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Zwölf US Bundesstaaten stören Paramounts 110-Milliarden-Dollar-Shoppingtour

Foxpool (CC0), Pixabay
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Kalifornien und elf weitere US-Bundesstaaten haben offenbar beschlossen, Paramount beim Kauf von Warner Bros. Discovery nicht einfach nur zuzusehen, sondern die Party mit einer Klage zu unterbrechen.

Der Deal hat ein Volumen von rund 110 Milliarden Dollar und soll Paramount in die Lage versetzen, endlich groß genug zu werden, um mit Netflix und Disney mitzuspielen. Denn in Hollywood gilt weiterhin: Wenn der Wettbewerb zu anstrengend wird, kauft man ihn möglichst einfach auf.

Die klagenden Bundesstaaten sehen das weniger romantisch. Ihrer Ansicht nach könnte die Übernahme den Wettbewerb im Filmvertrieb und im Kabelfernsehen einschränken. Kinos, Fernsehanbieter und andere Vertriebspartner könnten künftig noch weniger Auswahl haben – dafür aber vermutlich mehr Gelegenheit, neue Vertragsbedingungen gründlich zu lesen.

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta erklärte, man trete für freie und faire Märkte ein, nicht für manipulierte Märkte.

Das ist insofern bemerkenswert, als es in der Unterhaltungsbranche zunehmend schwierig wird, überhaupt noch einen Markt zu finden, der nicht bereits von einigen wenigen Konzernen vermessen, gebündelt und mit einem Streamingabo versehen wurde.

Paramount will groß genug für die ganz Großen werden

Paramount-Chef David Ellison möchte sein Unternehmen durch den Kauf von Warner Bros. Discovery zu einem ernsthaften Rivalen von Netflix und Disney ausbauen.

Die Strategie ist leicht verständlich: Um die Macht weniger Medienkonzerne zu begrenzen, schafft man einfach einen weiteren sehr großen Medienkonzern.

Synergien dürfte es reichlich geben. Zwei Chefetagen können zusammengelegt, mehrere Marken neu sortiert und zahlreiche Beschäftigte vermutlich effizient aus der Bilanz entfernt werden. Anschließend kann man das Ganze als kreative Neuausrichtung verkaufen.

Eine Klage mit teurem Zeitplan

Bis über die Klage entschieden wird, könnten Monate vergehen. Für Paramount dürfte die Verzögerung Kosten in dreistelliger Millionenhöhe verursachen.

Bei einem Kaufpreis von 110 Milliarden Dollar ist das zwar ärgerlich, aber vermutlich ungefähr so dramatisch wie eine zusätzliche Getränkerechnung bei einer Luxusyacht.

Die Bundesstaaten fordern Paramount auf, die Transaktion bis zum Abschluss des Verfahrens nicht zu vollziehen.

Paramount könnte dieser Bitte freiwillig nachkommen. Ebenso könnte ein Hollywoodstudio beschließen, einen erfolgreichen Film nicht mit sieben Fortsetzungen, drei Prequels und einer Streamingserie auszuschlachten.

Auch Trumps Freundeskreis spielt eine Nebenrolle

Kritiker sehen in dem Fall außerdem ein Beispiel dafür, wie politische Nähe und großzügige Regulierung miteinander harmonieren können.

Larry Ellison, der milliardenschwere Mitgründer von Oracle und Vater des Paramount-Chefs, gilt als Vertrauter von Präsident Donald Trump.

Das beweist für sich genommen weder politische Einflussnahme noch eine unzulässige Bevorzugung. Es sorgt aber dafür, dass der Deal nicht nur wie eine Übernahme, sondern zugleich wie ein Familientreffen mit kartellrechtlichem Begleitprogramm wirkt.

Der Vorwurf lautet, die Regierung behandle Freunde und Spender womöglich großzügiger als andere Marktteilnehmer. In Washington nennt man das nicht zwingend Vetternwirtschaft. Oft heißt es einfach wirtschaftsfreundliche Politik.

Hollywood wartet auf das nächste Kapitel

Nun müssen die Gerichte entscheiden, ob Paramount Warner übernehmen darf oder ob der Deal den Wettbewerb zu stark beschädigen würde.

Bis dahin bleibt die Lage übersichtlich:

Paramount möchte größer werden. Die Bundesstaaten möchten das verhindern. Die Anwälte möchten, dass das Verfahren möglichst gründlich geführt wird. Und die Zuschauer dürfen hoffen, dass am Ende zumindest noch jemand übrig bleibt, der Filme produziert, statt nur Firmenlogos zusammenzufügen.

Hollywood hat damit einen neuen Blockbuster:

„Megafusion – Zwölf Staaten schlagen zurück.“

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