vor zwei Wochen haben wir Gladbach im Derby mit 2:1 geschlagen. Da war die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Jetzt reicht eine Nullnummer gegen Schalke, und schon soll der Trainer seine Koffer packen?
Meine Güte, wir Kölner sind emotional. Das gehört zu uns wie der Dom, der Rhein und das Kölsch. Aber wir müssen doch nicht nach jedem enttäuschenden Spiel gleich den nächsten Trainer auf den Arbeitsmarkt schicken!
Acht Punkte aus sieben Spielen sind sicherlich keine Meisterleistung. Aber auch kein Grund, den gesamten Verein anzuzünden.
Jetzt sind unsere Spieler in der Pflicht!
Am Dienstag wartet Union Berlin im Pokal, am Sonntag geht es in der Bundesliga erneut gegen die Eisernen.
Zwei Möglichkeiten, endlich zu zeigen, dass unsere Mannschaft mehr kann als gepflegten Querpassfußball.
Ich will Einsatz sehen, Leidenschaft, Zweikämpfe und Spieler, die auch in der 90. Minute noch rennen, als gäbe es nach dem Schlusspfiff kein Kölsch mehr!
Und René Wagner? Den lasst bitte erst einmal arbeiten!
Denn wenn wir jetzt schon wieder den Trainer austauschen, aber auf dem Platz dieselben Probleme behalten, haben wir in ein paar Wochen genau die gleiche Diskussion.
Nur mit einem anderen Namen auf der Trainerbank.
Also, liebe FC-Jungs: Schluss mit Ausreden! Der Trainer steht an der Seitenlinie. Ihr steht auf dem Platz. Und genau dort werden Spiele gewonnen!
Come on, Effzeh! Macht uns endlich wieder stolz!
Rut un Wiess – ein Leben lang!
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